Testfall 5: Reisen in die Schweiz: Swiss-Pässe: Praktisch, aber unbekannt

Info: Für Reisen in die Schweiz bietet die Bahn das Europa Spezial Schweiz. Wer sehr zeitig bucht, fährt damit schon ab 39 Euro. Kinder bis 14 Jahre reisen kostenlos mit. Für Anschlussfahrten innerhalb der Schweiz verkauft die Deutsche Bahn verschiedene Pässe des Swiss Travel Systems. Sie gestatten flexible Reisen sowie die Nutzung öffentlicher Nahverkehrsmittel. Außerdem öffnen sie Museumstüren und senken die Preise von Berg- und Panoramabahnen. Kinder bis 15 Jahre fahren kostenlos mit.

Testfall: Mehrere Wochen vor der geplanten Reise erkundigte sich ein Vater nach Tickets für eine Reise mit seinem 15-jährigen Sohn nach Genf, beide mit Bahncard 25. Von Genf aus planten sie gemeinsame Tagesausflüge nach Bern und Zermatt.

Testergebnis: Die Fahrt in die Schweiz und zurück meisterten alle Berater der Deutschen Bahn. Doch dann haperte es. Nur 2 der 24 Verkäufer präsentierten auf Anhieb ein optimales Angebot. Zwei besserten auf Nachfrage nach. Doch vielen Beratern gelang es nicht, die Swiss-Pässe sinnvoll einzusetzen. Manche berücksichtigten nicht, dass der Sohn kostenlos mitfahren kann. Etliche Berater zogen sich mit dem Tipp aus der Affäre, die Pässe erst in der Schweiz zu kaufen – nach dem Motto: „Die in der Schweiz wissen ja auch nicht, dass es bei uns ein Schleswig-Holstein-Ticket gibt.“ Die Fahrkarten­auto­maten der Deutschen Bahn kennen die Swiss-Pässe ebenfalls nicht. Sie verweisen lediglich auf die Berater in den Reisezentren der Deutschen Bahn. Anders jedoch unter www.bahn.de: Wer sucht, der findet hier auch die Swiss-Pässe und kann sie gleich online kaufen.

Preisbeispiele Hamburg–Genf–Hamburg, einschließlich Tagesausflüge, ein Vater mit 15-jährigem Sohn, in der 2. Klasse im ICE und IC, beide mit Bahncard 25.

Hoher Preis: 545 Euro. Normalpreis für Tagesausflüge, Jugendlicher muss unnötig zahlen.

Niedriger Preis: 383,50 Euro. Mit Swiss Flexi Pass für vier Tage.

Fazit: Ausgefallene Reisewünsche erfordern gute Beratung. Die gibt es nicht am Automaten. Denn der verweist auf die Beratung am Schalter. Doch viele Berater der Bahn schei­terten an den Swiss-Pässen. Besser: Eigene Recherche im Internet.

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