Private Haft­pflicht­versicherung Täter zahlt nicht, Versicherer springt ein

15 000 Euro Schmerzens­geld bekommt ein Mann, der zusammen­geschlagen wurde, von seinem privaten Haft­pflicht­versicherer. Der Mann war auf dem Arbeitsweg von einer Person, die hinter einer Haus­ecke lauerte, angegriffen und mit einem Schlagstock am Kopf verletzt worden. Das Gericht sprach ihm 15 000 Euro Schmerzens­geld zu.

Da der Täter zahlungs­unfähig war, wandte sich der Geschädigte an seinen privaten Haft­pflicht­versicherer. Denn sein Tarif enthält Versicherungs­schutz für den Fall, dass die Durch­setzung einer Forderung gegen einen Dritten scheitert – eine Forderungs­ausfall­deckung.

Der Versicherer weigerte sich zu zahlen, da eine vorsätzliche Körperverletzung durch einen Dritten ein ungewöhnliches und gefähr­liches Tun sei, das zum Ausschluss der Zahlungs­pflicht führe. Außerdem sei die in die Insolvenz­tabelle einge­tragene Forderung des Schädigers kein voll­streck­barer Titel. Das Gericht folgte dem nicht und gab dem Opfer recht (BGH, Az. IV ZR 269/14).

Tipp: Die Stiftung Warentest testet regel­mäßig private Haftpflichtversicherungen.

Mehr zum Thema

  • Private Haft­pflicht­versicherung Die besten Tarife für Sie

    - Eine Haft­pflicht­versicherung braucht jeder! Neue Policen leisten oft mehr und sind güns­tiger. Prüfen Sie Ihre Versicherung per Schnellcheck, finden Sie Ihr Top-Angebot.

  • Fahr­rad Acht­jährige haftet für Unfall mit Fußgängerin

    - Auch Kinder, die als Fahr­radfahrer am Straßenverkehr teilnehmen, können haft­bar gemacht werden, wenn sie dabei andere schädigen. So erging es einem acht­jährigen...

  • Sexuelle Selbst­bestimmung Strafe für heimlich abge­streiftes Kondom

    - Es heißt Stealthing und ist für Frauen zum gefürchteten Trend geworden: Der Mann – meist eine Gelegen­heits­bekannt­schaft – zieht vorm Geschlechts­verkehr heimlich das...