Private Haftpflicht bei Tchibo Schnelltest

Kaffeehändler Tchibo bietet bis 3. August eine private Haftpflichtversicherung der Asstel für Singles und Familien an. Die Haftpflicht ist eine der wichtigsten Versicherungen, die jeder haben sollte. test.de untersucht im Schnelltest Stärken und Schwächen des Angebots.

Günstig versichert

Tchibo bietet den Plustarif der privaten Haftpflicht vom Versicherer Asstel an. Für Ledige kostet der Schutz 36,46 Euro im Jahr. Familien zahlen für den selben Tarif 58,89 Euro. Diese Preise liegen nach Werbeaussagen 30 Prozent unter dem Normaltarif der Asstel. Das sind sehr günstige Preise. Zum Vergleich: Der preiswerteste mit „gut“ bewertete Familientarif bei der WGV-Schwäbische Allgemeine (Standard) kostete laut der Finanztest-Untersuchung 8/2008 ebenfalls 59 Euro im Jahr. Diese Police bietet eine Versicherungssumme von 6 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden. Beim Asstel-Angebot von Tchibo beträgt die Deckung zwar eine Million Euro weniger, das reicht aber dennoch.

Tipp: Die Versicherungssumme jedes Vertrages sollte mindestens 3 Millionen Euro betragen. Sonst sind Sie im Ernstfall unterversichert.

Grundschutz und etwas mehr

Wer anderen einen Schaden schuldhaft zufügt, haftet mit seinem ganzen Vermögen. Eine Haftpflichtversicherung bewahrt den Verursacher davor und zahlt. Die Asstel-Police bietet alle Leistungen, die jeder Vertrag haben sollte. Damit erfüllt sie den von Finanztest definierten Grundschutz. Über den Grundschutz hinaus ist für Familien mit kleinen Kindern wichtig, dass der Versicherer dafür aufkommt, wenn Tochter oder Sohn etwas anstellen. Kinder unter sieben Jahre sind deliktunfähig. Sie sind im Tchibo-Angebot gut abgesichert, und zwar bis 15 000 Euro. Auch andere typische Schäden sind abgesichert: Verliert etwa der Mieter seinen Schlüssel, der Teil eines Zentralschließsystems ist, kann das sehr teuer werden. Bis 15 000 Euro zahlt die Asstel für die Folgeschäden von Schlüsselverlusten.

Fehlender Schutz

Aber längst nicht alle von Finanztest bewerteten Risiken sind in der Haftpflichtpolice enthalten. Fällt bei Umzügen oder anderen Gefälligkeiten dem Helfer der Spiegel in Scherben, ersetzt die Asstel den Schaden nicht. Viele andere Unternehmen kommen aber dem Schutzbedürfnis ihrer Kunden bei solchen Hilfseinsätzen nach. Die Asstel zahlt nicht für Schäden an geliehenen, gemieteten oder gepachteten Gegenständen. Das ist bei vielen anderen Versicherern genau so: Geht die geborgte Bohrmaschine kaputt, dann erhält der Besitzer keinen Ersatz.

Beitrag steigt nach Schaden

Die angepriesenen 30 Prozent Schadenfreiheitsrabatt sind eine Marketingaktion. Der Neukunde, der direkt bei der Asstel abschließt, erhält 20 Prozent Nachlass, wenn er zuvor zwei Jahre keinen Schaden verursacht hat. Wer bei Tchibo abschließt, spart also nur 10 Prozent. Die Kehrseite der Medaille: Meldet der Kunde der Asstel einen Schaden, stuft sie ihn wie in der Kfz-Versicherung zurück. Der Jahresbeitrag steigt. Eine solche Rückstufung ist in der Haftpflichtversicherung eher selten.

Vergleich: Über 250 Haftpflicht-Tarife im Test

Dieser Artikel ist hilfreich. 1131 Nutzer finden das hilfreich.