Verkehrsteilnehmer müssen versuchen, Unfälle zu vermeiden – auch wenn sie Vorfahrt haben. Wer auf seinem Recht besteht, haftet mit, entschied das Amtsgericht München. Einem Mercedes-Fahrer war in einer engen Straße, in der nur auf seiner Seite Autos parkten, ein Porsche entgegengekommen. Beide stoppten. Obwohl der Porsche-Fahrer rechts noch Platz hatte, bestand er darauf, dass sein Kontrahent den Rückwärtsgang einlegte. Doch der quetschte sich zwischen ihm und den geparkten Autos hindurch und holte sich böse Schrammen. Nun soll der Porsche-Fahrer zwei Drittel des Schadens tragen. Denn er konnte den Mercedes schon beim Einbiegen sehen und hätte schon da warten können. Außerdem konnte der Mercedes nicht zurückfahren, da hinter ihm andere Autos waren, während hinter dem Porsche alles frei war (Az. 343 C 3667/09, nicht rechtskräftig).

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