Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn warnt vor dem Kauf und der Einnahme von Potenzmitteln, die über das Internet als traditionell chinesische Medizin vertrieben werden. Die als rein pflanzlich deklarierten Präparate werden unter den Namen „Ceedra“ und „PerfeX-men“ angeboten. Als Hersteller ist die Firma Naviti/Vitavaris mit Sitz in Warschau, Polen, genannt. Bei unkontrollierter Einnahme kann es unter anderem zu lebensgefährlichen Nebenwirkungen auf das Herzkreislaufsystem kommen.

Risiko für die Gesundheit

Die Präparate enthalten nach Untersuchungen der Überwachungsbehörde in Österreich nicht nur pflanzliche Wirkstoffe, sondern darüber hinaus die nicht angegebene Substanz Hydroxy-Acetildenafil. Das ist ein chemischer Abkömmling des in Deutschland zugelassenen, verschreibungspflichtigen Wirkstoffes Sildenafil (Viagra). Die enthaltene Substanz birgt ein besonderes Risiko für die Gesundheit. Sie wurde bisher nicht in klinischen Studien untersucht. Ihre Wirkungen, einschließlich möglicher Nebenwirkungen, können zurzeit nicht beurteilt werden.

Herzkreislaufbeschwerden und Sehstörungen

Sildenafilhaltige Arzneimittel müssen vom Arzt verordnet und kontrolliert werden. Bei unkontrollierter Einnahme drohen lebensgefährliche Nebenwirkungen auf das Herzkreislaufsystem, so zum Beispiel bei Menschen, die nitrathaltige Medikamente einnehmen. Durch kombinierte Wirkung auf den Blutdruck droht ein akuter lebensbedrohlicher Blutdruckabfall. Auch bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit ist der Einsatz von Sildenafil nicht angezeigt. Solche Patienten weichen oft auf vermeintlich harmlose, angeblich wirksame pflanzliche Potenzmittel aus. Als weitere Nebenwirkung können Sehstörungen auftreten.

Fälschungen von Kunden nicht zu erkennen

Das BfArM warnt in diesem Zusammenhang erneut davor, Präparate oder Arzneimittel aus unsicheren Quellen über das Internet zu erwerben. Diese Produkte können Inhaltsstoffe enthalten, die nicht gekennzeichnet sind, oder können gefälscht sein. Das ist nach Eindruck der Behörden bei Bezug solcher Produkte aus „Arzneimittelläden“ im Internet zunehmend der Fall. Für die Kunden sind Fälschungen oder Warenunterschiebungen mit pharmakologischen Wirkstoffen in der Regel nicht erkennbar.

Dieser Artikel ist hilfreich. 250 Nutzer finden das hilfreich.