Post­bank-Konto „giro plus“ Papier-Gebühr bleibt vor­erst

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Die Schutz­gemeinschaft für Bank­kunden ist mit ihrem Versuch gescheitert, die neue Post­bank­gebühr für Beleg­buchungen zu stoppen. Das hat Rechts­anwalt Benedikt-Jansen mitgeteilt. Er habe den Eilantrag gegen die Post­bank zurück­genommen, nachdem das Land­gericht Köln in der Verhand­lung heute signalisiert hatte: Der Antrag ist aussichts­los. Die Schutz­gemeinschaft hält die Gebühr weiter für rechts­widrig und will jetzt gegen andere Banken vorgehen. test.de sagt, was Post­bank-Kunden trotzdem noch tun können.*

Teure Kunden im Visier

Seit Mai kassiert die Post­bank von den meisten ihrer knapp fünf Millionen Giro­konto-Kunden 99 Cent für jeden schriftlichen Auftrag. Nur per Online- oder Telefon­banking erteilte Aufträge bleiben gebührenfrei. Das trifft vor allem ältere Kunden ohne Lust auf oder Zugang zu Telefon- oder Online-Banking. Die Regelung gilt für „Giro plus“-Konten. Bei „Giro extra plus“-Konten bleiben Beleg­buchungen auch weiterhin kostenlos. 0,99 Euro je Buchung führen bei Konten, die ausschließ­lich über schriftliche Aufträge geführt werden, schnell zu enorm hohen Gebühren.

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Schutz­gemeinschaft vor Gericht ohne Erfolg

Die Schutz­gemeinschaft für Bank­kunden hält die neue Post­bank­gebühr für rechts­widrig. Mit einem Antrag auf Erlass einer einst­weiligen Verfügung gegen die Post­bank scheiterten die Verbraucherschützer allerdings. Der Vorsitzende Richter der zuständigen Kammer des Land­gerichts Köln signalisierte in der Verhand­lung heute: Keine Chance. Er halte die Gebühr für zulässig. Schutz­gemein­schafts-Anwalt Wolfgang Benedikt-Jansen nahm den Antrag darauf­hin zurück. Auf eine Klage gegen die Post­bank will er jetzt verzichten. Für die wäre die gleiche Kammer des Land­gerichts Köln zuständig. Die Schutz­gemeinschaft will aber gegen die entsprechenden Gebühren anderer Banken und Sparkassen klagen, für die verbraucherfreundlichere Gerichte zuständig sind. Wenn das Erfolg hat, könnte indirekt dann auch die Post­bank-Gebühr noch kippen. Bis dahin werden allerdings Jahre ins Land gehen.

Tipps für Post­bank-Kunden

Post­bank-Kunden bleibt einst­weilen nur, sich mit der Gebühr zu arrangieren oder zu einer anderen Bank zu wechseln. Wer bei der Post­bank bleibt, sollte sich vorbehalten, Erstattung der Beleg­buchungs­gebühren zu fordern, wenn die sich doch noch als rechts­widrig erweist. Dabei hilft unser Muster­brief Neue Postbank-Gebühr: Vorbehalt der Rückforderung. Einziger wirk­licher Ausweg: Im Einzel­fall verzichtet die Post­bank guten Stamm­kunden gegen­über unter dem Stich­wort „Seniorenkulanz“ auf die neue Gebühr. Kunden müssen das im Einzel­fall beantragen. Einen Rechts­anspruch gibt es nicht. Gute Grund­lage für die Suche nach einem neuen Konto ist der Produktfinder Girokonten der Stiftung Warentest. Allerdings haben inzwischen eine ganze Reihe von Banken Extra-Gebühren für Beleg­buchungen einge­führt. Weitere werden vermutlich folgen.

Kunden berichten von Problemen mit der Konto­umstellung

Unterdessen hat die Post­bank offen­bar nach wie vor Schwierig­keiten mit der Frei­schaltung von Online-Konten, nachdem wegen der neuen Gebühren zahlreiche Kunden ihre Konto­führung umstellen wollen. test.de-Leser berichten, dass sie ihr Konto auch mehrere Wochen nach dem Antrag noch nicht online führen können. Bereits im April hatten Leser sich über lange Warte­zeiten beschwert.

* Diese Meldung erschien erst­mals am 30. Januar 2015 auf test.de und wurde mehr­fach aktualisiert – zuletzt am 20. Mai 2015.

