Weitere Hilfen: Schwachpunkt Prostata

Mit Potenzmitteln sind nicht alle spezifischen Probleme des starken Geschlechts gelöst. Denn auch der Harnfluss wird oft mit den Jahren schwächer. Ab dem 40. Lebensjahr beginnen sich bei jedem zweiten Mann die Zellen der Prostata, welche die Harnröhre wie eine Faust umschließt, zu vermehren. Das Gewebe wuchert in einer festen Kapsel und drückt so von außen auf die Harnröhre. Meist ist diese Wucherung gutartig und schreitet nur langsam fort.

In seltenen Fällen steckt Prostatakrebs dahinter. Männer ab 45 Jahre sollten die Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und bei Beschwerden ihren PSA-Wert (ein Marker für Prostatakrebs) bestimmen lassen. Das muss allerdings meist aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Wird eine gutartige Prostatavergrößerung festgestellt und macht sie wenig Beschwerden, muss nicht behandelt, sondern weiter „beobachtet“werden.

Typische Beschwerden durch eine vergrößerte Prostata sind häufiger Harndrang, Harnverhaltung und schwacher Harnstrahl. Da die lästigen Symptome auch nachts auftreten, kann es auch zu Schlafstörungen kommen.

Zur Behandlung leichter Beschwerden werden in Deutschland häufig zunächst pflanzliche Arzneimittel eingesetzt. Es stehen Präparate aus der Sägepalme, Brennnesselwurzel, Hypoxis rooperi (einer südafrikanischen Pflanze), Kürbissamen, Roggenpollen zur Verfügung, außerdem Beta-Sitosterin (ein Pflanzeninhaltsstoff in Getreide, Kürbis, Sojabohnen,Brennnessel, Sägepalme). Die pflanzlichen Prostatamittel zeigen suvbjektiv positive Wirkungen.

Genaue Wirkmechanismen sind noch nicht vollständig aufgeklärt. Für Präparate aus Sägepalmenfruchtextrakt allein und einer Kombination aus Sägepalmenfrucht- mit Brennnesselwurzelextrakt sowie für Beta-Sitosterin liegen Studien vor, die eine signifikante Überlegenheit gegenüber einem Scheinmedikament und eine gleichwertige Wirksamkeit im Vergleich zu Finasterid oder Tamsulosin (siehe unten) gezeigt haben. Die pflanzlichen Arzneimittel schnitten bei den Nebenwirkungen besser ab als die synthetischen Prostatamittel. Nicht für alle pflanzlichen Mittel, wie etwa Präparate mit Brennnesselwurzelextrakt, Extrakten aus Kürbissamen oder Roggenpollen, gibt es schon Wirksamkeitsstudien, die den Qualitätsanforderungen entsprechen.

Alpha-Rezeptorblocker (wie Alfuzosin, Doxazosin, Tamsulosin, Terazosin) sind Mittel der Wahl bei einer leichten bis mittelgradigen Prostatavergrößerung. Sie helfen besonders gut gegen den Harndrang, denn sie greifen an der glatten Muskulatur der Prostata an und führen zu deren Erschlaffung. Die Wirksamkeit ist durch Studien belegt. Allerdings ist sie begrenzt, vor allem Patienten mit leichteren Symptomen profitieren davon. Es kann zu einer Senkung des Blutdrucks, zu Schwindel und Kopfschmerz kommen. Alfuzosin und Tamsulosin schneiden etwas günstiger ab. Die Nebenwirkungsrate ist generell relativ gering.

Das Wachstum der Prostata wird durch das männliche Geschlechtshormon Testosteron gefördert. 5-Alpha-Reduktasehemmer, Wirkstoff Finasterid, verringert die Wirkung männlicher Geschlechtshormone und führt so zur Verkleinerung des Drüsenvolumens. Besonders profitieren Patienten mit einem Prostatavolumen über 40 cm3. Für den Wirkstoff Finasterid liegen große Studien vor, die eine Wirksamkeit belegen. Aber manche Patienten spüren den Hormonmangel durch Abnahme ihrer Potenz und Libido.

In sehr viel niedrigerer Dosierung wird Finasterid (Propecia) gegen hormonell bedingten Haarausfall beim Mann eingesetzt.

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