Privatdarlehen Zinsen für Darlehen an Angehörige versteuern?

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Hans T. aus Bonn: Ich habe meinem Sohn ein Darlehen gegeben. Muss ich die Zinsen, die er mir zahlt, beim Finanz­amt versteuern?

Finanztest: Ja. Wie viel das Finanz­amt von Ihren Zinsen abbe­kommt, hängt aber davon ab, was Ihr Sohn mit dem Geld macht.

Setzt er das Darlehen ein, um Einkünfte zu erzielen, müssen Sie die Zinsen über die Steuererklärung mit Ihrem persönlichen Steu­ersatz versteuern und erhalten keinen Sparerpausch­betrag. Damit müssen Sie zum Beispiel rechnen, wenn Ihr Sohn mit dem Darlehen eine vermietete Eigentums­wohnung finanziert und die an Sie gezahlten Zinsen als Werbungs­kosten absetzt. Dann zahlen Sie dafür je nach zu versteuerndem Einkommen bis zu 45 Prozent Einkommensteuer.

Finanziert Ihr Sohn mit dem Darlehen Privates wie ein Auto oder Eigenheim, gilt dagegen die Abgeltung­steuer. Das Finanz­amt berück­sichtigt Ihren Sparerpausch­betrag und erhält für Zins­einkünfte, die höher sind, 25 Prozent Kapital­ertrag­steuer. Ist Ihr persönlicher Steu­ersatz nied­riger, zahlen Sie diesen, wenn Sie alle Kapital­erträge in der Steuererklärung angeben und die Güns­tiger­prüfung beantragen.

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mhuprich am 21.02.2016 um 08:51 Uhr
Zinsfreies Darlehen an meine Tochter

Ich möchte ein zinsfreies Darlehen meiner Tochter geben. Müssen wir bei der Steuererklärung dieses berücksichtigen?

Profilbild Stiftung_Warentest am 05.01.2015 um 16:07 Uhr
Neue Wahl für Verwandte

@Testleser_2359: Im nächsten Heft werden wir dazu berichten. Die Finanzverwaltung setzt das Urteil des BFH um. Wer Familienangehörigen zu marktgerechten Konditionen ein Darlehen gewährt, zahlt auch in 2015 die Abgeltungssteuer. Liegt der persönliche Steuersatz unter 25 % und beantragt der Steuerzahler die Günstigerprüfung, kommt der persönliche Steuersatz zum Zug. In diesem Fall wirkt sich der ab 2014 rückwirkend geltende Wegfall des Härteausgleichs aus. (maa)

Testleser_2359 am 03.01.2015 um 17:40 Uhr
Achtung! Rückwirkende Änderung für 2014

Laut FT 01/2015 wurde für Neben­einkünfte eine rückwirkende Änderung beschlossen:
FT-Zitat: "Für Arbeitnehmer, Beamte und Pensionäre, die Kapital­einkünfte mit ihrem eigenen Steu­ersatz versteuern, entfällt der Steuer­vorteil durch den Härte­ausgleich. Es gibt die Vergüns­tigung nur noch für andere Neben­einkünfte – zum Beispiel aus Mieten oder selbst­ständiger Arbeit. Sie sind steuerfrei, wenn sie nicht über 410 Euro im Jahr hinaus­gehen. Liegen sie über 410 Euro, aber unter 820 Euro, bleibt ein Teil verschont. Das Finanz­amt ermittelt den steuerfreien Betrag, indem es alle Neben­einkünfte von der 820-Euro-Grenze abzieht."
Inwieweit dazu noch das BFH-Urteil (Az. VIII R 9/13, VIII R 44/13, VIII R 35/13) zum Tragen kommt, entzieht sich meiner Kenntnis (s. Meldung unter www.test.de/Zinsen-Vorteil-fuer-Privatdarlehen-4752347-0/)

Profilbild Stiftung_Warentest am 25.03.2014 um 14:40 Uhr
steuerfreie Zinserträge aus Privatdarlehen

@Testleser_2359: Vielen Dank für die zutreffende Ergänzung. Die Eintragung erfolgt in der Anlage Kap 2013 in der Zeile 25 (Laufende Einkünfte aus sonstigen Kapitalforderungen ...). In der Anleitung zur Anlage KAP Zeile 25 steht die folgende Erläuterung dazu: „Haben Sie einer Ihnen nahe stehenden Person z. B. ein Darlehen gewährt, sind die daraus erzielten Erträge abzüglich der darauf entfallenden Werbungskosten als Einkünfte nicht in Zeile 16 oder 17, sondern in Zeile 25 zu erklären, soweit die den Kapitalerträgen entsprechenden Aufwendungen beim Schuldner Betriebsausgaben oder Werbungskosten sind. ... Ein Sparer-Pauschbetrag wird für diese Erträge nicht gewährt.“ (maa)

Testleser_2359 am 09.03.2014 um 17:23 Uhr
Eventuell doch steuerfrei

Bezüglich "Setzt er das Darlehen ein, um Einkünfte zu erzielen, müssen Sie die Zinsen über die Steuererklärung mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuern" ist die StiWa-Antwort nicht ganz vollständig:
Werden neben AN-Einkünften nur bis zu 410 €/a sonstige Einkünfte (also auch solche oben genannte Zinseinkünfte) erzielt, bleiben diese ebenfalls steuerfrei; im Übergangsbereich bis zu 820 €/a bleiben sie teilweise steuerfrei. Wenn allerdings die sonstigen Einkünfte höher als 820 €/a sind, unterliegt der gesamte Betrag dem persönlichen Steuersatz.
Das Finanzamt berücksichtigt dies automatisch, vorausgesetzt, dass solche Kapitaleinkünfte in der "richtigen" Zeile deklariert werden, nämlich als "Sonstige Kapitalforderungen, die der tariflichen Einkommenssteuer unterliegen".
Wichtig: Sonstige Einkünfte sind alle Einkünfte, außer AN-Einkünfte und Kapitaleinkünfte, die der Abschlagssteuer unterliegen!