Glossar

Allmählich­keits­schäden

So heißen im Versicherungs­deutsch Schäden, die sich erst allmählich zeigen: Der Versicherte hat beispiels­weise bei Reno­vierungs­arbeiten aus Versehen eine Wasser­leitung anbohrt, sodass mit der Zeit ein Wasser­schaden entsteht. Solche Schäden über­nimmt die Privathaft­pflicht­versicherung in der Regel.

Amts­haft­pflicht

Anders als andere Arbeitnehmer haften Beamte und Angestellte im öffent­lichen Dienst unter Umständen persönlich, wenn ihnen fahr­lässig Fehler im Beruf unter­laufen (Haftung bei Amtspflichtverletzung). Sie brauchen deshalb eine Versicherung, die auch dieses Risiko abdeckt.

Au-pairs, Babysitter

Siehe → Tages­mutter, Tages­vater, Tages­eltern.

Bauvorhaben

Kleinere Bauvorhaben sind bei vielen Versicherern abge­deckt, sofern die Arbeiten den Charakter des Hauses nicht verändern. Der Schutz greift, wenn der Versicherte zum Beispiel eine Sauna ein- oder die Terrasse ausbauen möchte. Bauvorhaben sind allerdings nur bei wenigen Versicherern unbe­grenzt geschützt. Viele beschränken den Schutz auf bestimmte Bausummen. Wenn Sie Bauarbeiten jenseits der in Ihrer Privathaft­pflicht mitversicherten Bauvorhaben planen, sollten Sie unbe­dingt eine passende Bauherrenhaftpflichtversicherung abschließen – oder zu einer Privathaft­pflicht­versicherung wechseln, bei der ausreichend große Bauvorhaben mitversichert sind.

Best-Leistungs-Garantie

Mit der Best-Leistungs-Garantie haben Versicherte Anspruch auf die Leistungen, die der insoweit beste deutsche Versicherer bietet, auch wenn diese zunächst nicht zum Leistungs­umfang Ihrer Versicherung gehören. Im Schadens­fall muss der Versicherte nach­weisen, dass die fehlende Leistung im Tarif eines anderen Versicherers mitversichert ist oder dort höhere Leistungen geboten werden.

Daten­austausch und Internetnut­zung

Die Haft­pflicht­versicherer zahlen Schäden durch die unbe­absichtigte Über­tragung von Computerviren bis zu einem bestimmten Maximal­betrag, der je nach Versicherer unterschiedlich hoch ausfällt. Mitversichert sind Haft­pflicht­ansprüche, die im EU-Ausland geltend gemacht werden.

Delikt­unfähige Personen

Laut Gesetz haften Kinder unter sieben Jahren nicht für Schäden. Sie gelten als delikt­unfähig. Im Straßenverkehr liegt die Alters­grenze sogar bei zehn Jahren. Eltern, denen es wichtig ist, dass die von ihren Kindern verursachten Schäden ersetzt werden, sollten einen Tarif wählen, der auch solche Schäden über­nimmt. Je nach Angebot ist der Höchst­betrag unterschiedlich. Delikt­unfähig können auch ältere Personen sein, zum Beispiel aufgrund einer Demenz­erkrankung. In manchen Tarifen sind Schäden durch diesen Personen­kreis mitversichert.

Forderungs­ausfall­deckung

Das ist eine echte Erweiterung über die eigentliche Haft­pflicht hinaus. Der Versicherer zahlt auch dann, wenn der Versicherte selbst einen Haft­pflicht­schaden erleidet, aber vom Verursacher keinen Ersatz bekommt – oft aber erst ab einer Höhe von 2 500 Euro. Einschränkung: Damit der eigene Versicherer zahlt, muss der Geschädigte zuvor alle recht­lichen Möglich­keiten ausgeschöpft haben, um sich das Geld vom Schädiger zu holen. Bei manchen Privathaft­pflicht­versicherungen ist sogar Schaden­ersatz drin, wenn der Schädiger vorsätzlich gehandelt hat und dessen Haft­pflicht­versicherung deshalb nicht zahlt. Das bietet Opfern von Straftaten einen gewissen Mindest­schutz. Der Täter muss bekannt sein. Kann er nicht ding­fest gemacht werden, bleiben dem Opfer noch Leistungen aufgrund des Opferentschädigungsgesetzes.

Gefäl­ligkeits­hand­lung

Eine klassische Gefäl­ligkeits­hand­lung ist die Umzugs­hilfe. Hilft jemand einem Freund und verursacht dabei einen Schaden, gilt ein still­schweigender Haftungs­ausschluss und seine Privathaft­pflicht­versicherung muss den Schaden normaler­weise nicht decken. Allerdings hat der Bundes­gerichts­hof in einem Urteil von 2016 entschieden: Hat der Helfer eine Privathaft­pflicht­versicherung, muss sie in diesem Fall eintreten (Az. VI ZR 467/15). Das gilt auch, wenn in den Versicherungs­bedingungen nichts zu Gefäl­ligkeits­schäden steht.

Geliehene, gemietete Sachen

Wer sich die Kamera des Freundes ausleiht und sie beschädigt, muss den Schaden selbst bezahlen. Normaler­weise zahlen die Versicherer dafür nicht. Es gibt aber Tarife, die Schutz bieten. Mitunter ist der Schutz in der Höhe begrenzt – in anderen Fällen ist eine Selbst­beteiligung einge­baut.

