Wird der PC teils beruflich und teils privat genutzt, muss das Finanzamt mindestens 50 Prozent der Kosten abhaken.

Der Durchbruch ist da: Arbeitnehmer, die zu Hause öfter am PC arbeiten und das Gerät auch privat nutzen, können zumindest anteilig Kosten geltend machen, hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden. Es gebe keinen Anlass zur Vermutung, dass der privat angeschaffte PC für zu Hause überwiegend privat genutzt werde, macht ein Grundsatzurteil klar (Az. VI R 135/01).

Kostenaufteilung möglich

Sechs Jahre hat Dietmar Gras aus Rheinland-Pfalz auf dieses Urteil gewartet. Der technische Angestellte der Telekom hatte in der Steuererklärung 1997 913 Euro für einen PC sowie 345 Euro für Scanner, Drucker und Computerzubehör als Werbungskosten angegeben. Sein Arbeitgeber hatte ihm bescheinigt, dass er den PC „in großem Maße für berufliche Zwecke und zur Arbeitsvorbereitung“ nutzt. Aber das Finanzamt lehnte ab, weil Gras mit dem PC ab und zu private Papiere schreibt.

Doch Dietmar Gras gab nicht nach und reichte Klage beim Finanzgericht Rheinland-Pfalz ein. Mit Erfolg. Das Finanzgericht wich zum ersten Mal von der üblichen Rechtsprechung ab. Wegen der beruflichen Mitbenutzung müsse das Finanzamt zumindest 35 Prozent der Kosten anerkennen.

Jetzt erlauben die obersten Finanzrichter vom BFH sogar einen noch ­höheren Kostenansatz. Ist der Privat-PC öfter für berufliche Zwecke in Gebrauch, muss das Finanzamt den beruflichen Nutzungsanteil sogar auf 50 Prozent schätzen. Folglich muss es bei Gras nun 50 Prozent der Kosten anerkennen.

Noch höheren Kostenabzug akzeptiert das Finanzamt, wenn Dietmar Gras mehr als 50 Prozent berufliche Nutzung zum Beispiel mit einem Computerfahrtenbuch nachweist (siehe Tipps). Bei 90 Prozent muss die Behörde sogar die vollen Ausgaben anerkennen.

Keine Sonderregel für PC-Zubehör

In einer Sache pfiffen die BFH-Richter das Finanzgericht Rheinland-Pfalz zurück. Scanner, Drucker und andere Zusatzgeräte seien nicht selbstständig einsatzfähig. Sie sind daher nicht einzeln, sondern zusammen mit dem PC über drei Jahre abzuschreiben.

Ausgenommen sind Kombigeräte wie Drucker, die selbstständig auch als Fax oder Kopierer funktionieren. Das gilt auch für externe Datenspeicher, die unabhängig vom Rechner Daten transportieren, speichern und sichern. Kosten diese Teile nicht mehr als 475,60 Euro, können Nutzer die Ausgaben sofort im Jahr des Kaufs geltend machen.

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