Private Krankenversicherung Meldung

Privatpatienten, die den Chefarzt im Krankenhaus nur von weitem zu Gesicht bekommen, müssen das nicht hinnehmen. Ist eine Behandlung durch den Chefarzt vereinbart, muss er diese auch persönlich erbringen. Lässt er sich vertreten, dann darf er dies nicht als eigene ärztliche Leistung abrechnen, hat vor kurzem das Landgericht Offenburg deutlich gemacht (Az. 1 S 57/00).

Die Wahlleistungsvereinbarung, in der der Patient mit dem Krankenhaus die Chefarztbehandlung vereinbarte, enthielt die Klausel: "Im Verhinderungsfall übernimmt die Aufgabe des leitenden Arztes sein Stellvertreter". Diese erklärte das Gericht für unwirksam, da sie den Patienten unangemessen benachteiligt. Schließlich bezahlt der Patient extra dafür, dass er von einem Arzt behandelt wird, zu dem er besonderes Vertrauen hat. Kann der Chefarzt die Behandlung aber für jeden Fall der Abwesenheit einem anderen Arzt übertragen, bekommt der Kranke für sein Geld nur Leistungen, die ihm ohnehin als allgemeine Krankenhausleistungen zustehen. Nur in wirklichen Notfällen, darf sich der Chefarzt vertreten lassen.

Patienten, die privat krankenversichert sind oder eine private stationäre Zusatzversicherung haben, sollten darauf bestehen, die ihnen zugesicherte "Wahlleistung Chefarzt" auch tatsächlich zu bekommen.

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