Was tun, wenns brennt

Zieht ein Versicherungskunde vor Gericht, muss er zunächst die Anwalts- und Gerichtskosten tragen und oft Gutachter ­bezahlen. Verliert er den Prozess, bleibt er nicht nur auf den strittigen Behandlungskosten sitzen, sondern muss außerdem die Kosten des Gegners übernehmen. Das können leicht mehrere Tausend Euro werden.

Rechtsschutz hilft

Mit einer Rechtsschutzversicherung ist der Kunde gegen diese Kosten geschützt. Hat er keine, sollte er bei einem Streit um einige Hundert Euro keine Klage riskieren. Sich für den aktuellen Fall noch zu versichern, ist nicht möglich.

Kunden können jedoch eine Rechtsschutzversicherung für künftige Streitfälle abschließen. Nur wenn es einmal darum geht, ob der Kunde im Krankenversicherungsantrag Gesundheitsfragen falsch beantwortet hat, nützt eine später abgeschlossene Versicherung nichts.

Draht zum Arzt

Ein guter Draht zum Arzt ist viel wert. Eine individuell ausgearbeitete Bescheinigung vom Arzt oder Zahnarzt, warum welche Therapie notwendig ist, hilft bei einem Rechtsstreit auch dem Anwalt, seine Argumentation aufzubauen.

Selbst wenn der Streit nicht vor Gericht geht, müssen Patienten den Arzt von der Schweigepflicht entbinden, damit die Versicherung den Fall prüfen kann. Schon deshalb ist es sinnvoll, das Vorgehen von ­Anfang an mit dem Arzt abzustimmen.

Vollständige Unterlagen

Zeichnet sich ein Problem mit der Versicherung ab, sollten Patienten von Anfang an alle Rezepte, Atteste, Röntgenbilder, Laborbefunde und die gesamte Korrespondenz sammeln, ordnen und sorgfältig aufbewahren.

Sie haben auch das Recht, Unterlagen vom Versicherer einzufordern: Nach dem neuen Versicherungsvertragsgesetz haben Kunden Anspruch darauf, nicht nur Gutachten, sondern auch medizinische Stellungnahmen von beratenden Ärzten der Versicherungsgesellschaft einzusehen.

Ombudsmann

Der Schlichter kann Versicherten in etlichen Fällen helfen. Versicherte müssen allerdings einen langen Atem haben. Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer im Jahr 2007 betrug 26 Wochen.

Die Verjährung des Streitfalls ist „gehemmt“, solange der Ombudsmann daran arbeitet. Der Kunde verliert also keine wertvolle Zeit, falls er sich später doch noch entschließt, seine Ansprüche gerichtlich geltend zu machen. Auch ein Nein vom Ombudsmann muss der Kunde nicht akzeptieren. Er kann danach immer noch den Versicherer verklagen.

Nicht kündigen

Nur im Extremfall sollten Versicherte einen Wechsel der Versicherungsgesellschaft in Betracht ziehen. Im ersten Halbjahr 2009 haben Bestandskunden zwar die Möglichkeit zu wechseln. Kranken wird es aber kaum gelingen, in einen gleichwertigen und dabei noch bezahlbaren Tarif eines neuen Unternehmens zu wechseln.  

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