Häusliche Abwässer

Das Schlag­wort bezeichnet Haft­pflicht-Schäden, wie sie durch ein verstopftes Abwasser­rohr oder einen geplatzten Wasch­maschinen­schlauch entstehen können. Auch Abwasser­schäden aus dem Rück­stau des Straßenkanals sind in der Regel mitversichert.

Heiz­öltank

Wenn aus Ihrem Tank Heizöl ausläuft, haften Sie. Das kann sehr teuer werden. In vielen Fällen reicht eine Privathaft­pflicht­versicherung. Wenn Ihre Versicherung keinen Schutz bietet, brauchen Sie entweder eine bessere Privathaft­pflicht­police oder eine spezielle Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung.

Mietsach­schäden

Die Versicherung gleicht Schäden aus, die Sie in gemieteten Wohnungen, Ferien­häusern oder Schrebergärten verursachen. Mitversichert sind fest­einge­baute Gegen­stände wie Wasch­becken oder Einbauküchen. Schäden am Mobiliar zahlt die Privathaft­pflicht­versicherung zwar häufig, aber nicht immer.

Pedelecs

Für Fahr­räder mit Tret­unterstüt­zung und Anfahrt­hilfe, die keine Zulassung brauchen, ist eine Police mit dieser Deckungs­erweiterung nötig. Sonst gehen Versicherte leer aus, die mit Pedelec einen Unfall verursachen und Schaden­ersatz zahlen müssen. Für höchs­tens 25 Stundenkilo­meter schnelle Pedelecs ohne Anfahrt­hilfe ist die Deckungs­erweiterung eigentlich nicht nötig. Die gelten recht­lich nicht als Kraft­fahr­zeuge, sondern sind wie Fahr­räder ohne Elektromotor zu behandeln. Die Deckungs­erweiterung Pedelec ist jedoch bei vielen sehr guten Tarifen enthalten und gibt es aus unserer Sicht keinen Grund, darauf zu verzichten.

Photovoltaik

Viele Anbieter versichern auch Photovoltaikanlagen. Der Versicherer zahlt aber nicht immer für Schäden, die mit der Einspeisung des Stroms in das öffent­liche Stromnetz zusammenhängen. Zuweilen gelten Leistungs­höchst­grenzen für die Anlage.

Schlüssel

Der Verlust von fremden privaten Schlüsseln, etwa von Wohnungs­schlüsseln, ist oft mitversichert – bei allerdings begrenztem Höchst­betrag. Häufig ist diese Leistung von einem Selbst­behalt abhängig. Der Versicherer bezahlt dann mit den genannten Einschränkungen zum Beispiel den Austausch einer Schließ­anlage. Für den Verlust von fremden beruflichen Schlüsseln – beispiels­weise für das Büro – kommen nicht alle Tarife auf.

Tages­mutter, Tages­vater, Tages­eltern

Wer entgeltlich oder unentgeltlich fremde Kinder betreut, kann bei Unfällen in die Haftung geraten. Tages­elten gleich­gestellt sind Babysitter und Au-pairs. Oft gilt eine unterschiedlich hohe Einkommens­grenze. Stets vom Versicherungs­schutz ausgeschlossen ist die Arbeit im Kinder­garten, in der Kita oder im Hort.

Vermietung

Eigentümer, die im selbst genutzten Haus Zimmer oder eine Einlieger­wohnung vermieten, brauchen oft keine zusätzliche Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung. Viele Privathaft­pflicht-Tarife schützen Vermieter vor damit verbundener Haftung. Einzelne Policen zahlen auch bei Schäden, die Mieter in der Ferien­wohnung des Vermieters im Ausland erleiden.

Voll­jährige ledige Kinder

Bei den meisten Privathaft­pflicht­versicherungen sind auch Schäden durch voll­jährige ledige Kinder mitversichert. Meist endet der Versicherungs­schutz mit Abschluss der Berufs­ausbildung oder des Erst­studiums oder spätestens ein Jahr danach. Auch für die Warte­zeit auf eine weitere Ausbildung gilt der Schutz in der Regel. Bei manchem Versicherer endet der Schutz, sobald das Kind eine zweite Ausbildung beginnt oder berufs­tätig wird. Das gilt auch für eine Berufs­tätig­keit, die noch zur Ausbildung gehört wie das Referendariat für Lehrer und Juristen. Außerdem gilt je nach Police: Spätestens am 25. oder 27. Geburts­tag ist Schluss mit dem Versicherungs­schutz über die Eltern.

Vorsorgever­sicherung

Sie ist wichtig, wenn sich die Lebens­umstände ändern. Die Vorsorgever­sicherung bietet einen vorüber­gehenden Schutz für Risiken, die beim Versicherungs­nehmer nach Abschluss des Vertrages neu hinzukommen. Spätestens zum Zeit­punkt, an dem der Versicherungs­beitrag nach Auftreten des neuen Risikos erneut zu zahlen ist, müssen Versicherte den Versicherer informieren und klären, ob ihnen der Vertrag Deckung bietet.

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