Der Basistarif: Privater Schutz ohne Gesundheitsprüfung

Die wichtigsten Merkmale des neuen brancheneinheitlichen Basistarifs:

Leistungen: Die Leistungen entsprechen in Art, Umfang und Höhe denen der gesetzlichen Krankenversicherung. Die kassenärztlichen Vereinigungen müssen die Behandlungen von Patienten mit Basistarif sicherstellen.

Kosten: Der Basistarif darf nicht mehr kosten als der Höchstbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung. ­Aktuell wären das knapp 570 Euro im Monat. Dieser Wert ergibt sich aus dem allgemeinen Beitragssatz für gesetzlich Krankenversicherte von 15,5 Prozent bei einer Beitragsbemessungsgrenze von 3 675 Euro im Monat im Jahr 2009. Die Beiträge richten sich nach Geschlecht und Eintrittsalter des Versicherten und werden sich von ­Versicherer zu Versicherer wegen der brancheneinheitlichen Kalkulation nur geringfügig unterscheiden.

Zahlungsschwierigkeiten: Kann der Versicherte nachweisen, dass er die Beiträge nicht aufbringen kann und dadurch hilfebedürftig wird, zahlt er auf Antrag für die Dauer der Hilfe­bedürftigkeit nur den halben Beitrag.

Gesundheitsprüfung: Für den Basis­tarif darf es keine Beitragszuschläge oder Leistungsausschlüsse wegen ­Vorerkrankungen geben.

Aufnahmepflicht: Personen, die ­bisher keinen ausreichenden Versicherungsschutz hatten, dürfen die Gesellschaft frei wählen, bei der sie einen Basistarif abschließen. Die Versicherer dürfen sie nicht ablehnen. Es bleibt jedoch eine Ausnahme: Der Kunde war bereits einmal beim Anbieter versichert und hat den Vertrag wegen arglistiger Täuschung oder einer Verletzung seiner vorvertraglichen Anzeigepflichten verloren. Dann bleibt für ihn nur der Abschluss des Basistarifs bei einem anderen Versicherer.

Selbstbehalt: Die Versicherer müssen ihren Kunden Tarife mit einem Selbstbehalt anbieten. Der Kunde darf wählen zwischen 300, 600, 900 und 1 200 ­Euro Selbstbehalt im Jahr.

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