Pommes frites

Interview: „In Lebensmitteln höchst unerwünscht“

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In den Pommes frites fanden wir perfluorierte Tenside (PFT), eine Industriechemikalie. Die Forschungen zu PFT in der Nahrung stehen noch am Anfang.

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Wie gelangen PFT in die Pommes frites?

Den genauen Weg kennen wir nicht. Am nächsten liegt die Vermutung, dass sie über verunreinigte Böden und das Grundwasser in die Kartoffeln gelangen. Sie sind auch in wasser- und fettabweisenden Beschichtungen von Verpackungen zu finden, von wo sie auf Lebensmittel übergehen können.

Ist vor allem die Kartoffel betroffen?

Wir wissen, dass PFT überall vorkommen: Wir finden sie in unserem Blut, in der Muttermilch, in Mischkostproben – aber wir haben noch keine konkreten Daten zu ihrem Gehalt in der Nahrung. Das ist ein analytisches Problem. Von allen Lebensmitteln können wir bisher nur in Kartoffeln den PFT-Gehalt relativ sicher messen.

Was bewirkt PFT in unserem Körper?

Von der Gruppe der PFT haben wir nur für zwei kritische Vertreter, PFOS und PFOA, umfangreiche Daten. Sie sind als toxisch und möglicherweise krebserregend einzustufen und schon in geringen Mengen in Lebensmitteln höchst unerwünscht.

Wie gefährlich sind die gefundenen Mengen an PFT in den Pommes frites?

Wir wissen noch zu wenig über das Verhalten dieser Stoffe beim Menschen, um Genaueres über ihre Giftigkeit sagen zu können. Das BfR hat 2006 erstmals versucht, eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) für Fisch abzuleiten. Wir können sie aber nicht auf Kartoffeln übertragen und die von der Stiftung Warentest gefun­denen Mengen darum toxikologisch nicht einschätzen. Der höchste Wert (2,1 µg/kg) entspricht nur dem Vierfachen der Bestimmungsgrenze (0,5 µg/kg). Einen offiziellen Grenzwert für PFT gibt es nicht.

Was muss zum Schutz der Verbraucher jetzt unternommen werden?

Die Überwachungsbehörden der Bundesländer sollten die Untersuchung der PFT vorantreiben und in ihre Überwachungsprogramme aufnehmen. Nur so kann die Giftigkeit künftig besser bewertet werden.

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