Private Kranken­versicherung Mit einem Tarifwechsel viel Geld sparen

Private Kranken­versicherung - Mit einem Tarifwechsel viel Geld sparen
Bis zum Tarifwechsel ist es für privat Kranken­versicherte oft ein steiniger Weg. © Getty Images / EyeEm

Ein Tarifwechsel kann privat Kranken­versicherten helfen, den Beitrag zu senken. Für manchen können Basis­tarif oder Stan­dard­tarif ein Ausweg sein. Wir zeigen, wie der Wechsel funk­tioniert.

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Satte Beitrags­erhöhungen bei der Debeka

Deutsch­lands größter privater Kranken­versicherer, die Debeka, hat massiv die Beiträge erhöht. Beamte, die seit 20 Jahren oder länger versichert sind, zahlen ab 2021 durch­schnitt­lich 17,7 Prozent mehr. Bei Angestellten und Selbst­ständigen erfolgt die Erhöhung in zwei Stufen: 2021 steigen die Beiträge im Schnitt um 14,6 Prozent und 2022 um 6,7 Prozent. Für alle Debeka-Versicherten ist das der größte durch­schnitt­liche Beitrags­anstieg seit dem Jahr 2000, so eine Studie des Iges-Instituts. Auch bei anderen Unternehmen können Kosten­steigerungen im Gesund­heits­wesen und die anhaltend nied­rigen ­Zinsen dazu führen, dass es teurer wird. Besonders betroffen sind meist ältere Menschen.

Tarifwechsel in der privaten Kranken­versicherung

Rechte kennen.
Wir erklären, welche Rechte Sie als Versicherungs­kunde haben und wie Sie sich Ihre Rechte sichern.
Fall­stricke umgehen.
Wir sagen, worauf Sie achten müssen, damit Sie nach einem Wechsel nicht nur güns­tiger, sondern immer noch gut versichert sind.
Richtig vorgehen.
Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft Ihnen, die für Sie geeignete Lösung zu finden.
Stan­dard- und Basis­tarif.
Wir erläutern, wer Zugang zu diesen Sozial­tarifen hat und für wen sie eine gute Lösung sind.
Daten­stand.
Einmal im Jahr legt die Bundes­regierung neue Rechengrößen für die Sozial­versicherung fest. Bei dieser Gelegenheit aktualisieren wir jeweils die Höchst­beiträge für den Standardtarif und Basistarif.

Kunden dürfen jeder­zeit wechseln

Private Kranken­versicherer erhöhen regel­mäßig die Beiträge – das kann vor allem dann zum Problem für die Kunden werden, wenn ihre Einkünfte im Renten­alter sinken. Eine Rück­kehr in die gesetzliche Kranken­versicherung ist dann in der Regel nicht mehr möglich und auch der Wechsel zu anderen Unternehmen hat meist keinen Sinn. Kunden können aber bei ihrem Versicherer in einen güns­tigeren „gleich­artigen“ Tarif wechseln und behalten dabei alle im bisherigen Vertrag erworbenen Rechte – vor allem die Rück­stel­lungen, die der Versicherer für höhere Krank­heits­kosten im Alter gebildet hat.

Tipp: Sie suchen generelle Informationen zur privaten Kranken­versicherung? Alles, was Sie wissen müssen, finden Sie im großen, kostenlosen Special Private Krankenversicherung. Sie wollen neu in die private Kranken­versicherung? Zum Vergleich Private Krankenversicherung.

Rechte durch­zusetzen ist manchmal mühsam

Dieses Wechselrecht ist im Versicherungs­vertrags­gesetz garan­tiert. Für Leistungen, die bereits im jetzigen Vertrag enthalten sind, darf es im neuen Vertrag keine neuen Warte­zeiten, Risiko­zuschläge oder Ausschlüsse geben. Doch ein Wechsel kann mühsam sein, berichten Finanztest-Leser. Damit ein Tarifwechsel sich auch lang­fristig lohnt, kommt es nämlich nicht nur auf die Höhe des Beitrags, sondern auch auf die Leistungen an. Das Wechselrecht in „gleich­artige“ Tarife bedeutet nicht, dass die Verträge identisch sind. Es heißt lediglich, dass jemand zum Beispiel von einem Tarif, der ambulante, stationäre und Zahn­leistungen umfasst, in einen anderen wechseln darf, der ebenfalls diese Leistungs­bereiche abdeckt.

Leistungen in Ruhe vergleichen

Um den Umfang der Leistungen müssen sich Kundinnen und Kunden selber kümmern. Dazu müssen sie ihren eigenen Vertrag gut kennen und mögliche Alternativen Punkt für Punkt vergleichen: Bis zu welcher Höhe zahlt der Versicherer etwa Zahn­ersatz­kosten oder Arzt­honorare? Wäre es akzeptabel, statt des Einbett­zimmers im Kranken­haus ein Zweibett­zimmer zu nehmen? In welchem Umfang sieht der Vertrag Leistungen für Heilpraktikerbe­hand­lung oder teure Hörgeräte vor? Wie hoch ist der jähr­liche Selbst­behalt – also der Betrag, bis zu dem ein Kunde Kosten aus eigener Tasche tragen muss?

Check­listen für Angestellte, Selbst­ständige und Beamte

Unsere Checklisten Private Krankenversicherung für Angestellte, Selbst­ständige und Beamte unterstützen Wechselwil­lige dabei. Mit der Check­liste können Sie Punkt für Punkt ihren jetzigen Vertrag und mögliche Alternativen durch­gehen. So sehen Sie, welche Mehr­leistungen ein anderer Tarif im Vergleich zum derzeitigen Vertrag bietet und an welcher Stelle Sie auf Leistungen verzichten müssten.

Keine Angst vor Gesund­heits­fragen

Sieht der neue Tarif Mehr­leistungen vor, stellt der Versicherer hierfür erneut Gesund­heits­fragen und darf für Erkrankungen einen Risiko­zuschlag verlangen oder Leistungen ausschließen. Verlangt der Versicherer einen zu hohen Risiko­zuschlag, hat der Kunde das Recht, die Mehr­leistungen auszuschließen. Aus Angst vor der Gesund­heits­prüfung von vorneherein pauschal auf alle Mehr­leistungen zu verzichten, ist falsch. In vielen Fällen bekommen Kunden den Vertrag mit besseren Leistungen nämlich ohne Probleme. Verlangt der Versicherer einen Risiko­zuschlag, muss er mitteilen, welches medizi­nische Risiko dazu geführt hat. Auch das ist noch nicht das letzte Wort – bleibt ein Versicherter hartnä­ckig, wird er den Zuschlag unter Umständen noch los.

Stan­dard- und Basis­tarif

Wenn Ihnen Beiträge dauer­haft über den Kopf wachsen, brauchen Sie eine andere Lösung. Infrage kommen die sogenannten Sozial­tarife der privaten Kranken­versicherung. Für die meisten bringt der Standardtarif für Rentner eine deutliche Beitrags­entlastung. Der Basistarifist nur in Ausnahme­fällen geeignet. Hier erfahren Sie im Detail, wer Zugang zu diesen Tarifen hat und welche Leistungen sie bieten.

Dieses Thema wird regel­mäßig aktualisiert. Jüngstes Update: 1. Januar 2021.

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