Preisvergleich Eau de Toilette Meldung

Viel Luft bei den Preisen für Düfte: Manch einer ist sogar zum halben Preis zu bekommen. Die Schnäppchensuche erfordert aber etwas Zeit.

„Schon Marlene Dietrich gehörte zu unseren Kunden“, erzählt Lutz Lehmann stolz. Schon seit mehr als 80 Jahren ist seine Parfümerie in der Berliner Kantstraße in Familienbesitz. Unter 50 Duftnoten sucht sich der Kunde hier das heraus, was ihm gefällt – von Moschus oder Maiglöckchen bis zu „Singapore Patchouly“ oder „Cochabamba“. Auch persönliche Mischungen sind möglich. Jeder kann sich seine individuelle Duftkombination selbst zusammenstellen. Bezahlt wird nach Menge. Der Preis für den Flakon kommt noch hinzu, oder der Kunde bringt ihn selbst mit.

Kein Verlegenheitsgeschenk

Zur Weihnachtszeit rechnet auch Lehmann mit steigender Nachfrage. „Aber Parfüms sind keine Verlegenheitsgeschenke auf die Schnelle“, warnt er. Man sollte die Vorlieben und Abneigungen des zu Beschenkenden gut kennen, sonst könnte es zu herben Enttäuschungen kommen. Wichtig sei auch, nicht gleich nach dem ersten Eindruck zu kaufen, sondern sich Zeit zu nehmen und den Duft einwirken zu lassen. „Ein Parfüm muss sich auf der Haut erst einmal entwickeln können“, sagt Lehmann

Parfüm am teuersten

Diese Tipps gelten für alle Parfüms, auch für die Duftkreationen internationaler Designermarken in aufwendigen Flakons, für die oft viel Geld verlangt wird. Der Preis hängt nicht zuletzt von der Konzentration der Parfümöle ab. Je geringer die Duftstoffkonzentration, desto preiswerter ist üblicherweise das Produkt. Bei Parfüms liegt sie zwischen 15 und 40 Prozent. Bei dem stärker verdünnten Eau de Parfum beträgt sie noch 8 bis 12 Prozent, bei Eau de Toilette nur 4 bis 8 Prozent. Am wenigsten Parfümöle enthält das Eau de Cologne, nämlich nur zwischen 2 und 4 Prozent.

Der Markt ist heiß umkämpft: Jahr für Jahr kommen 80 bis 100 neue Düfte in die Verkaufsregale. Wenige dieser Newcomer haben Erfolg, viele dagegen nur eine kurze Überlebensdauer. „Nach fünf Jahren steht davon höchstens noch eines zum Kauf“, schätzt Elmar Keldenich, Geschäftsführer des Bundesverbands Parfümerien.

Cerruti für 27 Euro statt für 55 Euro

Besonders beliebt sind zurzeit die Eau de Toilette – egal ob für Damen oder für Herren. Wer nicht gleich im ersten Geschäft kauft, sondern sich Zeit für einen Preisvergleich nimmt, kann manches Schnäppchen ergattern. Das hat unser Preisvergleich gezeigt, bei dem auch wir den Fokus auf diese Duftvarian­te gelegt haben.

So muss zum Beispiel das Eau de Toilette Cerruti 1881 pour femme keine 55 Euro kosten. Wir bekamen den 50-Milliliter-Flakon vereinzelt auch schon für 27 Euro, also um gut die Hälfte billiger. Ähnliches gilt auch für Davidoff Cool Water für Herren. Es wurde für 20, aber auch für 45 Euro angeboten.

Schnäppchen auch in Parfümerien

Von Hamburg bis München, von Bonn bis Dresden durchforsteten wir im September und Oktober insgesamt 75 Geschäfte, darunter 40 Parfümerien, 20 Kaufhäuser und 15 Drogeriemärkte. Immer auf der Suche nach den 30 Eaux de Toilette, die wir aus aktuellen „Hitlisten“ im Internet ausgewählt hatten. Auch 14 Onlineparfümerien mit breiter Angebotspalette (siehe Tabelle) wurden in die Preisrecherche einbezogen.

Die Tabelle zeigt die Extreme, die wir gefunden haben, also Höchst- und Niedrigstpreise sowie die mittleren Preise. Sie vermitteln auch einen Eindruck vom Preis­niveau des jeweiligen Geschäftstyps. Im Durchschnitt liegen die Parfümerien und die Parfümerieabteilungen in Kaufhäusern im Preisniveau fast gleichauf an der Spitze – allerdings stößt der Schnäppchenjäger zum Teil auch hier auf sehr attraktive Preise. Hier gibt es zudem in der Regel die größere Auswahl an Parfümerieartikeln.

Etwas niedrigere Preise haben im allge­meinen die Internetparfümerien. Das im Schnitt günstigste Angebot findet sich in Drogeriemärkten, deren Sortiment sich aber oft in Grenzen hält.

Spitzenpreise auch im Internet

Auch wenn das Internet mitunter Niedrigstpreise bietet, ist es doch keine Billigpreisgarantie. Oft fanden wir dort absolute Spitzenpreise. So verlangte eine Internetparfümerie zum Beispiel 73 Euro für Chanel Allure Homme Sport. Bei einer stationären Parfümerie kostete das Eau de Toilette für Männer dagegen nur 43 Euro. Deshalb heißt es auch online: Nicht einfach kaufen, sondern erst vergleichen. Bei Internetanbietern sind zudem häufig zusätzliche Kosten für Verpackung und Versand (zirka 3 bis 7 Euro) und eventuelle Nachnahmegebühren zu berücksichtigen. Erst ab einem bestimmten Warenwert liefern die meisten versandkostenfrei. Also auch beim Parfümkauf am Bildschirm daran denken: Immer sorgfältig das Kleingedruckte lesen.

Eine Momentaufnahme

Der Preisvergleich kann natürlich nur eine Momentaufnahme wiedergeben. Preise verändern sich schnell, besonders vor Festta­gen wie jetzt zu Weihnachten klettern sie erfahrungsgemäß nach oben. Dennoch zeigt der Check: Wer nicht gleich im ersten Geschäft fündig wird, sollte weitersuchen – die Jagd nach Schnäppchen lohnt sich.

Tipp: Wenn Sie Ihrer oder Ihrem Liebsten ein Parfüm schenken wollen, sollten Sie auch an sich denken. Sie sollten den Duft ebenfalls mögen. Wenn Unsicherheiten bleiben, verschenken Sie lieber einen Gutschein, denn ein Duft lässt sich nur original-verschlossen umtauschen. Falls Sie gemeinsam auf die Suche gehen: Dann vielleicht besser ohne Preisvergleich.

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