Transfettsäuren: New York kämpft gegen Transfettsäuren

Transfettsäuren schaden der Gesundheit. Während erste Länder sie per Gesetz verbieten, greifen bei uns nur freiwillige Maßnahmen.

Das sorgte für Aufsehen: Ausgerechnet New York – die Weltstadt, in der es vor Fastfood-Restaurants nur so wimmelt – will Transfettsäuren künftig in allen Gaststätten per Gesetz verbieten. Laut New York Times enthält derzeit eine Portion Pommes frites viel zu viel der gesundheitsschädigenden Fettsäuren. Die über 24 000 Restaurants der Metropole dürfen darum ab Juli dieses Jahres nur Speiseöle, Margarinen und Backfette verwenden, die pro Portion mit weniger als 0,5 Gramm Transfettsäuren zu Buche schlagen. Weltweiter Vorreiter war Dänemark: Dort werden Transfettsäuren in Speisen schon lange auf zwei Gramm pro 100 Gramm Fett begrenzt. In Deutschland gibt es noch kein Gesetz, das den Verbraucher schützt.

Transfettsäuren stecken vor allem im teilgehärteten Fett von gerösteten und frittierten Lebensmitteln wie Chips oder Donuts. In Margarine sind sie heute kaum noch zu finden, in anderen Produkten schon. Das Problem: Anders als in den USA tauchen sie bei uns nicht auf der Verpackung auf. Nur die Angabe „teilweise gehärtete Fette“ kann auf Trans­fettsäuren in einem Produkt hinweisen.

Risiken für die Gesundheit

Schätzungen zufolge nimmt der Durchschnittsbürger bei einer ausgewogenen Ernährung am Tag nicht mehr als drei Gramm Transfettsäuren auf. Genau dieser Wert gilt als maximale Dosis für Erwach­sene. Die Pommes von Ikea – mit fast 15 Gramm pro 100 Gramm Fett oder fast 3 Gramm pro Portion – wiegen da schwer: Sie schöpfen die Dosis voll aus, der Anteil anderer Lebensmittel kommt noch hinzu. Studien belegen, dass ab fünf Gramm pro Tag das Risiko einer Herzerkrankung deutlich steigt. Transfettsäuren erhöhen das sogenannte „schlechte“ Cholesterin (LDL) und senken das „gute“ (HDL). Zu viel Chips und Co. können auch zu Diabetes führen und bei Schwangeren ungünstig auf die Entwicklung des Babys wirken. Da der Körper sie nicht braucht, sollte er so wenig wie möglich davon aufnehmen.

In Brat- und Frittierfetten

Transfettsäuren gehören zu den ungesät­tig­ten Fettsäuren. Sie haben eine besondere räumliche Struktur. Dadurch haben sie im menschlichen Körper ungünstige Auswir­kungen. Wir finden Transfettsäuren natürlicherweise in Milchprodukten und im Lamm- und Rindfleisch, aber nur in geringen Mengen. Häufiger stecken sie in industriell hergestellten Produkten wie Brat- und Frittierfetten, wo sie insbesondere bei der Härtung von Ölen entstehen können. In die Pommes frites gelangen sie je nach Frittierfett und weniger durch das Frittieren selbst. Anbieter wie Burger King setzen bereits gesünderes Frittierfett ein, andere wollen künftig folgen.

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