Private Haft­pflicht­versicherung Leihe oft nicht versichert

11.08.2014

Wer sich Sachen ausleiht, kann nicht damit rechnen, dass die private Haft­pflicht­versicherung bei Schäden einspringt. Einige sehr gute Haft­pflicht-Policen versichern aber auch Schäden an geliehenen oder gemieteten Sachen – allerdings nur bis zu einer bestimmten Grenze. test.de sagt, welche Versicherer solche Tarife anbieten.

Für Beschädigung und Verlust muss der Ausleihende selbst aufkommen

Die 13-jährige Valeria Wackernagel machte kurz vor den Sommer­ferien in der Talent­woche ihrer Schule mit. Sie begeisterte sich für das Film- und Foto­projekt: Die Schule stellte dafür iPads zur Verfügung, die sie von der Firma Apple ausgeliehen hatte. In einem Nutzungs­vertrag sollten die Eltern unter­schreiben, dass sie für die Beschädigung oder den Verlust des iPads selbst aufkommen. Allein die Reparatur von Bild­schirm­kratzern sollte zirka 250 Euro kosten. Eine Versicherung für die zweiwöchige Nutzungs­dauer bot die Schule nicht an.

Leihsache ersetzt Eigentum – und das ist in der Regel nicht versichert

Sind Schäden während der Ausleihe des Tablets ein Fall für die private Haft­pflicht­versicherung? Diese Frage stellte sich Valerias Mutter. Ein Blick in ihren Versicherungs­vertrag stellt jedoch klar: Für Schäden an fremden Sachen, die geliehen, gemietet, gepachtet oder geleast sind, kommt der Versicherer nicht auf. Der Gedanke dahinter: Die Leihsache ersetzt praktisch Eigentum – und das ist typischer­weise nicht versichert. Dabei ist es unerheblich, ob etwas unentgeltlich oder bei einem gewerb­lichen Verleih gemietet oder geliehen ist. Eine Ausnahme machen Versicherer häufig bei Schäden an Miet­wohnungen.

Top-Tarife mit mehr Schutz

Einige sehr gute Haft­pflicht­tarife bieten mehr Schutz. Bei ihnen sind zum Beispiel auch Schäden an geliehenen und gemieteten Sachen versichert, aber oft begrenzt auf 10 000 oder 50 000 Euro. Auch Valerias Leih-Tablet wäre so finanziell abge­sichert. In unserem aktuellen Test von Privathaft­pflicht­versicherungen boten zum Beispiel Interrisk (Tarif XXL), Asstel (Tarif Komfort) oder Gothaer (Tarif Top) solche Familien­tarife an. Der Jahres­beitrag liegt zwischen 95 Euro und 133 Euro.

Tipp: Eltern sollten sich in ähnlichen Fällen zunächst an die Schule wenden. Oft bietet sie auch eine Versicherungs­lösung an.

Zum Vergleich Private Haftpflichtversicherung.

11.08.2014
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