Potenzprobleme Meldung

Mit Priligy gibt es ein Medikament, das gegen vorzeitigen Samenerguss helfen soll.

Wenn das starke Geschlecht schwächelt, können moderne Potenzmittel es wieder aufrichten. Beim Kauf im Internet gehen viele Männer aber sehr hohe Risiken ein – sogar für Leib und Leben.

Es gibt viele Gründe für einen Mann, mit seiner Potenz zu hadern. Der häufigste ist ein Mangel an Härte und Ausdauer. „Die Lust auf Sex ließ nach, die Dauer des Aktes wurde kürzer“, klagt einer im Internet. „Ich war wohl auf dem Weg zur Impotenz.“ Nun erfreut er sich mit seiner Partnerin an gekaufter Stärke auf Zeit, vertraut wieder auf die Kraft seiner Lenden.

„Ich hätte gern länger Sex“

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Ein klassisches Aphrodisiakum ist die Yohimberinde.

Andere wollen auch nur das eine, aber mehr davon. „Ich habe kein Potenzproblem, hätte aber gern besseren und länger Sex“, bekennt ein Mann. „Das mit dem Arzt zu besprechen, um ein Rezept zu bekommen, ist unangenehm.“ Deshalb hat er im Internet gesucht und ist fündig geworden – ohne einer Fälschung aufzusitzen (siehe „Da hört der Spaß auf“). Er hat Glück, kann nach Lust und Laune das Liebesspiel variieren – mit zärtlichem „Blümchensex“ und der Option „hart und herzlich“.

Bei einer dritten Gruppe ist das Vergnügen kurz – vorzeitiger Samenerguss. Am Markt sind allerlei Produkte mit Bremswirkung durch lokal betäubende Stoffe zum Auftragen. Doch jetzt wurde gegen „Ejaculatio praecox“ erstmals ein Arzneimittel zum Einnehmen zugelassen (siehe „Besonderheit“).

Die häufigste Ursache gelegentlicher Erek­tionsstörungen ist der Alkoholkonsum. Anhaltende Störungen finden sich im Alter häufiger, aber auch im Zusammenhang mit

  • hohem Blutdruck und Durchblutungsstörungen, auch durch Nikotinkonsum,
  • Diabetes mellitus,
  • (Nerven-)Verletzungen (Querschnittslähmung), Operationsfolgen (Prostata),
  • Medikamenten wie Psychopharmaka, Blut­drucksenkern wie Betablocker, auch dem Prostatamittel Finasterid (Proscar) sowie Propecia gegen Haarausfall oder
  • psychischen Problemen.

Suche nach Hartmachern im Internet

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Yohimbin, der Inhaltsstoff, ist nun auch als Medikament am Markt (siehe Tabelle Potenzmittel).

Viagra und Co. dominieren den Riesenmarkt moderner, teurer Hartmacher. Wer seine Potenz stärken möchte, sucht oft im Internet nach Preisvorteilen oder will Rezeptpflichtiges am Arzt vorbei beschaffen. Auf das Stichwort „Viagra rezeptfrei“ findet die Suchma­schine Google mehr als anderthalb Millionen Meldungen. Zur Absatzförderung werden dort männliche Hochgefühle beschrieben: „Wir hatten Sex bis etwa 4 Uhr morgens und nach kurzem Schlaf wieder 3 Stunden. Mein Glied war über die ganze Zeit hart wie Beton.“ Manche Versender versprechen: „Keine Probleme mit dem Zoll“ oder versichern, Viagra und Co. ohne Rezept auszuliefern.

14 Euro für eine Viagra-Tablette

Es finden sich aber auch seriöse (Internet-)Apotheken, die moderne Potenzmittel nur auf Rezept, allenfalls mit geringen Preisnachlässen abgeben. Andere liefern zum offiziellen Apothekenpreis von rund 164 Euro für eine Packung Viagra mit zwölf Filmtabletten und 100 Milligramm Sildenafil, dem Wirkstoff von Viagra. Das sind fast 14 Euro pro Tablette. Die Qualität von Rezeptur und Wirkstoff sind garantiert.

Unkontrollierte Ware ist gefährlich

Discounter locken mit Schnäppchen: Sie bieten Ware zu Stückpreisen mal um 5,50 Euro, mal um 8 Euro an – und auch schon mal für rund 1 Euro pro Filmtablette. Doch Vorsicht, Fälschungsgefahr. Viele kaufen auch angeblich harmloses „pflanzliches Viagra“. Un­tersuchungen haben aber ergeben, dass dubiose Versender vielfach doch den Viagra-Wirkstoff Sildenafil zumischen.

