Mit welchen Tricks Verbraucher für dumm verkauft werden.

Von der Werbung für Son­deran­ge­bote fühlen viele Kunden sich verkohlt.

Praktiker. So gab die Baumarktkette Praktiker „20 Prozent Rabatt auf alles“. Doch die Bad Homburger Wettbewerbszentrale wirft der Metro-Tochter vor, die Preise mehrerer Artikel in der Woche zuvor heraufgesetzt zu haben. Ein Schlagbohrer soll am 13. Januar noch 108,99 Euro gekostet haben, zur Rabattaktion hingegen 139 Euro. Selbst mit Rabatt war der Preis höher als zuvor. Das Landgericht Saarbrücken ver­bot daraufhin die Werbung.

Media-Markt. Ähnliches hier. Viele Verbraucher beschwer­ten sich wegen der Werbeaktion „Deutschland zahlt keine Mehrwertsteuer“. Ein Kunde berichtete, er habe am 28. Dezember einen Camcorder für 299 Euro gekauft. Eine Woche später, während der Werbe­aktion, kostete das gleiche Gerät 349 Euro minus 16 Prozent Rabatt. Ein anderer Verbraucher wollte vor Silvester eine Kamera für 299 Euro kaufen, wartete dann aber die Werbewoche ab. Doch da sollte das Gerät 369 Euro kosten. Weil er vorsichtshalber ein Foto vom alten Preis gemacht hatte, bekam er es dann doch für 299 Euro abzüglich Rabatt. Der Verbraucherzentrale Bun­desver­band hat nun Media-Märkte in Baden-Würt­tem­berg, Berlin und im Saarland verklagt.

Lidl. Auch Lidl-Kunden ärgerten sich: Mehrere Sonderan­gebote seien schon am Tag der Werbung in einigen Filialen nicht mehr zu haben gewesen. Zwar stand im Pros­pekt ein kleines Sternchen, dass Artikel „trotz sorgfältiger Bevorratung“ kurzfristig ausverkauft sein könnten. Doch so gehts nicht, urteilte das Landgericht Hof: Beworbene Waren müssen mindestens zwei Tage vorrätig sein.

So steht es auch im Gesetz zur Bekämpfung unlauteren Wett­bewerbs. Zwar hat der Bundesgerichtshof ähnliche Stern­chen-Hinweise für zulässig erklärt. Aber da hatte gestanden: „Abgabe nur in haushaltsüb­li­cher Menge, solange der Vorrat reicht“ und „Sofern nicht vorhanden, gleich bestellen, wir liefern umgehend“. Bei Lidl hingegen wurde sorgfältige Bevorratung suggeriert. Und davon könne angesichts des schnellen Ausver­kaufs keine Rede sein (Az. 32 O 820/04, nicht rechtskräftig).

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