Private Kranken­versicherung Special

Alle privaten Kranken­versicherer müssen für ihre lang­jährigen Kunden den Stan­dard­tarif anbieten. Ein Wechsel kann den Beitrag erheblich senken.

Leistungen entsprechen denen der gesetzlichen Kassen

Der Stan­dard­tarif ist eine gute Alternative für lang­jährig Versicherte, da sie über viele Jahre in ihrem bisherigen Tarif Alterungs­rück­stel­lungen gebildet haben. Die Leistungen des Stan­dard­tarifs entsprechen etwa denen der gesetzlichen Kassen. War der bisherige Tarif deutlich leistungs­stärker, kann die Versicherungs­gesell­schaft einen Teil der Alterungs­rück­stellung auflösen und zur Beitrags­senkung verwenden. Dadurch kostet die Versicherung im Stan­dard­tarif meistens erheblich weniger als ein normaler Kranken­versicherungs­tarif.

Der Beitrag ist gesetzlich begrenzt

Der gesetzliche Höchst­beitrag für den Stan­dard­tarif beträgt zur Zeit 662,48 Euro im Monat (Wert für 2019). Das ergibt sich aus dem allgemeinen Beitrags­satz der gesetzlichen Krankenkassen vom 1. Januar des Vorjahres und der aktuellen Beitrags­bemessungs­grenze. Mehr dürfen die privaten Versicherer auch im Stan­dard­tarif nicht verlangen. Meistens liegt der Beitrag jedoch deutlich nied­riger – nicht einmal ein Prozent der Stan­dard­tarif Kunden zahlen so viel. Ehepaare bezahlen zusammen maximal 150 Prozent des gesetzlichen Höchst­beitrags, wenn ihr jähr­liches Gesamt­einkommen die Beitrags­bemessungs­grenze der gesetzlichen Kranken­versicherung nicht über­steigt (2019: 54 450 Euro).

Wer in den Stan­dard­tarif kann

Der Stan­dard­tarif steht allen Versicherten offen, die vor dem 1. Januar 2009 in die Private Kranken­versicherung gewechselt sind und seit mindestens zehn Jahren privat kranken­versichert sind. Für Beamte gibt es Varianten des Stan­dard­tarifs, die dem Umfang ihres benötigten Versicherungs­schutzes entsprechen – je nachdem, wie hoch ihr Beihilfe­anspruch ist. Notwendig für die Aufnahme in den Stan­dard­tarif ist außerdem, dass die Kunden

  • mindestens 65 Jahre alt sind oder
  • mindestens 55 Jahre alt sind, wenn ihr gesamtes jähr­liches Einkommen die Beitrags­bemessungs­grenze der gesetzlichen Kranken­versicherung (2019: 54 450 Euro brutto im Jahr ) nicht über­steigt, oder
  • jünger als 55 Jahre alt sind und eine Rente oder eine Pension beziehen oder beantragt haben, wenn ihr gesamtes jähr­liches Einkommen die Beitrags­bemessungs­grenze der gesetzlichen Kranken­versicherung (2019: 54 450 Euro brutto im Jahr) nicht über­steigt.

Ihre Familien­angehörigen, die bei einer Versicherung in der gesetzlichen Kranken­versicherung beitrags­frei familien­versichert wären, können ebenfalls in den Stan­dard­tarif wechseln.

Vorsicht bei Wechsel in Unisex-Tarif

Versicherte, die in einen der seit dem 21. Dezember 2012 neu einge­führten Unisex-Tarife mit geschlechts­unabhängigen Beiträgen gewechselt sind, haben keinen Zutritt zum Stan­dard­tarif. Das gilt selbst dann, wenn sie vom Alter oder Einkommen her die Kriterien für die Aufnahme in den Stan­dard­tarif erfüllen würden.

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