Postbank Quartal-Sparen Schnelltest

5,25 Prozent Zinsen ohne langjährige Festlegung sind rekordverdächtig. So viel verspricht die Postbank Zinsjägern beim Quartal-Sparen. Doch die Bedingungen sind kompliziert. test.de hat das Angebot genau unter die Lupe genommen.

Zinsjagd mit Tücken

Wer die versprochenen 5,25 Prozent Zinsen bekommen möchte, muss mindestens 50 000 Euro übrig haben und zahlreiche Bedingungen peinlich genau beachten. Wer zum Beispiel sein Geld sicherheitshalber jetzt schon an die Postbank überweist, wird bis zum Ende des zweiten Quartals mit einem Minizins von 0,5 Prozent pro Jahr bestraft. Den Quartalsbonus, der das Konto erst reizvoll macht, gibt es nämlich nur für Geld, das seit Quartalsbeginn ununterbrochen auf dem Konto lag. Ausnahme: Für die Ersteinlage nach Neueröffnung zahlt die Postbank den ersten Quartalsbonus ab Gutschrift.

Zinsverlust bei jeder Abhebung

Wichtig zu wissen: Jede Abhebung vom Sparbuch von Juli bis Ende Dezember führt zum Verlust des 1-Prozent-Bonus - und zwar für die gesamte Summe auf dem Sparbuch. Bestandskunden, die bereits ein Quartal-Sparkonto haben, dürfen nicht einmal ihr bereits früher eingezahltes Geld anrühren, wenn sie den Bonus behalten wollen, obwohl sie den 1-Prozent-Bonus für das früher angelegte Geld gar nicht erhalten.

Bedingungen im Überblick

Weils so kompliziert ist, hier noch mal alle Bedingungen im Überblick: Nur für Beträge über 50 000 Euro gibts den Spitzenzins. Für Summen unter 10 000 Euro zahlt die Postbank maximal 4,25 Prozent. Das Geld muss spätestens am 30. Juni 2008 auf dem Konto sein und soll laut Postbank nicht nach dem 23. Juni überwiesen werden. Wer sicherheitshalber schon deutlich früher überweist, verschenkt Geld, denn er erhält dafür bis Ende Juni nur den kümmerlichen 0,5-prozentigen Basiszins. Grundsätzlich sollten Quartalssparer Einzahlungen gegen Ende eines Quartals und nie zu Beginn eines Quartals vornehmen. Bei Abhebungen empfiehlt sich das entgegen gesetzte Vorgehen.

Auch für Altkunden

Positiv immerhin: Das Angebot wendet sich nicht nur an Neukunden, sondern gilt auch für Postbank-Kunden. Bedingung ist: Der Anleger bringt der Postbank frisches Geld, das vorher noch nicht dort angelegt war. Quartal-Sparer, die bereits ein Konto haben, müssen aufpassen: Den Extrabonus von 1 Prozent erhalten sie nur für den bis 30. Juni 2008 neu angelegten Teilbetrag. Außerdem müssen sie sich zusätzlich zur Überweisung oder Einzahlung einen speziellen Bonus-Gutschein besorgen und diesen unterschrieben mit einreichen.

Fallstricke im Vertrag

Das Quartal-Spar-Angebot ist ein verkappter Festgeldvertrag. Wenn Sparer im zweiten Halbjahr auch nur einen Euro vom Quartal-Sparkonto abheben, ist vom Tag der Abhebung an mindestens der Bonus von 1 Prozent flöten. Das gilt sogar für Abhebungen von bereits früher eingezahltem Geld. Abhebungen von anderen Postbank-Sparbüchern führen zur Kürzung des Bonus-berechtigten Guthabens. Die Flexibilität aus der Postbank-Werbung gibt es also nur um den Preis von erheblichen Zinseinbußen.

Verfügung mit Einschränkungen

Im Gegensatz zu einem Tagesgeldkonto unterliegt das Quartal-Sparen zu allem Überfluss auch noch einer dreimonatigen Kündigungsfrist. Nur 2 000 Euro pro Kalendermonat sind frei verfügbar. Für höhere Beträge fallen recht üppige Vorschusszinsen von 1 Prozent pro Jahr für 90 Tage an.

Tricks für Zinsjäger

Wer nur den halbjährigen Aktionszins kassieren möchte, sollte deshalb den Anlagebetrag möglichst in der ersten Oktoberwoche kündigen. Sparer können dann im neuen Jahr wieder frei über ihr gesamtes Kapital verfügen und vermeiden längere Zeiträume, in denen sie nur den Basiszins erhalten. Eine Kündigung in der Mitte oder gar zum Ende des Quartals ist ungünstig, weil die Summe dann im Jahr 2009 noch wochenlang auf dem Konto bleibt und nur mit einem halben Prozent pro Jahr verzinst wird.

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