Private Krankenversicherer Meldung

Kassensturz: Erzielt ein Krankenversicherer zu wenig Ertrag am Kapitalmarkt, müssen die Kunden mehr Beitrag zahlen.

Sechs private Krankenversicherungsgesellschaften können möglicherweise im ­kommenden Jahr nicht genügend Kapitalerträge erwirtschaften, um ihre Beitragskalkulation zu halten. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) überprüft derzeit gemeinsam mit den ­Firmen deren Geldanlagen, um festzustellen, ob diese ihren Rechnungszins senken müssen. In der Folge würden die Beiträge für die Kunden deutlich stärker steigen als im Branchendurchschnitt.

Wegen der schwierigen Lage am Kapitalmarkt hatte die Bafin als zuständige Aufsichtsbehörde zunächst vorgeschlagen, den Rechnungszins für alle Krankenversicherer von derzeit 3,5 auf 3,25 Prozent zu ­senken. Die Mehrheit der Versicherer lehnte das aber ab, weil sie für ihre Unternehmen keine Schwierigkeiten sahen, Kapitalerträge oberhalb des Rechnungszinses zu erzielen.

Welche die sechs Problemunternehmen sind und ob sie tatsächlich alle den Rechnungszins senken müssen, gibt die Bafin während der laufenden Gespräche nicht bekannt.

Senkt ein Unternehmen den Rechnungszins, kann es nicht sofort deswegen die Beiträge erhöhen. Erst wenn sich bei der jährlichen Überprüfung für einen bestimmten Tarif herausstellt, dass die Behandlungskosten der Versicherten dauerhaft über den kalkulierten Aufwendungen liegen, wird der Beitrag angepasst. Die Erhöhung kann dann allerdings heftig ausfallen. Kunden, die schon länger in einem Tarif versichert sind, trifft es dabei deutlich härter als Neukunden.

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