Private Haft­pflicht­versicherung

Glossar

14.09.2021
Inhalt

Allmählich­keits­schäden

So heißen im Versicherungs­deutsch Schäden, die sich erst allmählich zeigen: Der Versicherte hat beispiels­weise bei Reno­vierungs­arbeiten aus Versehen eine Wasser­leitung anbohrt, sodass mit der Zeit ein Wasser­schaden entsteht. Solche Schäden über­nimmt die Privathaft­pflicht­versicherung in der Regel.

Amts­haft­pflicht

Anders als andere Arbeitnehmer haften Beamte und Angestellte im öffent­lichen Dienst unter Umständen persönlich, wenn ihnen fahr­lässig Fehler im Beruf unter­laufen (Haftung bei Amtspflichtverletzung). Sie brauchen deshalb eine Versicherung, die auch dieses Risiko abdeckt.

Au-pairs, Babysitter

Siehe → Tages­mutter, Tages­vater, Tages­eltern.

Bauvorhaben

Kleinere Bauvorhaben sind bei vielen Versicherern abge­deckt, sofern die Arbeiten den Charakter des Hauses nicht verändern. Der Schutz greift, wenn der Versicherte zum Beispiel eine Sauna ein- oder die Terrasse ausbauen möchte. Bauvorhaben sind allerdings nur bei wenigen Versicherern unbe­grenzt geschützt. Viele beschränken den Schutz auf bestimmte Bausummen. Wenn Sie Bauarbeiten jenseits der in Ihrer Privathaft­pflicht mitversicherten Bauvorhaben planen, sollten Sie unbe­dingt eine passende Bauherrenhaftpflichtversicherung abschließen – oder zu einer Privathaft­pflicht­versicherung wechseln, bei der ausreichend große Bauvorhaben mitversichert sind.

Best-Leistungs-Garantie

Mit der Best-Leistungs-Garantie haben Versicherte Anspruch auf die Leistungen, die der insoweit beste deutsche Versicherer bietet, auch wenn diese zunächst nicht zum Leistungs­umfang Ihrer Versicherung gehören. Im Schadens­fall muss der Versicherte nach­weisen, dass die fehlende Leistung im Tarif eines anderen Versicherers mitversichert ist oder dort höhere Leistungen geboten werden.

Daten­austausch und Internetnut­zung

Die Haft­pflicht­versicherer zahlen Schäden durch die unbe­absichtigte Über­tragung von Computerviren bis zu einem bestimmten Maximal­betrag, der je nach Versicherer unterschiedlich hoch ausfällt. Mitversichert sind Haft­pflicht­ansprüche, die im EU-Ausland geltend gemacht werden.

Delikt­unfähige Personen

Laut Gesetz haften Kinder unter sieben Jahren nicht für Schäden. Sie gelten als delikt­unfähig. Im Straßenverkehr liegt die Alters­grenze sogar bei zehn Jahren. Eltern, denen es wichtig ist, dass die von ihren Kindern verursachten Schäden ersetzt werden, sollten einen Tarif wählen, der auch solche Schäden über­nimmt. Je nach Angebot ist der Höchst­betrag unterschiedlich. Delikt­unfähig können auch ältere Personen sein, zum Beispiel aufgrund einer Demenz­erkrankung. In manchen Tarifen sind Schäden durch diesen Personen­kreis mitversichert.

Drohnen

Nach dem Luft­verkehrs­gesetz haften Halter von Drohnen selbst dann für durch ihr Gerät verursachte Schäden an Sachen und Personen, wenn sie nichts falsch gemacht haben. Wer seine Drohne ausschließ­lich privat nutzt, kann die Versicherungs­pflicht mit einer guten Privathaft­pflicht­versicherung erfüllen. Viele sehr gute Tarife schließen Drohnen ein. Kommerzielle Drohnenpiloten müssen eine spezielle Drohnen­versicherung abschließen.

