Privatcomputer Meldung

Als erstes Bundesland schafft Nordrhein-Westfalen Klarheit: Käufer eines Privat-PC dürfen die Ausgaben nach privatem und beruflichem Nutzungsanteil aufteilen und den beruflichen Kostenanteil als Werbungskosten abziehen (S 2354 -1 - V B 3). Allerdings müssen sie weiterhin nachweisen oder glaubhaft machen, wie viel und wozu sie ihren PC beruflich nutzen. Ähnlich lautende Erlasse sind aus den anderen Bundesländern zu erwarten.

Eine Vereinfachung wird es vorerst nicht geben. Die Finanzverwaltung konn­te sich nicht zu einer bundeseinheitlichen Pauschallösung durchringen, nach der Arbeitnehmer wie bei der Entfernungspauschale generell einen bestimmten Kostenanteil geltend machen können. So bleibt der Heim-PC ein Einzelfall, den der Finanzbeamte absegnen muss.

Tipp: PC-Käufer sollten vom ersten Tag der Nutzung an notieren, wann und wie viel sie den PC pro Tag/pro Woche im Einsatz haben. Am besten führen sie dazu ein Computernutzungsbuch und unterscheiden darin private und beruf­liche Nutzung. Außerdem erläutern Steuerzahler, wozu sie den PC beruflich und privat nutzen. Bleibt die Behörde stur, legen sie Einspruch ein und beantragen Ruhen des Verfahrens bis zur Entscheidung des in ähnlicher Sache anhängigen Verfahrens beim Bundesfinanzhof (Az. VI R 30/00).

Beispiel: Wie Sie die Kosten aufteilen

Durchschnittliche Nutzung des Computers im Monat 12 Stunden, davon

  • 7 Stunden für den Arbeitgeber
  • 2 Stunden für Weiterbildung
  • 3 Stunden private Nutzung

Anteil der beruflichen Nutzung: 75 Prozent (9 Stunden von 12 Stunden)

Anteil der privaten Nutzung: 25 Prozent (3 Stunden von 12 Stunden)

Absetzbare Werbungskosten: 75 Prozent der jährlichen Abschreibung (AfA) verteilt über die dreijährige Nutzungsdauer. Kaufen Sie zum Beispiel im Mai einen PC für 1 500 Euro, können Sie für 75 Prozent berufliche Nutzung über drei Jahre jeweils 375 Euro (75 Prozent von 500 Euro pro Jahr) angeben.

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