Preisdatenbanken Test

Mit der Hilfe von Preisdatenbanken kann man im Internet Schnäppchen zur Strecke bringen. Doch Vorsicht: Das Ziel kann leicht wieder aus dem Visier verloren gehen.

Der Name ist Programm: Preisdatenbanken wie zum Beispiel geizhals.at/de, guenstiger.de oder schnaeppchenjagd.de verheißen einen idealen Einkauf: Immer schön billig. Wir wollten wissen, ob sich der Klick in die Preisdatenbanken lohnt. In einer zweimonatigen Marktbeobachtung von über 50 Produkten im Internet haben wir nach den günstigsten Angeboten Ausschau gehalten und die gefundenen Niedrigstpreise mit den unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP) der Hersteller verglichen. Parallel zu dieser Recherche haben wir uns auch im normalen Handel umgesehen.

Fast die Hälfte gespart

Preisdatenbanken Test

Die Lieferpreise, die über Preisdatenbanken ermittelt wurden, waren gegenüber den Prospektangeboten fünf führender Elektronikmärkte im Berliner Raum bis zu 20 Prozent günstiger.

Das größte Sparpotenzial, das wir erreichten, lag bei 45 Prozent – beim Elektrorasierer Braun Synchro 7570. Allerdings handelt es sich um ein Auslaufmodell. Doch auch sein Nachfolger Synchro 7680 kommt auf beachtliche 29 Prozent Ersparnis. Ohne die Hilfe der automatisierten Suchmaschinen hätten wir uns im World Wide Web hoffnungslos verirrt. Preisdatenbanken sind der Kompass für einen erfolgreichen Einkauf. In Sekundenschnelle durchforsten sie den riesigen Online-Marktplatz. Im Idealfall finden sie für das gewünschte Produkt den günstigsten Preis. Per Mausklick kann der Surfer dann leicht auf die Website des Händlers wechseln, denn die Preisdatenbanken handeln nicht selbst mit den Waren.

Lieferkosten beachten

Bevor man sich über ein Schnäppchen zu früh freut, ist ein genauer Blick auf den Preis mehr als ratsam: Bei den Preisdatenbanken herrscht fast durchgängig die Unsitte, die Kosten für den Versand nicht in den Preis einzuberechnen. Und bei Großgeräten wie Waschmaschinen und Fernsehern sind bis zu 50 Euro für den Transport aufzuschlagen. Aber auch bei kleineren Produkten wie Tintenpatronen können erhebliche Versandkosten anfallen. Die reduzieren die Ersparnis oder verkehren sie sogar ins Gegenteil. In unserer Stichprobe hat nur mcwin.de ausschließlich Lieferpreise angegeben. Bei den anderen Datenbanken nennen immerhin vier die voraussichtlichen Kosten für den Versand direkt auf der Angebotsseite.

Doch nicht nur die Versandkosten sollten angegeben werden. Auch die Lieferzeit, eine Produktbeschreibung und ein Vergleichspreis für das ausgewählte Produkt sind wertvolle Zusatzangaben, die wir allerdings eher selten fanden.

Preise schwanken in kurzer Zeit

Bei vielen Produkten haben wir festgestellt, dass die Angebotspreise innerhalb kurzer Zeit sehr stark variieren. Das macht sich im Internet noch viel stärker bemerkbar als im normalen Handel, denn ein Preis ist erst dann verbindlich, wenn man ihn durch Kauf realisiert. Das Internet offenbart hier seinen wahren Charakter als äußerst flüchtiges Medium. Niemand kann vorhersagen, ob ein Angebot wenige Stunden später noch gültig ist. Wer ein Schnäppchen entdeckt hat, sollte also schnell zuschlagen, damit es ihm nicht wieder durch die Lappen geht.

Die Angebotsänderungen sind mitunter drastisch. So fiel zum Beispiel der Preis eines DVD-Rekorders von Panasonic innerhalb kurzer Zeit von 1 081 Euro auf 867 Euro, um kurz darauf wieder auf 960 Euro zu steigen. So deutlich bewegten sich die Preise aber nicht bei allen Produkten. Es gibt außerdem Artikel, bei denen sich nur ein geringer Preisvorteil erzielen lässt. Bei Spielekonsolen lag die maximale Ersparnis bei den Internetshops lediglich zwischen vier und neun Prozent und damit auf ähnlichem Niveau wie im normalen Handel.

Ein gutes Hilfsmittel, um das Preisni­veau eines Angebots einschätzen zu können, bieten evendi.de und guenstiger.de: Ein „Preis-Chart“ zeichnet die Preisschwankungen innerhalb der letzten Monate nach. Wer sich einen Überblick verschafft hat und sein Produkt nicht dringend braucht, kann bei ihnen außerdem einen Zeit sparenden Service in Anspruch nehmen: Er gibt einen Preis ein, zu dem er die Ware kaufen möchte, und die Datenbanken melden sich per E- Mail, wenn das Angebot tatsächlich vorliegt: „Preisalarm“.

Nach unseren Erfahrungen sollte niemand ohne eigene Preisvorstellungen auf die Jagd nach Schnäppchen gehen. Zwar bieten die Preisdatenbanken eine wunderbare Hilfe an, aber das reicht nicht immer aus. Eine persönliche Produktberatung findet nicht statt, und die Beschreibungen sind selten aussagekräftig genug. Gerade bei hochwertigen oder schweren Produkten sollte man sich von einem niedrigen Preis nicht vorschnell zum Kauf verleiten lassen. Zwar kann man die Waren zurückgeben, doch die Kosten und die Sicherheit des Rücktransports werden gern auf die Kunden abgewälzt. Und in der Datenbank können auch irrtümliche Angaben auftauchen, zum Beispiel ein niedrigerer Preis als beim Internethändler selbst, ein Gebrauchtartikel als Topangebot oder eine verwechselte Typbezeichnung. In diesen Fällen gilt nur die Händlerangabe, und der entgangene Vorteil kann nicht bei der Datenbank eingefordert werden. So wurde unsere Freude über einen günstigen Preis einige Male auf der Internetseite des Händlers jäh gestoppt.

Fünf Produkte haben wir exemplarisch eingekauft – mit Erfolg: Insgesamt 356,95 Euro bedeuteten hier mehr als 29 Prozent Ersparnis gegenüber den unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller. Am schnellsten erreichte uns die Ware nach drei Tagen; einmal mussten wir knapp zwei Wochen auf die Anlieferung warten. Der Preis wurde in allen Fällen bestätigt, und auch die Kaufabwicklung verlief unproblematisch.

Fazit: Die Preisjagd ist erst erfolgreich, wenn die Angaben auf der Internetseite des Händlers bestätigt werden und man das Schnäppchen in Händen hält. Dank der Hilfe durch die Preisdatenbanken stehen die Chancen dafür aber gut.

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