Holger E. aus Passau:

Beim Einkaufen entdeckte ich einen Blumentopf ­ ausgezeichnet mit einem Preisaufkleber. Die Verkäuferin an der Kasse verlangte dann aber fast das Doppelte davon. Erst nach langer Diskussion überließ man mir den Topf "aus Großzügigkeit" zum ausgeschilderten Preis. Aber ist denn das Preisschild nicht verbindlich?

Finanztest:

Nein. Zwar schreibt die Preisangabenverordnung vor, dass auf dem Preisschild der richtige Endpreis anzugeben ist. Das heißt aber nicht, dass man als Kunde dann auch ein Recht hat, diesen Preis einzuklagen.

Kaufrechtlich wird das Preisschild im Laden nur als unverbindliche Aufforderung an den Kunden angesehen, die Ware zu dem Preis zu kaufen. Gehen Sie dann mit der Ware an die Kasse, kann die Kassiererin trotzdem einen höheren Preis verlangen. Nur deren Preisangabe ist rechtlich verbindlich. Als Kunde haben Sie dann nur die Wahl, diesen Preis zu akzeptieren oder die Ware nicht zu kaufen.

Wenn Sie solch falsches Auspreisen - zu Recht - stört, können Sie mit einem Hinweis an das Ordnungsamt drohen. Denn das kann bei Verstößen gegen die Preisangabenverordnung Bußgelder verhängen. Das hilft Ihnen zwar nicht unmittelbar weiter. Sie können so aber den Laden dazu bringen, zumindest künftig die richtigen Preise auf die Waren zu kleben.

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