Aus dem Testprotokoll: Abenteuer eines Durchschnittskunden

Von Wundertüten und Ratespielen: Was sich unser Tester in den Elektronikmärkten so alles notiert hat.

Das war nicht so toll

  • Speicherkarte: Die Auskünfte der Verkäufer zur Wahl einer Karte erinnern mich an ein lustiges Ratespiel: Jeder tippt mal was – es könnte ja stimmen.
  • So verweist ein Verkäufer zum Beispiel auf „unsere Hausmarke, wie ‘ne Wundertüte – da wisset Se net, was drinne is“.
  • Notebook: Der Mitarbeiter meint, dass sein Gewinn bei Laptops „genau null“ sei: „Da stelle ich mir hier nicht 20 Modelle hin.“ Er kann aber innerhalb von ein, zwei Tagen alles anliefern lassen – ich soll „einfach“ nur mal sagen, was ich will.
  • Ein anderer Verkäufer: „Wenn Sie das nicht wissen, ich weiß es auch nicht.“
  • Externe Festplatte: Laut Berater sind alle externen Festplatten sicher, wenn man sie, wie er sagt, nicht gerade „aus großer Höhe fallen lässt“. Man kann also quasi blind aus dem Angebot an ex­ternen Festplatten herausgreifen.
  • Kompatibilität zwischen DVD-Rekor­der und PC: Die Frage nach Software beantwortet der Verkäufer mit dem Verweis aufs Internet. Ich solle einfach mal das Modell eintragen, in irgendwelchen Foren gäbe es sicher gute Antworten hierauf.
  • HDTV: Der Verkäufer ist ein Mann der wenigen Worte: Er antwortet aber korrekt – eine Art Basisberatung, bei der man dem Berater aber jede Antwort aus der Nase ziehen muss. Wonach man nicht fragt, das wird eben auch nicht erwähnt.

Aber es geht auch besser

  • Speicherkarte: Der Mitarbeiter fragt kurz nach und gibt erschöpfend Auskunft, ohne gesprächig zu sein.
  • Externe Festplatte: Alle relevanten Punkte zum Thema wurden fast ausnahmslos angesprochen. 
  • Akkus: Kleiner Flachbau mit jeder ­Menge Mitarbeitern zur Mittagszeit, aber ohne Kunden. Daher erfreute ich mich ­großer Beliebtheit und wurde an jeder Ecke angesprochen und gern beraten.
  • Kompatibilität zwischen DVD-Rekor­der und PC: In der Software-Abteilung werde ich an einen Kollegen weiterge­reicht, den „Software“-Experten. Dieser gibt kurze, präzise Statements ab, the­matisiert mögliche Formate und schlägt eine hinreichend gute Software vor.
  • HDTV: Im Grunde rät er zum jetzigen Zeitpunkt von hochauflösendem Fernsehen ab. Zwar sei der Standard eingeführt, größere Kompati­bi­litätsprobleme nicht zu erwarten – aber warum auf HDTV setzen, bevor nicht mehrere Sender sendefähiges Material anbieten? Zumal zusätzlich Kos­ten für den Spezial-Receiver und das Abo von HDTV-Programmen anfallen würden.

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