Preisänderungen beim Call by Call Meldung

Wer beim Telefonieren stets die niedrigsten Preise sucht, kommt an Call by Call-Anbietern nicht vorbei. Hier betragen die Kosten für Festnetzgespräche mitunter nur ein Drittel der Telekompreise. In vielen Haushalten hängen daher Listen mit günstigen Call by Call-Vorwahlen am Kühlschrank oder liegen direkt neben dem Telefon. Doch leider sind diese Listen oft schon kurz nach dem Druck überholt. Denn einige Call by Call-Anbieter senken und erhöhen ihre Preise fast im Tagesrhythmus. Stiftung Warentest gibt Tipps, wie Sie den Tücken der Anbieter entgehen und trotzdem preiswert telefonieren.

Sieben mal so teuer

Jüngstes drastisches Beispiel ist 01040 Ventelo. Zum Wochenanfang kündigte das Unternehmen Preise von 1,45 Cent pro Minute zwischen 8 und 16 Uhr sowie 1,28 Cent pro Minute zwischen 16 und 19 Uhr an. Das war zumindest für kurze Zeit der niedrigste Preis unter den Billigvorwahlen. Doch schon nach zwei Tagen war Schluss: Ventelo erhöhte den Preis auf 9 Cent pro Minute. Das ist bis zu sieben mal so teuer wie das Lockangebot und immer noch fast doppelt so teuer wie bei der Deutschen Telekom. Besonders pikant: Die 01040 bietet keine Tarifansage, die vor jedem Anruf über den aktuellen Minutenpreis informiert. Wer sich am Anfang der Woche eine neue Liste mit Call by Call-Vorwahlen ausgedruckt hat, telefoniert mit der 01040 tagsüber inzwischen zu viel höheren Preisen. Die böse Überraschung kommt erst mit der Telefonrechnung.

Dauerhafte Preise

Weitere Anbieter mit häufig schwankenden Preisen sind 01038 Sparfon und 01045 Intelicom. Es geht aber auch anders, wie das Beispiel BT Germany zeigt. In dieser Woche kündigte der Betreiber der Vorwahl 01090 an, seine Gesprächspreise ab 1. Mai bis Ende des Jahres unverändert zu lassen: 0,99 Cent pro Minute für Orts- und Ferngespräche in der Nebenzeit. Die Nebenzeit gilt bei BT Germany werktags von 18 bis 8 Uhr sowie am Wochenende und Feiertagen rund um die Uhr. Für Orts- und Ferngespräche sind die 0,99 Cent pro Minute ein recht attraktiver Preis.

Mit Preisansage

Einen guten Schutz vor kurzfristigen Änderungen bietet eine Preisansage. Das Gesetz für eine obligatorische Preisansage vor jedem Call by Call-Anruf ist zwar vergangenes Jahr im Bundesrat gescheitert. Trotzdem bieten mehrere Telefongesellschaften diesen kostenlosen Service. Ertönt beim Anruf ein unerwartet hoher Preis, bleibt noch kurz Zeit, um den Hörer wieder aufzulegen. In den Infodokumenten der Stiftung Warentest sind diese Anbieter mit der Fußnote 3 gekennzeichnet. Außerdem erscheinen in diesen Infodokumenten nur Vorwahlen, die innerhalb des Zeitfensters durchgehend günstig sind. Wer zwischen 10 und 12 Uhr billig, aber sonst tagsüber teuer ist, taucht für die Zeit zwischen 9 und 18 Uhr nicht auf. Auch als befristet angekündigte Aktionen erscheinen nicht.

Tipps

  • Aktualisieren. Verwenden Sie möglichst aktuelle Tariftabellen. Gerade auf dem Call by Call-Markt schwanken die Preise schnell und stark. Infodokument vom 25. April.
  • Zuhören. Wählen Sie Anbieter mit kostenloser Preisansage vor dem Verbindungsaufbau. Das schützt vor bösen Überraschungen auf der Telefonrechnung.
  • Nachfragen. Die Preisangaben der Call by Call-Anbieter gelten meist nur für Anrufe zu Anschlüssen der Deutschen Telekom. Fragen Sie bei dem Call by Call-Anbieter nach, was Gespräche in andere Netze wie zum Beispiel Arcor, Hansenet oder Versatel kosten.
  • Wechseln. Wenn Sie nicht ständig nach aktuellen Preisen suchen wollen, können Sie Ihren Telefonanschluss auf einen Preselection-Anbieter voreinstellen. Hierbei laufen alle Ferngespräche automatisch über den Preselection-Anbieter - ohne extra Vorwahlnummer. Weiterer Vorteil: Bei Preselection ändern sich die Preise nicht so häufig. Die Anbieter müssen ihre Kunden über Preisänderungen jedes Mal informieren. Außerdem: Call by Call-Anrufe sind trotz Preselection weiterhin möglich. Preselectionanbieter aus test 04/2006.

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