Wichtige Infos zu Potenzmitteln kommen im Internet zudem oft zu kurz. So fehlen häufig Angaben zur sinnvollen oder maximal erlaubten Dosis pro Tag oder zu mög­lichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Wer wegen Herzkrankheit nitrathaltige Medikamente benötigt, darf kein Sildenafil einnehmen – dann droht das Risiko eines lebensbedrohlichen Blutdruckab­falls. Mehr als tausend Todesfälle werden inzwischen mit Einnahmefehlern bei Sildenafil in Verbindung gebracht.

  • Tipp: Hände weg von Potenzpillen aus unseriösen Arzneimittelläden im Internet. Und nehmen Sie Angaben zu Neben- und Wechselwirkungen im Beipackzettel ernst.

Medikamente zum Einnehmen

  • PDH-Hemmer: Die Substanzen Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil werden zur Gruppe der Phosphodiesterase-Hemmer zusam­mengefasst. Bei sexueller Erregung des Man­nes sind sie in etwa 70 Prozent der Fälle wirksam. Sie sind „mit Einschränkung geeignet“, weil sie häufig ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko bergen. In ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit gleichen sich die drei Substanzen. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Zeit zwischen Einnahme und Sex verstreichen muss und wie lange ihre Wirkung andauert (siehe Tabelle „Wirkung nach 20–60 Minuten“).
  • Sildenafil: Üblicherweise wird mit 50 Milligramm Sildenafil begonnen. Reicht diese Dosis nicht aus, kann zu 100 Milligramm gewechselt werden. Ältere Männer und solche, deren Leber und Nieren unzureichend arbeiten, sollten aber zunächst die Wirkung von 25 Milligramm testen.
  • Tadalafil: Zuerst mit 10 Milligramm beginnen, die Dosis kann dann auch auf 20 Milli­gramm erhöht werden. Männer, deren Leber und Nieren unzureichend arbeiten, sollten 10 Milligramm nicht überschreiten.
  • Vardenafil: Zunächst wird ausprobiert, wie 10 Milligramm wirken. Die Dosis kann verringert oder bis auf maximal 20 Milli­gramm gesteigert werden. Ältere Männer und solche mit eingeschränkter Nieren­funk­­tion beginnen mit 5 Milligramm.

Achtung, Lebensgefahr!

In Kombination mit PDE-Hemmern können Nitrate und verwandte Wirkstoffe wie Amylnitrit (in „Poppers“, „Rush“) oder Molsidomin (unter anderem gegen Angina Pec­toris), den Blutdruck lebensgefährlich absinken lassen. Durch das gleichzeitige Verwenden von Wirkstoffen gegen Pilzerkrankungen (Itraconazol, Ketoconazol, Miconazol), bakterielle Infektionen (Erythromyzin, Clarithromyzin), HIV (Indinavir, Ritonavir, Saquinavir) und nach Transplantationen (Tacrolimus) werden PDE-Hemmer langsa­mer abgebaut. Sie können dann länger und eventuell stärker wirken.

Tipp: Versuchen Sie, mit der geringsten Wirkstoffmenge auszukommen – Sildenafil 25, Tadalafil 10, Vardenafil 5 Milligramm. Grapefruitsaft kann den Abbau verzögern, das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen.

Alternativen zu Viagra und Co.

Auch eine Injektion mit Prostaglandin E1 kann helfen. Das ist ein Gewebehormon, das die Blutgefäße stark erweitert und die Muskeln entspannt. Der Alprostadil genannte Wirkstoff wird in den Penis gespritzt oder mit einem Applikator in die Harnröhre eingeführt und sorgt infolge stärkerer Durchblutung für eine Erektion. Alprostadil wirkt auch, wenn die Nervenbahnen nicht intakt sind und der Mann nicht sexuell erregt ist. Die Wirkung setzt nach etwa 5 bis 15 Minuten ein und sollte nicht länger als eine Stunde anhalten. Der Beipackzettel muss unbedingt beachtet werden.

Yohimbin, „Potenzholz“, L-Arginin

Yohimbin, ein Extrakt aus der Rinde eines afrikanischen Baumes, wirkt auf das zentrale Nervensystem, lässt das Herz schneller schlagen, beeinflusst den Blutdruck, regt die Aktivität an. Es wurde bei relativ wenigen Männern kontrolliert untersucht („wenig geeignet“). Aphrodisiaka, wie „Potenzholz“ vom Amazonas, haben an Bedeutung verloren. Diskutiert wird neuerdings L-Arginin, eine als Nahrungsergänzungsmittel angebotene Aminosäure. Die wirksame Dosis ist unklar und es ist nicht ausreichend nachgewiesen, ob L-Arginin das schwächelnde starke Geschlecht aufrichten kann.

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