Forderungs­ausfall­deckung

Das ist eine echte Erweiterung über die eigentliche Haft­pflicht hinaus. Der Versicherer zahlt auch dann, wenn der Versicherte selbst einen Haft­pflicht­schaden erleidet, aber vom Verursacher keinen Ersatz bekommt – oft aber erst ab einer Höhe von 2 500 Euro. Einschränkung: Damit der eigene Versicherer zahlt, muss der Geschädigte zuvor alle recht­lichen Möglich­keiten ausgeschöpft haben, um sich das Geld vom Schädiger zu holen. Bei manchen Privathaft­pflicht­versicherungen ist sogar Schaden­ersatz drin, wenn der Schädiger vorsätzlich gehandelt hat und dessen Haft­pflicht­versicherung deshalb nicht zahlt. Das bietet Opfern von Straftaten einen gewissen Mindest­schutz. Der Täter muss bekannt sein. Kann er nicht ding­fest gemacht werden, bleiben dem Opfer noch Leistungen aufgrund des Opferentschädigungsgesetzes. Schutz von der Privathaft­pflicht gibt es in diesem Fall nur, wenn die Police auch für diesen Fall etwa unter dem Stich­wort „Opfer­hilfe“ Leistungen vorsieht.

Gefäl­ligkeits­hand­lung

Eine klassische Gefäl­ligkeits­hand­lung ist die Umzugs­hilfe. Hilft jemand einem Freund und verursacht dabei einen Schaden, gilt ein still­schweigender Haftungs­ausschluss und seine Privathaft­pflicht­versicherung muss den Schaden normaler­weise nicht decken. Allerdings hat der Bundes­gerichts­hof in einem Urteil von 2016 entschieden: Hat der Helfer eine Privathaft­pflicht­versicherung, muss sie in diesem Fall eintreten. Das gilt auch, wenn in den Versicherungs­bedingungen nichts zu Gefäl­ligkeits­schäden steht.

Geliehene, gemietete Sachen

Wer sich die Kamera des Freundes ausleiht und sie beschädigt, muss den Schaden selbst bezahlen. Normaler­weise zahlen die Versicherer dafür nicht. Es gibt aber Tarife, die Schutz bieten. Mitunter ist der Schutz in der Höhe begrenzt – in anderen Fällen ist eine Selbst­beteiligung einge­baut.

Haftung unter­einander

Für Schaden­ersatz­forderungen der Versicherten unter­einander zahlen Haft­pflicht­versicherer normaler­weise nicht. Angebote mit der Deckungs­erweiterung „Haft­pflicht­ansprüche unter­einander“ zahlen zumindest für Personenschäden.

Häusliche Abwässer

Das Schlag­wort bezeichnet Haft­pflicht-Schäden, wie sie durch ein verstopftes Abwasser­rohr oder einen geplatzten Wasch­maschinen­schlauch entstehen können. Auch Abwasser­schäden aus dem Rück­stau des Straßenkanals sind in der Regel mitversichert.

Heiz­öltank

Wenn aus Ihrem Tank Heizöl ausläuft, haften Sie. Das kann sehr teuer werden. In vielen Fällen reicht eine Privathaft­pflicht­versicherung. Wenn Ihre Versicherung keinen Schutz bietet, brauchen Sie entweder eine bessere Privathaft­pflicht­police oder eine spezielle Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung.

Mallorca-Deckung

Unter diesem Stich­wort bieten etliche Privathaft­pflicht­versicherungen Schutz für Fahrer von Mietwagen im Ausland. In Ländern wie vor allem Albanien und der Türkei ist die Kfz-Haftpflichtversicherung zuweilen auf recht geringe Höchst­beträge begrenzt. Nach Unfällen mit Schwer­verletzten mit bleibenden Schäden reichen die Zahlungen der für den Mietwagen abge­schlossenen Kfz-Haft­pflicht­versicherung dann oft nicht aus und muss der Unfall­ver­ursacher darüber­hinaus gehende Schäden selbst zahlen. Mit Mallorca-Deckung springt die Privathaft­pflicht­versicherung ein.

Mietsach­schäden

Die Versicherung gleicht Schäden aus, die Sie in gemieteten Wohnungen, Ferien­häusern oder Schrebergärten verursachen. Mitversichert sind fest­einge­baute Gegen­stände wie Wasch­becken oder Einbauküchen. Schäden am Mobiliar zahlt die Privathaft­pflicht­versicherung zwar häufig, aber nicht immer.

