Private Kranken­versicherung

So gehen Sie beim Tarifwechsel vor

01.01.2021
Inhalt

1. Ist-Analyse

Gehen Sie Ihren derzeitigen Vertrag durch: Welche Leistungen, welche Einschränkungen enthält er, wie hoch ist der Selbst­behalt? Achten Sie nicht nur auf Arzt­honorare, sondern auch auch auf Leistungen wie Psycho­therapie, Heil- und Hilfs­mittel. Unsere Checkliste Private Krankenversicherung hilft Ihnen, alle wichtigen Punkte zu erfassen.

2. Anforderungen

Schreiben Sie Ihre Wünsche für den Versicherer auf: Welche Leistungen wollen Sie behalten, welche benötigen Sie nicht unbe­dingt? Welcher Eigen­anteil, zum Beispiel für Zähne, ist akzeptabel?

3. Anfrage

Fordern Sie ­Ihren Versicherer schriftlich auf, Ihnen gemäß Paragraf 204 Versicherungs­vertrags­gesetz Angebote für einen Tarifwechsel zu machen. Bitten Sie um detaillierte Auskunft, welche Mehr- und Minderleistungen die einzelnen Angebote im Vergleich zu Ihrem jetzigen Tarif haben. Der Versicherer soll Ihnen auch geschlossene Tarife nennen.

4. Nach­fassen

Gehen Sie davon aus, dass Sie im ersten Anlauf noch nicht das optimale Angebot erhalten. Schlägt Ihr Versicherer nur ­einen höheren Selbst­behalt vor oder schickt unver­ständ­liche Unterlagen, fordern Sie ihn auf, Sie bedarfs­gerecht zu beraten. Ist er den Tarifwechsel-Leit­linien beigetreten, verlangen Sie deren Einhaltung. Tun Sie das per Einschreiben und setzen Sie eine Frist. Beschweren Sie sich beim Ombuds­mann und der Finanz­aufsicht (Beschwerdestellen) und setzen Sie Ihren Versicherer davon in Kennt­nis.

5. Dienst­leister

Falls ­Ihnen der Vergleich Ihrer aktuellen mit alternativen Vertrags­leistungen zu mühsam ist, lassen Sie sich helfen. Achten Sie aber darauf, wonach Dienst­leister ihre Vergütung bemessen.

6. Mehr­leistungen

Lassen Sie sich nicht vom Hinweis auf eine erneute Gesund­heits­prüfung einschüchtern. Sie riskieren nichts, sondern haben höchs­tens die Chance auf bessere Leistungen. Ein möglicher Risiko­zuschlag oder Ausschluss bezieht sich nur auf die Mehr­leistungen, die der neue Tarif bietet.

7. Risiko­zuschlag

Der Versicherer muss sagen, für welche Krankheiten er ­einen Risiko­zuschlag will. Fragen Sie nach: Anhand welcher Fakten begründet er das? Kommen hier Irrtümer zutage oder hat sich ein Krank­heits­verdacht nach Unter­suchungen nicht bestätigt, verlangen Sie, dass der Zuschlag entfällt. Besteht der Risiko­zuschlag zu Recht, können Sie immer noch auf Mehr­leistungen verzichten.

8. Wechseln

Wenn alles passt, wechseln Sie. Hat die Umstellung viele Monate gedauert, verlangen Sie, dass der Versicherer Sie rück­wirkend in den güns­tigeren Tarif umstuft. Richten Sie sich darauf ein, in Zukunft erneut zu wechseln. Die Beiträge steigen auch im neuen Tarif.

  • Mehr zum Thema

    Private Kranken­versicherung Alles was Sie wissen müssen

    - Wer darf in die private Kranken­versicherung (PKV) – und für wen lohnt sich das? Wie finde ich eine gute PKV-Police? Was tun, wenn die Beiträge zu hoch werden? test.de...

    Kranken­versicherung Zurück in die gesetzliche Kasse – so gehts

    - Die Beiträge in der privaten Kranken­versicherung steigen. Wer raus will, sollte rasch handeln. Wir erklären, wer in die gesetzliche Krankenkasse zurück­kehren kann und...

    Private Kranken­versicherung Stan­dard­tarif wählen und Beitrag senken

    - Alle privaten Kranken­versicherer müssen für ihre lang­jährigen Kunden den Stan­dard­tarif anbieten. Ein Wechsel kann den Beitrag erheblich senken. Hier lesen Sie die...