Preisvergleich: Blutzuckerteststreifen: Es geht billiger

test Echo aus test 10/2003: Einschränkungen trotz Verordnung – Ärzte haften

Dass Blutzuckerteststreifen die Arzneikosten des Arztes nicht belasten, hatten wir in unserer Preiserhebung in der Juliausgabe von test geschrieben. Ein Irrtum: Teststreifen werden wie Arzneimittel behandelt und gehen in das Ausgabenvolumen ein, aus dem eine Richtgröße für die Arztpraxis berechnet wird.

Bei Überschreiten dieser Summe muss der Arzt die Mehrausgaben durch Praxisbe­son­derheiten erklären, sonst haftet er für die Überschreitung („Regress“).

Zwar ist bei insulinpflichtigen Diabetikern eine große Zahl an Teststreifen-Verordnungen therapeutisch zu begründen, doch es gibt zwischen Kassen und Kassenärztlichen Vereinigungen sehr unterschiedliche Vereinbarungen zu den Voraussetzungen und zur Höchstzahl der pro Quartal und Patient zu verordnenden Teststreifen. Der Arzt kann den Mehrbedarf begründen und die Kasse zahlt offiziell alles, was therapeutisch notwendig ist – doch im Praxisalltag kommt es als Folge unterschiedlicher Vereinbarungen und Auffassungen der Vertragspartner häufig zu langwierigen Verfahren, wenn der Arzt einen solchen Fall tatsächlich durchficht. Folge: Insulinpflichtige Diabetiker zahlen dann eventuell einen Teil der Streifen selbst. Dass eine vom Arzt als notwendig erachtete optimale Stückzahl/Höchstgrenze berücksichtigt wird, so in Diabetiker-Schwerpunktpraxen, ist wohl eher selten. Tipp: Der Arzt verordnet eine größere Menge, das spart Kosten. Patienten können auch günstig beim Versandhandel einkaufen.

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