Welche Geldanlage für die private Altersvorsorge für wen am besten ist, hängt vor allem von der Zeit bis zur Rente und der notwendigen Sicherheit ab. Unser Test zeigt, wann private Rentenversicherungen, Aktien- oder Rentenfonds oder aber Bank- und sogar Bausparpläne die richtige Wahl sind.

Schon mit 50 Euro ist jeder dabei. Wer diese Summe Monat für Monat spart, hat nach 35 Jahren 33 400 Euro zusammen. Vorausgesetzt, er erzielt eine Rendite von 2,5 Prozent im Jahr. Ist ein Sparer unbescheidener und hofft er sogar auf 9 Prozent mit einem Aktienfonds, kann er sich bei gleichem Einsatz am Ende über 135 650 Euro freuen.

So weit die Theorie. In der Praxis muss sich jeder entscheiden, ob er sein Geld in Investmentfonds mit hohen Renditechancen steckt und dafür auch mögliche Verluste erträgt. Oder geht er doch lieber auf Nummer Sicher und schließt einen langlaufenden Banksparplan mit bescheideneren Erträgen um 3 bis 4,5 Prozent Zinsen im Jahr ab. Vielleicht will ein Sparer aber auch jetzt schon ganz genau wissen, auf welche garantierte Rente er sich auf jeden Fall verlassen kann, wenn er in 55 Jahren seinen 85. Geburtstag feiert. Dann bleibt ihm nur der Abschluss einer privaten Rentenversicherung.

Bei einem guten Versicherer kann er sich mit einem Beitrag von 50 Euro im Monat, den er 35 Jahre lang bis zu seinem 65. Geburtstag einzahlt, eine garantierte Kapitalabfindung von 31 000 Euro oder eine garantierte lebenslange Rente von 147 Euro sichern. Frauen bekämen wegen ihrer längeren Lebenserwartung nur 128 Euro Rente.

Verfügt der Anleger bereits beim Einstieg in eine Geldanlage über ein gewisses Vermögen von beispielsweise 40 000 Euro in sicheren Zinsanlagen, sollte er auch an die Steuer denken. Seinen Sparerfreibetrag hätte er damit meist schon ausgeschöpft. Wer bei Null anfängt, hat anfangs nirgendwo ein Steuerproblem.

Alternativen geprüft

Unser Vergleich verschiedener Ange­bote für die Altersvorsorge über eine Ansparphase von zwölf Jahren zeigt klar die Stärken und Schwächen der einzelnen Produkte. Untersucht wurden private Rentenversicherungen (siehe „Ein Leben lang“), Fondssparpläne (siehe „Chance auf mehr“) und langlaufende festverzinste Sparpläne von Banken und Bausparkassen (siehe „Ruhig schlafen“).

Entscheidende Kriterien sind die sichere und die mögliche Rendite, die Besteuerung der Erträge, die Flexibilität und das Vermögen nach drei Jahren. Letzteres zeigt, was bei einem vorzeitigen Ausstieg nach drei Jahren passiert.

Die Zahlenangaben für die sichere Rendite in Zeile 2 in der Übersicht „Rendite, Steuer, Flexibilität, vorzeitiger Ausstieg“ jeweils für die Angebote mit den höchsten garantierten Leistungen. Das gilt auch für die mögliche Rendite in Zeile 3. Ob ein Sparer diese Ergebnisse erreicht, hängt also immer von der Wahl eines sehr guten Angebots ab.

Nur bei den Banksparplänen und beim Bausparen sind auch die möglichen Renditen sicher, denn in beiden Fällen werden sie von Beginn an fest zugesagt. Bei Rentenversicherungen kann der Sparer dagegen nicht wissen, ob die angekündigte Überschussbeteiligung erreicht wird. Auch wir können das nicht vorhersagen. Deshalb haben wir auch keine Zahlen dazu veröffentlicht.

Die Angaben zu den Renditeerwartungen bei Fondssparplänen beruhen auf Simulationsrechnungen, die wir auf ­Basis von Erfahrungswerten der Vergangenheit durchgeführt haben. Ob ein Anleger, der zwölf Jahre lang monatlich 100 Euro in einen Aktienfondssparplan steckt, am Ende wirklich eine Rendite von jährlich 7 bis 10 Prozent erzielt, ist offen. Es kann mehr sein, auch weniger.

