Mit einer besonders üblen Masche versucht der Versandhandel Postina Fashion aus Thorn in Holland Verbrauchern Geld abzuknöpfen. Die Firma schickt Bürgern Rentenbescheide über zum Beispiel 42 000 Euro. In einem ­Begleitschreiben heißt es, dass infolge eines Beschlusses der Geschäftsleitung eine Gewinnsumme zur sofortigen ­Gewährung einer Zusatzrente unter dem Aktenzeichen MI 2578/02 bereitgestellt worden sei.

Der Empfänger wird von der Postina Fashion aufgefordert, auf dem Auszahlungsbescheid anzukreuzen, ob er sein Geld in einer Summe oder in monatlichen Raten bis zum 30. April 2009 ausgezahlt bekommen will. Wenn er den „Renten-Auszahlungs-Bescheid“ zusammen mit einer Testbestellung für Waren über 20 Euro zurückschicke, stehe der Auszahlung der Rente nichts mehr entgegen, schreibt die Firma.

Wer jetzt glaubt, er bekomme das Geld, täuscht sich. Denn die Postina Fashion will „Gewinner“ nur zur Bestellung von Waren verleiten, jedoch nicht zahlen. Wie sie ihr dubioses Vorgehen verteidigt, steht klein auf der Rückseite des „Rentenbescheids“. Die Gewinnsumme werde unter allen Rücksendern aufgeteilt, heißt es dort sinngemäß. Bei Tausenden Gewinnern sinkt die Gewinnsumme dadurch schnell unter 3 Euro. Und dann schüttet die Postina Fashion aus Kostengründen gar kein Geld aus.

Tipp: Wenn Ihr Rechtsschutzversicherer die Kosten übernimmt, können Sie ­versuchen, Ihren Gewinn einzuklagen. Denn laut Gesetz (Paragraph 661a BGB) müssen Anbieter zahlen, wenn ihre Gewinnmitteilung den Eindruck erweckt, dass ein Verbraucher einen Preis gewonnen hat.

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