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Peter am 06.11.2015 um 11:30 Uhr
nie wieder PB (Postbank)) [Teil2]

Das Konto wurde von der Postbank aufgelöst, da ich einen Widerspruch gegen die neuen AGBs (beleglose Kontoführung) eingelegt hatte.
Ich hatte den aber zurückgenommen.
Die PB teilte mir jetzt dazu mit:
Meine Zurücknahme wäre einen Tag zu spät eingegangen (ich hatte sie 5 Tage vorher abgeschickt) und wurde nicht berücksichtigt.
Dies hat man mir aber nicht mitgeteilt sondern erst 2 Monate später durch Zusendung des Guthabens per Verrechnungschecks wg. Kontoauflösung "kommuniziert"
Ich dachte natürlich alles ist in Ordnung
Ich war über 30 Jahre Postbankkunde und mein Konto in einem hohen Plus, es geht aber wohl mehr um Neukunden.
dazu am Rande: Wenn man beim Anruf nicht sein Konto sondern Neukunde eingibt, ereicht man kompetentere Mitarbeiter.

Peter am 06.11.2015 um 11:30 Uhr
nie wieder PB (Postbank)) [Teil1]

Sie sollten auch mal den Service der Banken testen.
Wg. einer für mich plötzlichen Kontoauflösung (Zugang des Guthabens per Verrechnungsschecks) seitens der PB habe ich dort jeden Tag angerufen, Faxe geschíckt, um sofortigen Rückruf oder email gebeten. Jedesmal hat man einen anderen Ansprechpartner der einem aber weder den Status mitteilen kann noch über eine Telefonnummer verfügt , um mit jemanden, der dafür zuständig ist, zu sprechen. Nach einer Woche bekam ich erst Antwort, obwohl (weil?) ich den Fall sogar eskaliert hatte.
Das Konto wurde zwar inzwischen wieder aktiviert, aber den ganzen Ärger den ich jetzt wg. geplatzer Überweisungen und Lastschriften habe, worauf ich auch bei jedem Anruf/Fax hingewiesen habe, war kein Grund dies als dringlich zu bearbeiten.
Die laufenden Postionen waren der Grund, dass ich nicht ein anderes Konto eingesetzt habe.
Mir war leider nicht klar, dass sich auch in einem solchen Fall niemand verantwortlich fühlt (auch nicht im PB Finanzcenter

RoDiDo am 20.05.2015 um 23:27 Uhr
Testibus/ schlangen vor automat

belege schnell einscannen anstatt tippen.
Testibus/ schlangen vor automat.
in meinem postbankcenter steht ein terminal mit lesegerät / scanner.
mit druckbuchstaben bzw schreibmaschiene ausgefüllte überweisung
einlesen lassen, dann evtl korrigieren ( lange betreffzeile evtl kürzen ).
geht schneller als alle daten einzutippen.
iban ist ja meist schon vorausgefüllt.
mit freundlichen grüssen Dieter aus DO.

weno am 28.04.2015 um 16:29 Uhr
Kulanz!? nach Musterbrief

Danke an "Test". Damit ich zufrieden bin, hat die PB mir "Sonderkonditionen" eingerichtet und gewährt mir Kulanz. Aus Kundensicht passiert hier was völlig anderes. Bank bietet Leistungen an, Kunde entscheidet sich sie anzunehmen und macht einen Vertrag. Bank ändert einseitig die Leistung. Nimmt dies auf Widerspruch zurück und nennt das Kulanz. Wie Großzügig...Machen SIE das mal beim Auto- oder Haus(ver)kauf! Außerdem habe ich als "Papierkunde" die Überweisungsträger und Briefumschläge etc. bei der Lieferung schon mal bezahlen müssen. Es wird wieder einmal etwas auf dem Rücken der Kunden ökonomisiert. Insbesondere der älteren Kunden - ohne Internetzugang. Und wenn ich jetzt, laut PB, "Telefonbanking" machen soll, empfehle ich den PB-Kunden es einmal auszuprobieren, insbesondere wochentags zwischen 15 und 20 Uhr. Der Kunde erbringt die Leistung, welche die Bank angeboten und "versprochen" hat.

Funker73 am 22.04.2015 um 16:12 Uhr
Dreimal Kulanzregelung

Wir haben drei Postbankkonten. Alle Anschreiben wurden jetzt im Kulanzwege positiv geregelt:
- Einmal "60+ - Regelung" (Kontoinhaber 92)
- Zweimal nach Musterschreiben.
Es geht also doch. Allerdings haben wir auch nur wenige Überweisungen pro Monat, unter 10.