Pommes Frites Die können Sie essen

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Pommes sind ein puristischer Hochgenuss, schwören ihre Fans. Wer unsere Produkt- und Zubereitungstipps beherzigt, kann sowohl Fett als auch Acrylamid minimieren. Davon haben wir in vielen Produkten reichlich gefunden.

Fritjes Spezial mit viel Zwiebeln, Ketchup und Majo, Pommes rot-weiß oder einfach eine Portion pur sind aus dem Alltag von Fastfood-Liebhabern kaum wegzudenken. Auch zu Hause werden die knusprigen Kartoffelstäbchen gern gebrutzelt – vor allem zur Freude der Kinder. Dabei galten sie noch nie als besonders gesund. Im vergangenen Jahr aber sind Pommes stark in Verruf geraten: wegen des als Krebs erregend geltenden Stoffs Acrylamid.

Dennoch müssen Fritten-Fans nicht völlig auf den puristischen Hochgenuss aus Kartoffeln und Fett verzichten, vorausgesetzt, sie überlassen Produktauswahl und Zubereitung nicht blindlings ihrem Imbiss an der Ecke und stellen sich selbst in die Küche. Denn mit ein paar Tipps und Tricks können sie den Fettgehalt und sogar das Risiko Acrylamid in den Griff bekommen.

Damit Sie wissen, welche Pommes frites Sie auftischen können, haben wir 27 tiefgekühlte Produkte auf Fett, Geschmack und Acrylamid untersucht. In puncto Fett konnten wir nur zwei mit „gut“ bewerten. Die Geschmackspalette reichte von weichen Gummifritten bis zu verkohltem Schwarzgebackenen. Und alle Pommes frites enthielten Acrylamid – von weit unter 250 bis weit über 1 000 Mikrogramm pro Kilogramm.

Acrylamid: Oft hohe Werte

Kein Grund, die heiß geliebten Pommes völlig vom Speiseplan zu verbannen. Bei 7 von 27 Produkten haben wir trotz extremer Testbedingungen nur „sehr geringe“ Acrylamidwerte von weniger als 250 Mikrogramm pro Kilogramm Pommes frites gefunden. „Original Austrian Potato“ überzeugten sowohl frittiert als auch gebacken mit sehr geringen Werten. Die anderen sechs Produkte waren nur bei jeweils einer Zubereitungsart sehr gering mit Acrylamid belastet.

Als „sehr hoch“ haben wir Werte eingestuft, die über 1 000 Mikrogramm pro Kilogramm liegen – ein Wert, den das damalige Bundesinstitut für Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (heute Bundesinstitut für Risikobewertung) vorgeschlagen hatte. Als „hoch“ bewerteten wir mehr als 767 Mikrogramm, was dem derzeitigen Signalwert für Pommes frites entspricht. Den ermittelt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit fortlaufend aus den zehn Prozent der am höchsten belasteten Lebensmittel einer Produktgruppe.

Beim Test haben wir die Pommes frites nach den Herstellerangaben zubereitet, dabei allerdings die höchste angegebene Temperatur (180 Grad für die Fritteuse, bis zu 250 Grad beim Backen) und die längste Zeit gewählt. Nach heutigem Erkenntnisstand sind beim Frittieren nur 170 Grad, im Backofen 180 Grad bei Umluft und 200 Grad bei Ober- und Unterhitze vertretbar. Bei höheren Temperaturen steigen die Acrylamidwerte sprunghaft an. Deshalb bewerteten wir die Zubereitungsempfehlungen der Hersteller durchweg mit „mangelhaft“.

Acrylamid: Sie haben es in der Hand!

Wer Pommes selbst zubereitet, kann die Acrylamidwerte also beeinflussen – bis zu einem gewissen Grad hat er sie im wahrsten Sinne des Wortes im Griff. Mittlerweile ist auch erwiesen, dass sich im Backofen bei einer Portion mehr Acrylamid bildet als bei mehreren. In der Fritteuse verhält es sich umgekehrt: Mit wenig Pommes und viel Öl lassen sich die Werte senken.

