Pommes frites: Der Pommes-King

Pommes sind in aller Munde. Nicht nur Kinder lieben die knusprigen Kartoffelstäbchen zu fast jeder Gelegenheit. Auch für viele Erwachsene gehören Fritten einfach zur Currywurst oder zum Hamburger dazu. Im Schnitt knabbert jeder Deutsche pro Jahr knapp zwei Kilogramm Pommes in Restaurants, Kantinen oder Imbissbuden - selbstgemachte Fritten oder Pommes aus der Kühltruhe nicht mitgerechnet. test.de sagt, wo es die besten fertig zubereiteten Pommes frites gibt.

Der Pommes-King

Audio
Audio abspielenLautstärke einstellen

Die besten Pommes frites verkauft Burger King. Sie sind sehr knusprig und schmecken deutlich nach Kartoffeln. Das Frittierfett ist in Ordnung und Acrylamid entsteht nur in geringen Mengen. Sensorisch einwandfrei sind auch die Frites van Holland von Karstadt sowie die Pommes frites von Ikea. Doch trotz ihres guten Geschmacks sind beide nur eingeschränkt empfehlenswert: Karstadt frittiert die Kartoffelstäbchen offensichtlich teilweise in älterem, bereits belastetem Fett. Ikea dagegen verwendet Fett mit besonders vielen Transfettsäuren. Das wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus. Das test-Qualitätsurteil für Ikea-Pommes lautet daher „mangelhaft“ (Note 5,0).

Je dünner, desto fetter

Niemand isst Pommes und glaubt, seinem Körper damit etwas Gutes zu tun. In der Regel baden Pommes frites zwei Mal in Öl: Einmal werden sie beim Hersteller vorfrittiert. Das zweite Mal kommen sie direkt vor dem Verkauf zum Bräunen und Erhitzen in die Fritteuse. Doch Pommes sind nicht alle gleich fett. Ihr Fettgehalt hängt maßgeblich von ihrer Form ab. Lange, dünne Stäbchen - Feinschnitt-Pommes und auch gewellte - bieten viel Fläche. Beim Frittieren saugen sie reichlich Fett auf, 15-17 Gramm Fett je 100 Gramm. Dicke, breite Pommes werden dagegen weniger mit Fett durchtränkt. Im Test brachten 100 Gramm Normalschnitt-Pommes von Nordsee, Karstadt, Wienerwald und Ikea zwischen 8,9 und 11,4 Gramm Fett in die Tüte.

Pommes aus dem Automaten

Eine Ausnahme unter den Fertig-Pommes sind die Automaten-Pommes von McCain. Die an Berliner S-Bahn-Stationen stehenden Automaten erhitzen ihre Pommes nicht etwa in Öl, sondern mit Heißluft. Das spart Fett: 100 Gramm Automaten-Pommes enthalten 8,3 Gramm Fett - weniger als alle anderen Fritten im Test. Doch die Sache hat einen Haken. Auch die Automaten-Pommes sind vorfrittiert. Das Fett in den Pommes weist auf thermisch und oxidativ sehr stark belastetes Frittierfett hin. Daher sind die Heißluft-Pommes keine Alternative: test-Qualitätsurteil „ausreichend“ (Note 3,8).

Zu viel für einen Snack

Pommes frites sind mehr als ein Snack. Je nach Anbieter wiegt eine normale Portion zwischen 108 und 225 Gramm. Wer alle Kartoffelstäbchen aufisst, nimmt damit mehr als ein Viertel des täglichen Kalorienbedarfs zu sich. Die größten Portionen verkauft Karstadt / Frites van Holland - bis zu 300 Gramm Pommes auf einen Schlag. Das entspricht 700 Kilokalorien. In einigen Städten gibt es sogar 400-Gramm Portionen. Hinzu kommen noch die Soßen: Ein Tütchen Ketchup ist mit rund 20 Kilokalorien harmloser als die 145 Kilokalorien einer kleinen Tüte Mayonnaise. Unterm Strich sind fast alle Pommes-Portionen für eine Zwischenmahlzeit zu gewaltig. Sie sollten höchstens Teil einer Hauptmahlzeit sein. Jedem sollte klar sein: Ein frischer Salat wäre in jedem Fall gesünder.

Acrylamid und PFT

Wenn das Frittierfett zu heiß wird und die Kartoffeln zu warm gelagert wurden, bildet sich in den Kartoffelstäbchen viel Acrylamid. Dieser Schadstoff kann Krebs erzeugen und das Erbgut verändern. Für Pommes frites gilt derzeit ein so genannter Signalwert von 530 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm. Die untersuchten Pommes von McDonalds lagen im Bereich dieses Signalwertes, die Fritten von Wienerwald sogar darüber. Auch wenn sich Acrylamid nicht gänzlich vermeiden lässt, können die Hersteller die Werte niedriger halten. Relativ neu ist die Erkenntnis, dass Pommes frites auch perfluorierte Tenside (PFT) enthalten können. Alle Fritten im Test wiesen Spuren dieser Industriechemikalie auf. Vermutlich gelangt sie über verunreinigte Böden oder Grundwasser in die Kartoffeln. Wie gefährlich die perfluorierten Tenside für den Menschen sind, ist bisher noch unklar. Daher flossen diese Messwerte nicht in die Bewertung ein.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2455 Nutzer finden das hilfreich.