Private Kranken­versicherung

Glossar

01.01.2021
Inhalt

Alterungs­rück­stellung

Die privaten Kranken­versicherer kalkulieren den Beitrag so, dass Kunden in jüngeren Jahren mehr zahlen, als der Versicherer für ihre Gesund­heits­leistungen ausgibt. Die Differenz wird angelegt und bildet die Alterungs­rück­stellung. Wenn im Alter die Behand­lungs­kosten über dem gezahlten Beitrag liegen, soll die Rück­stellung diese Kosten decken. Versicherte, die ihren Vertrag vor dem 1. Januar 2009 geschlossen haben, verlieren bei einem Wechsel zu einem anderen Versicherer ihre Alterungs­rück­stellung komplett. Deshalb lohnt sich so ein Wechsel für sie in der Regel nicht. Kunden mit Verträgen ab 2009 können zumindest den Teil ihrer Rück­stellung mitnehmen, der der Alterungs­rück­stellung für Leistungen des Basistarifs entspricht.

Beitrags­erhöhung

Die Versicherer müssen jähr­lich ihre Rechnungs­grund­lagen für die Beiträge über­prüfen und falls notwendig aktualisieren. Liegen die tatsäch­lichen Ausgaben für Heil­kosten dauer­haft über den ursprüng­lich angenom­menen, müssen die Beiträge – mit Zustimmung eines unabhängigen Treuhänders – ange­hoben werden. Das Gleiche gilt, wenn die Lebens­erwartung dauer­haft über der kalkulierten liegt. Ältere Kunden sind von Beitrags­erhöhungen über­proportional betroffen. Der Grund: Bei künftig höheren Kosten erweist sich die bereits aufgebaute Alterungs­rück­stellung als zu nied­rig und muss – sozu­sagen rück­wirkend – aufgefüllt werden. Das fällt umso stärker ins Gewicht, je länger der Vertrag läuft.

Bisex-Tarife

Bis zum 20. Dezember 2012 richtete sich der Beitrag in der privaten Kranken­versicherung auch nach dem Geschlecht. Da Frauen länger leben und statistisch gesehen höhere Krank­heits­kosten als Männer haben, zahlten sie höhere Beiträge. Diese alten Tarife heißen Bisex-Tarife und werden für die Bestands­kunden mit geschlechts­spezi­fischen Beträgen weitergeführt.

Unisex-Tarife

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichts­hofs dürfen Versicherer seit dem 21. Dezember 2012 für Neukunden nur noch Tarife mit einheitlichen Beiträgen für Frauen und Männer anbieten. Diese bezeichnet man als Unisex-Tarife. Es ist nicht möglich, aus einem Unisex-Tarif in einen der alten Bisex-Tarife zu wechseln – auch nicht in den Standardtarif, der für lang­jährige Kunden eine güns­tige Ausweich­möglich­keit darstellt, wenn sie die beiträge im Alter nicht mehr aufbringen können.

Versicherungs­berater

Versicherungs­berater bekommen anders als -vermittler kein Geld vom Versicherungs­unternehmen. Sie nehmen ein Beratungs­honorar vom Kunden (Beratersuche zum Beispiel im Internet unter Bvvb.de).

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