Private Kranken­versicherung Special

Alle Versicherer sind verpflichtet, den Basis­tarif bereit­zuhalten. Seine Leistungen sind branchen­einheitlich, und der Beitrag ist gesetzlich begrenzt.

Ähnliche Leistungen wie in der gesetzlichen Kasse

Der Basis­tarif bietet mit wenigen Ausnahmen die gleichen Leistungen wie die gesetzliche Krankenversicherung. Versicherte erhalten einen Behand­lungs­ausweis, den sie bei Arzt- oder Zahn­arzt­besuchen vorlegen, damit die Ärzte wissen, welche Sätze sie abrechnen können. Der Patient erhält von seinem Arzt für jede Behand­lung eine Rechnung, die er selbst bezahlt. Anschließend rechnet er mit seiner Versicherungs­gesell­schaft ab. Falls Versicherte dies wünschen, können Ärzte auch direkt mit dem Versicherer abrechnen. Über­steigt der Rechnungs­betrag die Erstattung aus dem Basis­tarif, muss der Kunde die Differenz begleichen. Die gesetzlichen Zuzah­lungen, zum Beispiel für Medikamente oder Krankengymnastik, entrichten Basis­tarif-Versicherte nicht wie gesetzlich Versicherte in der Apotheke oder beim Physio­therapeuten. Diese Beträge werden wie in der normalen privaten Kranken­versicherung von der Erstattung abge­zogen.

Der Beitrag ist gesetzlich begrenzt

Der Beitrag für den Basis­tarif beträgt für Erwachsene ab 21 Jahre derzeit maximal 703,32 Euro im Monat (Wert für 2019). Das ist der aktuelle Höchst­beitrag in der gesetzlichen Kranken­versicherung. In der Regel müssen Versicherte im Basis­tarif tatsäch­lich so viel bezahlen. Nur wenn jemand bereits hilfebedürftig im Sinne des Sozial­rechts ist oder wenn ihm wegen des Kranken­versicherungs­beitrags eine solche Hilfebedürftig­keit droht, muss der Versicherer den Beitrag auf die Hälfte des gesetzlichen Höchst­beitrags senken.

Zusätzliche Risiko­zuschläge wegen Vorerkrankungen darf es im Basis­tarif nicht geben. Alle Familien­mitglieder benötigen zudem einen eigenen Vertrag. Ein privat versichertes Ehepaar zahlt also stets zwei Beiträge – jeweils begrenzt auf den Höchst­beitrag. Auch für Kinder sind gesonderte Beiträge zu zahlen. Für Jugend­liche von 16 bis 20 Jahren liegt der Monats­beitrag derzeit bei rund 270 Euro (Wert für 2018). Für Beamte gibt es Varianten des Basis­tarifs, die dem Umfang ihres benötigten Versicherungs­schutzes entsprechen – je nachdem, wie hoch ihr Beihilfe­anspruch ist.

Basis­tarif beim eigenen Versicherer

In den Basis­tarif ihres bisherigen privaten Kranken­versicherers können wechseln:

  • privat Kranken­versicherte, die sich erst ab dem 1. Januar 2009 privat versichert haben,
  • privat Kranken­versicherte, die sich vor dem Januar 2009 privat versichert haben, wenn sie entweder bereits 55 Jahre alt sind, Anspruch auf eine gesetzliche Rente oder ein Ruhe­gehalt nach beamtenrecht­lichen Vorschriften haben, oder hilfebedürftig im Sinne der Sozialgesetz­gebung sind.

Wer zu allen Versicherern kann

Folgende Personen­gruppen müssen seit Januar 2009 von allen Gesell­schaften in den Basis­tarif aufgenommen werden:

  • Alle Menschen, die nicht unter den Schutz der gesetzlichen Kranken­versicherung fallen und die auch nicht anderweitig über ausreichenden Kranken­versicherungs­schutz verfügen. Die Beihilfe, die Beamte von ihrem Dienst­herrn erhalten, gilt allein nicht als ausreichende Absicherung für den Krank­heits­fall.
  • Freiwil­lig gesetzlich Kranken­versicherte, wenn sie den Wechsel in den Basis­tarif inner­halb von sechs Monaten beantragen, nachdem sie versicherungs­frei werden.
  • Privat Kranken­versicherte, die sich ab dem 1. Januar 2009 bei einer anderen Gesell­schaft privat versichert haben. Nur wenn der Antrag­steller bereits einmal bei derselben Gesell­schaft einen Vertrag wegen falscher Gesund­heits­angaben verloren hat, kann ihn diese ablehnen.

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