Pedelecs

Für Fahr­räder mit Tret­unterstüt­zung und Anfahr­hilfe, die keine Zulassung brauchen, ist eine Police mit dieser Deckungs­erweiterung nötig. Sonst gehen Versicherte leer aus, die mit Pedelec einen Unfall verursachen und Schaden­ersatz zahlen müssen. Für höchs­tens 25 Stundenkilo­meter schnelle Pedelecs ohne Anfahr­hilfe ist die Deckungs­erweiterung eigentlich nicht nötig. Die gelten recht­lich nicht als Kraft­fahr­zeuge, sondern sind wie Fahr­räder ohne Elektromotor zu behandeln. Die Deckungs­erweiterung Pedelec ist jedoch bei vielen sehr guten Tarifen enthalten und gibt es aus unserer Sicht keinen Grund, darauf zu verzichten.

Photovoltaik

Viele Anbieter versichern auch Photovoltaik-Anlagen. Der Versicherer zahlt aber nicht immer für Schäden, die mit der Einspeisung des Stroms in das öffent­liche Stromnetz zusammenhängen. Zuweilen gelten Leistungs­höchst­grenzen für die Anlage.

Schlüssel

Der Verlust von fremden privaten Schlüsseln, etwa von Wohnungs­schlüsseln, ist oft mitversichert – bei allerdings begrenztem Höchst­betrag. Häufig ist diese Leistung von einem Selbst­behalt abhängig. Der Versicherer bezahlt dann mit den genannten Einschränkungen zum Beispiel den Austausch einer Schließ­anlage. Für den Verlust von fremden beruflichen Schlüsseln – beispiels­weise für das Büro – kommen nicht alle Tarife auf.

Tages­mutter, Tages­vater, Tages­eltern

Wer entgeltlich oder unentgeltlich fremde Kinder betreut, kann bei Unfällen in die Haftung geraten. Tages­eltern gleich­gestellt sind Babysitter und Au-pairs. Oft gilt eine unterschiedlich hohe Einkommens­grenze. Stets vom Versicherungs­schutz ausgeschlossen ist die Arbeit im Kinder­garten, in der Kita oder im Hort.

Vermietung

Eigentümer, die im selbst genutzten Haus Zimmer oder eine Einlieger­wohnung vermieten, brauchen oft keine zusätzliche Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung. Viele Privathaft­pflicht-Tarife schützen Vermieter vor damit verbundener Haftung. Einzelne Policen zahlen auch bei Schäden, die Mieter in der Ferien­wohnung des Vermieters im Ausland erleiden.

Voll­jährige ledige Kinder

Bei den meisten Privathaft­pflicht­versicherungen sind auch Schäden durch voll­jährige ledige Kinder mitversichert. Meist endet der Versicherungs­schutz mit Abschluss der Berufs­ausbildung oder des Erst­studiums oder spätestens ein Jahr danach. Auch für die Warte­zeit auf eine weitere Ausbildung gilt der Schutz in der Regel. Bei manchem Versicherer endet der Schutz, sobald das Kind eine zweite Ausbildung beginnt oder berufs­tätig wird. Das gilt auch für eine Berufs­tätig­keit, die noch zur Ausbildung gehört wie das Referendariat für Lehrer und Juristen. Außerdem gilt je nach Police: Spätestens am 25. oder 27. Geburts­tag ist Schluss mit dem Versicherungs­schutz über die Eltern.

Vorsorgever­sicherung

Sie ist wichtig, wenn sich die Lebens­umstände ändern. Die Vorsorgever­sicherung bietet einen vorüber­gehenden Schutz für Risiken, die beim Versicherungs­nehmer nach Abschluss des Vertrages neu hinzukommen. Spätestens zum Zeit­punkt, an dem der Versicherungs­beitrag nach Auftreten des neuen Risikos erneut zu zahlen ist, müssen Versicherte den Versicherer informieren und klären, ob ihnen der Vertrag Deckung bietet.

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14.09.2021

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