Private Kranken­versicherer müssen ihre Kunden klar und deutlich auf güns­tigere Tarife hinweisen. Eine Frau hatte für sich und ihre Kinder eine private Kranken­versicherung abge­schlossen. Als diese jeweils das 20. Lebens­jahr erreicht hatten, forderte der Versicherer sie auf, den Erwachsenen­tarif zu zahlen.

Die Mutter erfuhr erst später, dass für Kinder in Ausbildung oder Studium ein deutlich attrakti­verer Tarif gelten könnte. Sie hatte mitten im Text des eng bedruckten Schreibens des Versicherers den Hinweis über­sehen, dass es für Kinder in Ausbildung einen güns­tigeren Ausbildungs­tarif gibt.

Sie verlangte die nach­trägliche Umstellung. Der Versicherer weigerte sich. Die Mutter zog vor Gericht und bekam recht: Dem Versicherer sei es zuzu­muten, in einem maschinell erstellten Schreiben klar und deutlich auf den güns­tigeren Ausbildungs­tarif hinzuweisen, urteilte das Ober­landes­gericht München (Az. 25 U 945/15).

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