Sicher ist sicher

Die Ergebnisse zeigen: Ein Anleger, für den Sicherheit der wichtigste Punkt einer Investition ist, für den sind festverzinsliche Sparpläne von Banken und Bausparkassen erste Wahl. Beide haben jedoch den Nachteil, dass bei großen Sparvermögen Steuern fällig werden. Bei der steuerbegünstigten privaten Rentenversicherung ist das kein Thema. Dafür gibt es hier viel weniger Garantie. Auf eine möglichst hohe Überschussbeteiligung kann der Sparer nur hoffen.

Eine vorteilhafte Mischung zwischen sicherer und möglicher Rendite bietet der Mix aus 25 Prozent Aktien und 75 Prozent Renten in entsprechend gemischten Investmentfonds. Allerdings ist bei dieser Ausrichtung ebenfalls ein größerer Teil der Erträge steuerpflichtig.

Hohe Renditechancen bei gleichzeitiger weitgehender Steuerfreiheit haben reine Aktienfonds oder der Mix aus 75 Prozent Aktien und 25 Prozent Rentenpapieren. Die in der Übersicht zugrunde gelegte Laufzeit von zwölf Jahren ist für Fonds relativ kurz. Der Anleger kann in dieser knappen Frist bei solchen Varianten nicht sicher sein, dass er nicht sogar Geld verliert, wenn er verkauft.

Flexibilität

Das kann ihm aber auch mit einer Rentenversicherung passieren, nämlich wenn er vorzeitig aussteigt. Manchmal bekommt der Sparer dann nur einen Bruchteil seines eingezahlten Geldes zurück. Beiträge für Rentenversicherungen sollten bis zum Ende der Ansparphase gezahlt werden. Sonst lohnt sich diese Geldanlage nicht. Mit diesem Produkt sind Sparer also kaum flexibel.

Auch ein langlaufender festverzinslicher Sparplan sollte möglichst über die vereinbarte Laufzeit hinweg durchge­halten werden. Ansonsten drohen zumindest Renditeeinbußen.

Mit Investmentfonds sind Anleger frei. Hier können sie in von ihnen gewünschten Abständen Fondsanteile von einem oder mehreren Fonds kaufen. Sie können ihre Zahlungen jederzeit senken, erhöhen, stoppen oder ihre Anteile verkaufen. Ob und welcher Verlust mit einem Verkauf verbunden ist, hängt vom jeweiligen Kurswert ab.

Richtig kombinieren

Wie sollte nun wer bei seiner Altersvorsorge vorgehen? Angestellte und Beamte bekommen im Alter eine gesetzliche Rente oder eine Pension. Beide dürften für künftige Generationen nach den jüngsten Reformen immer weniger für den Ruhestand reichen. Dieses Minus sollten Betroffene ausgleichen, am besten zunächst über die staatlich geförderte Riester-Rente.

Die Riester-Rente hat einen schlechten Ruf. Doch der ist unbegründet, denn die Förderung ist attraktiv. Jeder, der sie bekommen kann, sollte zugreifen. Durch die Steuerfreiheit der Beiträge und die staatliche Zulage sind Riester-Produkte heute die renditestärksten sicheren Geldanlageangebote.

Riester allein reicht aber nicht für ein finanziell sorgenfreies Leben im Alter. Gibt es ein attraktives betriebliches ­Vorsorgeangebot, sollten Arbeitnehmer dies prüfen. So können sie von steuerfreien und bis Ende 2008 sozialversicherungsfreien Beiträgen profitieren.

Für weitere Vorsorge sollten junge Leute grundsätzlich viel in Aktienfonds sparen. Langfristig ist hier eine gute Rendite sehr wahrscheinlich. Über die vielen Jahre lassen sich auch schwächere Börsenphasen aussitzen. Auch bei betrieblichen Vorsorgeangeboten können Fondsvarianten genutzt werden.

Wer jenseits der 40 schon einiges an Vermögen angehäuft hat, kombiniert seine Vorsorge außerdem vielleicht mit einer aufgeschobenen Rentenversicherung. Hier zahlt er in der Ansparphase keine Steuern. Bei der ausgezahlten Rente wird später nur der Ertragsanteil versteuert. Eine Einmalauszahlung kann er durch sein Kapitalwahlrecht am Ende der Ansparphase trotzdem haben.

Je älter ein Sparer wird, desto stärker sollte er risikoarme Zinsanlagen bevorzugen. Das betrifft neue Sparvorhaben, die er anfängt. Ist er jenseits der 50, sollte er vor allem auf festverzinste Sparpläne oder auf Sparpläne mit Rentenfonds setzen. Vermögen in Aktienfondsanteilen sollte er gegen Ende der Ansparzeit in sichere Anlagen umschichten. Vorausgesetzt, dass die Kurse gerade auf ­einem vertretbaren Niveau sind. Wenn nicht, heißt es warten.

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