Preise der Deutschen Bahn Meldung

Die Bahn müsse „dem Preissystem seine abschreckende Wirkung nehmen“. Mit diesen Worten und dem Rausschmiss zweier Vorstände hat Bahnchef Hartmut Mehdorn auf Fahrgastrückgänge reagiert. Erste Maßnahme: Die ärgerlichen Umtausch- und Stornogebühren wurden auf 15 Euro gesenkt. Das Preissystem soll nun insgesamt auf Kundenfreundlichkeit untersucht werden. Hier einige der entscheidenden Probleme, auf die test schon Ende 2002 hingewiesen hat:

  • Zu wenig Flexibilität: Die Plan&Spar-Tickets zwingen, sich auf ganz bestimmte Züge festzulegen. Jede Änderung der Reisepläne kostet viel Geld (Umtauschgebühr und oft zusätzlich die Differenz zum teuren Normalpreis). Die Angst vor diesen Kosten wirkt als Hemmschuh.
  • Spontanes Reisen zu teuer: Wer sein Ticket nicht mindestens sieben Tage vor Abfahrt kauft, hat keine Chance auf den 40-Prozent-Rabatt – selbst wenn alle anderen Bedingungen erfüllt sind. Um Spontanreisende in leere Züge locken zu können, müsste die DB die unsinnige Vorverkaufsfrist abschaffen.
  • Fehlender 50-Prozent-Rabatt: Viele Stammkunden fühlen sich verprellt, weil die neue Bahncard für sie oft weniger wert ist als die alte. Eine mögliche Lösung wäre eine „Bahncard plus“, die neben den Vorteilen des neuen Preissystems (Kombinierbarkeit verschiedener Rabatte) den halben Preis bei Alleinreisen ermöglicht. Bislang vernachlässigte Zielgruppen wie Senioren und junge Menschen (15 bis 25 Jahre) könnten diese Karte zum Sonderpreis erhalten.
  • Lange Reisen unattraktiv: Die Billigflieger entwickeln sich zur harten Konkurrenz für die umweltfreundliche Bahn. Doch die DB ist nicht ganz schuldlos: Ihre alten Familien- und Supersparpreise waren mitunter günstiger und einfacher. Mögliche neue Weichenstellung: Preisobergrenzen für Normal- und Sonderpreise ab einer gewissen Entfernung.

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