Kürzt eine private Kranken­versicherung Leistungen, muss sie das im Vertrag deutlich und für Versicherte verständlich machen, urteilte das Land­gericht Coburg (Az. 32 S 57/14).

Der Fall: Ein privat Kranken­versicherter hatte bei seinem Versicherer eine Rechnung für Krankengymnastik und manuelle Therapie einge­reicht. Von den rund 470 Euro erstattete das Unternehmen nur die Hälfte und berief sich auf eine Vertrags­klausel, wonach solche physika­lisch-medizi­nischen Leistungen „100 Prozent wie ärzt­liche Leistungen“ erstattet würden. „Entsprechend zugrundegelegt“ werde die Gebühren­ordnung für Ärzte.

Dass sich hinter dieser Formulierung eine Leistungs­einschränkung verbirgt, sei für einen durch­schnitt­lichen Kunden nicht klar, so das Gericht. Die Klausel sei für den Versicherten über­raschend und benach­teilige ihn unan­gemessen. Der Versicherer muss dem Kunden deshalb den vollen Rechnungs­betrag erstatten.

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