Private Bausparkassen Meldung

Zehn Bausparkassen werden Ende Februar 2017 die unbe­grenzte Einlagensicherung für Bauspar­verträge streichen sowie den Schutz bis 250 000 Euro für Tages- und Fest­geld­konten. Eine Über­gangs­frist gibt es nicht. Danach sind die Guthaben nur noch von der gesetzlichen Einlagensicherung geschützt.

Ab März nur noch 100 000 Euro geschützt

Bis zum 28. Februar 2017 sind die Guthaben von Bausparern bei zehn privaten Bausparkassen noch in unbe­grenzter Höhe gesichert. Dann löst der Verband der privaten Bausparkassen den freiwil­ligen Einlagensicherungs­fonds auf. Die Einlagen sind danach nur noch bis zu 100 000 Euro pro Institut und Sparer von der gesetzlichen Einlagensicherung geschützt. In rund 19 000 Bauspar­verträgen liegen höhere Beträge. Das sind 0,2 Prozent des Bestandes, sagt Alexander Nothaft, vom Verband der privaten Bausparkassen. Bauspar­verträge bei diesen Instituten sind betroffen:

  • Aachener Bausparkasse
  • Alte Leipziger Bauspar
  • Bausparkasse Mainz
  • BHW
  • BSQ Bauspar
  • Debeka Bauspar
  • Deutsche Bausparkasse Badenia
  • Deutscher Ring Bauspar
  • Signal Iduna Bauspar
  • Wüstenrot Bausparkasse

Guthaben bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall sind weiterhin unbe­grenzt geschützt, und zwar über die Instituts­sicherung des Bundes­verbandes der Deutschen Volks- und Raiff­eisen­banken. Für Verträge bei der Deutschen Bank Bauspar hat die Deutsche Bank als Mutter eine Zahlungs­verpflichtung im Entschädigungs­fall über­nommen. Auch bei den Landes­bausparkassen gilt weiter die unbe­grenzte Garantie, die von der Instituts­sicherung des Deutschen Sparkassen- und Giro­verbands gedeckt ist.
Tipp: Bausparer haben nach Berechnung des Verbandes durch­schnitt­lich Guthaben in Höhe von 5 500 Euro in ihrem Vertrag liegen. Welche Einlagensicherungs­systeme greifen und in welcher Höhe Spar­einlagen in den einzelnen Finanzhäusern geschützt sind, zeigt die aktuelle Tabelle So funktioniert die Einlagensicherung für Anleger in Deutschland.

Bausparer in der Zwick­mühle

Bausparer, die einen Vertrag bei einer der 10 betroffenen Bausparkassen haben und deren Guthaben 100 000 Euro über­steigt, sitzen in der Zwick­mühle. Entweder lassen sie das Geld in ihrem Vertrag und nehmen künftig die Unsicherheit in Kauf, dass im Fall einer Pleite Teile ihres Guthabens weg sind. Sie müssen darauf vertrauen, dass keine Bausparkasse pleite­geht. Oder sie müssen ihren Bauspar­vertrag aufgeben, wenn sie dieses Risiko nicht eingehen wollen. Und damit ihre Ansprüche auf das Darlehen oder den Bonus möglicher­weise verlieren.

Mehrere Verträge: Was Sparer tun sollten

Wer mehrere Verträge bei einer Bausparkasse hat, die zusammen ein Guthaben von mehr als 100 000 Euro aufweisen, sollte den Kontrakt kündigen, der für seine Planungen die geringste Bedeutung hat. Denn pro Institut sind von der gesetzlichen Einlagensicherung nur 100 000 Euro für jeden Sparer gesichert. Hat er zum Beispiel ein Fest­geld­konto und einen oder mehrere Bauspar­verträge bei einem Institut, kann es ratsam sein, das Fest­geld aufzulösen, um keine weiteren Ansprüche aus den Bauspardarlehen zu verlieren. Bislang waren Tages- und Fest­geld­konten bis zu einer Höhe von 250 000 Euro geschützt. Ab März 2017 liegt die Ober­grenze auch hier bei 100 000 Euro.

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