Private Krankenversicherung Meldung

Wer Privatpatient sein möchte, muss viel bezahlen. Private Krankenversicherungen sind teuer. Wir finden günstige Angebote für Sie.

Eine private Krankenversicherung „ab 59  Euro im Monat“? Solche Köder legen Versicherer gern aus. Zuschnappen sollen nicht nur Studenten, Selbstständige, Freiberufler und Beamte, sondern auch freiwillig Ver­si­cherte der gesetzlichen Krankenkassen. Die bezahlen derzeit rund 285 Euro pro Monat und können in die „Private“ wechseln. Viele liebäugeln damit, denn trotz des hohen Kassenbeitrags erleben sie beim Arzt lange Wartezeiten und eine bevorzugte Behandlung der Privatpatienten.

Ein Sparmodell ist die private Krankenversicherung (PKV) dennoch nicht. Ein Vertrag, der mehr bietet als Kassenniveau, würde einen gesunden Mann Mitte 30 rund 300 Euro kosten, eine gleichaltrige Frau sogar 400 Euro. Außerdem: In der Privaten gibt es keine kostenlose Familienmitversi­cherung von Ehepartner und Kindern. Außerdem ist der Rückweg versperrt. Wer einmal privat versichert ist, kommt kaum wieder in die Kasse zurück. Deshalb ist die PKV eher etwas für junge gesunde Männer, die Single sind und bleiben möchten. Auch Beamte fahren mit den Privaten meist günstiger. Im Unterschied zum Kassenmitglied können Privatversicherte selbst entscheiden, welchen Leistungsum­fang sie wünschen. Der Vertrag sollte mindestens die Leistungen der Krankenkassen bieten. Folgendes sollte versichert sein:

Zweibettzimmer mit Chefarztbehandlung im Krankenhaus.

Sehhilfen bei einer Sehschärfenänderung von 0,5 Dioptrien.

Hilfsmittel zu 75 Prozent, mindestens für Krankenfahrstühle, Prothesen, Stützapparate oder für Hörgeräte.

Arzneimittel, die rezeptpflichtig sind.

Heilmittel, auch Massagen, zu 75 Prozent.

Krankentransport vom und zum Krankenhaus bis 100 Kilometer.

Arzt- und Zahnarzthonorare mindestens bis zum Höchstsatz (3,5-fach) der jeweiligen Gebührenordnungen.

Zahnarzt: Einen Rundumschutz, der alle Rechnungen voll abdeckt, gibt es nicht. Es bleibt immer ein Eigenanteil. Zahnersatz und Inlays sollten zu 65 Prozent erstattet werden, Zahnbehandlungen zu 90 Prozent.

Psychotherapie: Hier bieten viele Private schlechtere Leistungen als die Kassen. Der Vertrag sollte 20 Sitzungen im Jahr decken.

Krankentagegeld: Das brauchen Arbeitnehmer, falls sie nach Ende der Lohnfortzahlung noch arbeitsunfähig sind. Im Regelfall sollte dies ab dem 43. Krankheitstag versichert werden. Selbstständige hinge­gen haben den Verdienstausfall sofort und sollten ihn früher versichern. Beamte brauchen das nicht, weil ihre Bezüge auch bei längerer Dienstunfähigkeit weiterlaufen.

Krankenhaustagegeld: Es wird oft zusätzlich angeboten, ist aber unnötig, weil dem Patienten durch einen Klinikaufenthalt kaum Zusatzkosten entstehen.

Hohe Kosten im Alter

Hauptproblem der PKV sind die steigenden Beiträge. Auch wenn die Vertreter mit günstigen Einstiegsprämien werben: Langjährig Versicherte sind an Erhöhungen von 5 Prozent pro Jahr längst gewöhnt. Vor allem bei knapp kalkulierten Schnäppchentarifen schlägt die Teuerung zu. Unsere Faustregel: Wer heute mit Mitte 30 einsteigt, muss damit rechnen, als Rentner mindestens das Dreifache zu zahlen.

Ein Anbieterwechsel hilft meist nicht, den Teuerungen zu entgehen. Denn die Versicherer bilden für jeden Kunden Rückstellungen, um die Mehrkosten im Alter aufzufangen. Versicherte, die ihren Vertrag vor 2009 abgeschlossen haben, können diese Altersrückstellungen nicht zum neuen Anbieter mitnehmen. Deshalb ist der Beitrag dort deutlich höher. Wer erst 2009 in die PKV gegangen ist, kann einen Teil der Rückstellungen mitnehmen.

Ersparnis kann aber ein Wechsel in einen anderen Tarif beim selben Krankenversi­cherer bringen. Dabei bleiben auch die Altersrückstellungen erhalten. Oder der Privatversicherte speckt die Leistungen ab: Zweibett- statt Einbettzimmer oder geringere Erstattungen. Außerdem müssen die Gesellschaften einen günstigen Basistarif anbieten. Der Beitrag entspricht dem der Kassen – allerdings auch die Leistungen.

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