Eine private Altersvorsorge, perfekt auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten, ist gar nicht so schwer zu finden. Vorsorgesparer müssen bei der Auswahl nur bestimmte Kriterien wie Lebensalter, Risikobereitschaft oder Renditeerwartungen berücksichtigen. Denn Anlageformen wie private Rentenversicherungen, Aktien- oder Rentenfonds, Bank- sowie Bausparpläne sind nicht für alle Vorsorgesparer gleichermaßen optimal. Finanztest unterstützt bei der Auswahl und sagt, welche Formen der privaten Altersvorsorge für Sparer in unterschiedlichen Lebensabschnitten und - situationen erste Wahl sind und sagt, worauf sie vor Vertragsabschluss achten sollten.

Riester als Einstieg

Das Minus der gesetzlichen Rente sollten Vorsorgesparer zunächst über die staatlich geförderte Riester-Rente ausgleichen. Diese ist besser als ihr Ruf. Denn durch die Steuerfreiheit der Beiträge und die staatlichen Zulagen sind Riester-Produkte besonders renditestark und gleichzeitig auch besonders sicher.

Alter beachten

Allerdings reicht Riestern allein nicht aus, um im Alter finanziell sorgenfrei zu leben. Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl weiterer Vorsorgeprodukte: das Lebensalter. Grundsätzlich gilt: Je älter Sparer sind, desto eher sollten sie auf risikoarme Anlagen setzen. So sind etwa Sparpläne mit Rentenfonds oder festverzinste Sparpläne für Menschen über 50 Jahre erste Wahl. Junge Leute können sich dagegen mehr auf Aktienfonds konzentrieren. Denn sie haben die Zeit, mögliche Verluste auszusitzen.

Chancen und Risiken

Ebenfalls wichtig bei der Auswahl: Die Risikobereitschaft von Anlegern. Wer auf jeden Fall immer eine sichere Aufwärtsbewegung wünscht, sollte sich für festverzinsliche Sparpläne von Banken und Bausparkassen entscheiden. Denn hier werden dem Sparer die Renditen von Beginn an fest zugesagt. Bei anderen Anlagen wie Rentenversicherungen oder Aktienpapieren steht die Rendite nicht fest. Sie kann je nach Marktsituation über oder unter dem angestrebten Wert liegen.

Steuervorteile beachten

Auch mögliche Steuervorteile sollten Vorsorgesparer bei der Auswahl berücksichtigen. Rentenversicherungen etwa sind steuerbegünstigt. Auf die Erträge von festverzinslichen Sparplänen müssen Anleger dagegen Steuern zahlen, wenn der Sparerfreibetrag überschritten ist. Gute Alternative: ein Mix aus Aktien- und Rentenpapieren oder ein Engagement in reine Aktienfonds. Damit erreichen Sparer hohe Renditechancen bei gleichzeitig weitgehender Steuerfreiheit.

Flexibel oder starr

Nicht mit jeder Anlage sind Vorsorgesparer flexibel. Rentenversicherung lohnen nur, wenn Anleger nicht vorzeitig aussteigen. Auch ein langlaufender festverzinslicher Sparplan sollte möglichst über die vereinbarte Laufzeit durchgehalten werden. Sonst drohen Renditeeinbußen. Anders Investmentfonds: Anleger können ihre Fondsanteile verkaufen oder neue Anteile zukaufen. Zudem können sie die Zahlungen jederzeit erhöhen oder reduzieren. Ob es dabei zu Verlusten kommt oder Anleger sogar Gewinne einfahren, hängt vom jeweiligen Kurswert ab.

Hinweis: Finanztest erläutert in der Titelgeschichte ausführlich die Anlageformen private Rentenversicherungen, Fondssparpläne und festverzinsliche Sparpläne - inklusive Top-Ten-Tabellen.

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