Privatbank Reithinger Meldung

Seit die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) dem Bankhaus Reit­hinger verboten hat, Bankgeschäfte zu betreiben und Geld auszuzahlen, erreichen uns Leserfragen. Hier die ­wichtigsten im Überblick:

Wann kommen die Anleger wieder an ihr Geld?

Einen genauen Termin dafür gibt es nicht. Schafft es das Bankhaus nicht, bis zum 12. September gegen das Moratorium der Bafin vorzugehen, kann diese den Entschädigungsfall feststellen. Das ist die gesetzliche ­Voraussetzung dafür, dass die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken Geld zahlt. Sie wird dann die Kunden anschreiben. Laut Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz sollen die Kunden, die die Bank entschädigen muss, innerhalb von drei Monaten ihr Geld erhalten.

Wie viel Geld gibt es zurück?

Das hängt von der Anlageform ab: Anleger, die Sparbriefe, Sparbücher, Fest- und Tagesgeld und Girokonten bei ­­Reithinger haben, erhalten 90 Prozent ihres Geldes zurück, höchstens jedoch 20 000 Euro. Wer sein Geld vor dem 14. Oktober 2002 angelegt hat, bekommt alles zurück – es sei denn, er hat mehr als 1 541 000 Euro dort angelegt. Die Bank war bis dahin im Einlagensicherungsfonds. Für Inhaberschuldverschreibungen und Genussrechte kommt die Entschädigungseinrichtung nicht auf. Ob und wie viel Geld ­solche Anleger zurückerhalten, klärt sich im Laufe des Insolvenzverfahrens.

Was ist mit Wertpapierdepots?

Depotkunden der Bank erleiden keinen Schaden, weil die Wertpapiere Eigentum des Kunden bleiben.

Was sollten die Kreditkunden tun?

Wer ein grundbuchbesichertes Baudarlehen hat, zahlt ganz normal seine monatlichen Raten weiter. Zehn Jahre nach dem vollständigen Empfang des Darlehensbetrags kann er wie bei jeder Bank kündigen, ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung zu zahlen. Er könnte dann durch Umschulden die derzeit günstigeren Zinskonditionen nutzen.

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