Portabler LCD-TV von Lidl Schnelltest

Lidls Lösung für die WM: Mit dem portablen LCD-Fernseher von SilverCrest können Fußballfans irgendwo am Badesee liegen und dennoch WM-Spiele schauen. 199 Euro müssen sie für das Mini-TV-Gerät ausgeben. Das Display hat eine Größe von 7 Zoll und die Antenne empfängt digitales Fernsehen (DVB-T). Für die Dauer von über zwei Stunden soll der Ni-MH-Akku halten. Das würde für ein Fußballspiel reichen. Ob Fans die Spiele nicht besser zu Hause im Schatten gucken sollten, sagt der Schnelltest.

Ordentliches Bild

Der SilverCrest ist leicht, macht einen stabilen Eindruck und hat einen DVB-T-Empfang. Es spricht also alles für den mobilen Einsatz in einem DVB-T-Gebiet. Die digitalen terrestrischen Signale liefern ein unerwartetes ordentliches Bild. Denn die geringe physikalische Auflösung spricht nicht unbedingt dafür. Die Wiedergabe der Farben ist okay, sie sind nicht übersättigt. Auch lobenswert: Bei heller Umgebung ist das Bild noch gut erkennbar. Das liegt unter anderem am nicht spiegelnden Display.

Ton ist bei Sprache okay

Der Ton liegt auf mittelmäßigem Niveau. Er ist in Ordnung, wenn Sprache zu hören ist. Sobald Musik ertönt, fehlen die tieferen Frequenzen. Die Tonqualität nimmt dann ab. Das ist aber zu erwarten bei dieser Gerätegröße. Wer über Kopfhörer Fernsehen schaut, wird leichte Störgeräusche feststellen, ein recht hochfrequentes Säuseln, das über Lautsprecher nicht auffällt.

Unterschiedliche Bedienungskonzepte

Bevor Lidl-Kunden die für solche Geräte recht ordentliche Bild- und Tonqualität wahrnehmen können, müssen sie allerdings einige Handhabungshürden nehmen. So gibt es deutliche Unterschiede in der Bedienungskonzeption im analogen und digitalen Betrieb. Das Menü für den analogen Fernsehbetrieb ist recht einfach gehalten, der DVB-T-Modus ist komplexer. Allerdings auch schlecht lesbar, weil das Display so klein ist. Richtig durchdacht ist das Ganze nicht: So wird zum Beispiel nicht klar, wie man ein Menü verlässt.

Vorsicht Autoscan-Taste

Die Fernbedienung hat eine Folientastatur - aber immerhin mit deutlichem Druckpunkt. Der Senderwechsel geht im DVB-T-Modus recht schnell. Ärgerlich ist die Programmierung der Auto-Scan-Taste. Hat jemand die Kanäle gescannt und gespeichert und kommt aus Versehen auf die Taste, geht das Scannen wieder für alle Programme von vorne los, ohne dass eine Warnung oder Abfrage vorgeschaltet ist. Und die voreingestellten Sender werden überschrieben.

Akku hält locker für ein Spiel

Der Akku hält zirka 150 Minuten. Das reicht ungefähr für ein Fußballspiel mit Verlängerung. Die Weltmeisterschaft kann also auch am See oder im Freibad stattfinden. Spätestens dann ist vielleicht auch ein echtes Ärgernis vergessen: die Bedienungsanleitung. Sie ist kaum brauchbar, beschreibt lediglich wenige Funktionen und es fehlt eine Einführung für die erste Betriebnahme. Die Darstellung der Menüs ist in englisch, auch die Bezeichnungen der Funktionen sind teilweise in englischer Sprache.

Das Gehäuse stinkt

Eigentlich beginnt ein Schnelltest eines portablen LCD-Fernseher mit der Prüfung von Bild, Ton und Handhabung. Nach dem Auspacken schickten die Tester das Gerät erst mal ins Chemie-Prüfinstitut. Grund: Das Gehäuse aus schwarzem Kunststoff stinkt fürchterlich. Die Tester vermuteten gefährliche Schadstoffe oder Weichmacher. Erleichterung: Es wurden keine Giftstoffe gefunden. Dennoch riecht das Gerät äußerst unangenehm.

test-Kommentar: Taugt für die WM
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