Das bestätigt auch unser Test: Bei der Zubereitung einer Einzelportion von 150 Gramm bildete sich im Ofen im Schnitt mehr Acrylamid als in der Fritteuse. Also ein guter Rat an alle Alleinesser: Keine Miniportionen im Backofen zubereiten! Entweder Sie greifen zur Fritteuse oder Sie laden Familie und Freunde ein.

Fett: Nur zwei Mal „gut“

Unabhängig von Acrylamid kommt der Gesundheitsaspekt auch wegen des Fetts oft zu kurz. Beim „Fettgehalt“ konnten wir nur den Bio-Pommes frites von Grünes Land (gebacken 4,5 Gramm, frittiert 8,9 Gramm Fett pro Portion) und den Bio-Backofen-Pommes frites von Heirler (4,8 Gramm) ein „Gut“ geben. Dabei haben wir beim Backen strengere Maßstäbe angelegt als beim Frittieren, bei dem die Pommes ja schon im Fett schwimmen. Im Schnitt waren die Fritteusen-Fritten fast doppelt so fettig wie die Backofen-Pommes. Insgesamt enthielten ganze 10 von 27 Produkten so viel Fett, dass es nur für ein „Ausreichend“ langte.

Tipp: Legen Sie die Pommes frites nach dem Zubereiten auf Küchenpapier. Das saugt das überschüssige Fett auf.

Geschmack: Wo ist die Kartoffel?

Auch geschmacklich hatten unsere Experten einiges auszusetzen: So manchen frittierten Stäbchen war der Urgeschmack der Kartoffel abhanden gekommen, die Konsistenz entweder zu weich oder zu fest geraten. Andere trockneten aus oder verbrannten im Ofen (Agrarfrost Back Frites, Edeka). Die Pommes frites von Demeter und Rewe/Füllhorn wurden so dunkel, dass sie nach dem Backen nicht mehr verzehrbar waren.

Unsere beiden „Fettsieger“ mundeten unterschiedlich: Die Grünes-Land-Bio-Pommes wurden frittiert zwar ungleichmäßig braun und fettig, dafür aber lecker knusprig-kartoffelig. Gebacken hingegen waren sie hart und schmeckten kaum nach Kartoffel. Die Pommes frites von Heirler wiederum gerieten im Ofen knusprig und fest, nur von Kartoffeln war beim Geschmack auch kaum eine Spur. Schon die Rohware ließ in vielen Fällen zu wünschen übrig. Allein die Tip Backofen Super Frites und die McCain Chef Frites haben sich mit ihrer Qualität ein „Gut“ verdient. In manchen Packungen waren zu viele zu kurze Pommes, damit entsprachen sie nicht der deklarierten Extraqualität (Bofrost, Denree, Wal mart, Heirler), andere enthielten zu viel Feuchtigkeit (Agrarfrost Back Frites, Eismann und wieder Denree). In Einzelfällen war die Fettqualität der vorfrittierten Pommes frites nicht optimal. Die von „Grünes Land“ schnitten sogar „mangelhaft“ ab, weil sie schneller verderben könnten.

Fazit: Ob Geschmack, Fett, Acrylamid – Pommes, die in allen Punkten überzeugten, haben wir nicht gefunden. Acrylamid aber können Sie mit der richtigen Zubereitung selbst niedrig halten. Wer seine heiß geliebten Pommes also weniger heiß zubereitet, kann sie sich weiterhin schmecken lassen. Auch viele Anbieter reagieren: Sie stellen Rezeptur und Produktionsmethode um und geben nie­drigere Temperaturempfehlungen.

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 01.02.2022 um 13:06 Uhr
Pommes Frites

@HotFirefly: Gerne haben wir Ihren Testwunsch registriert. Allerdings lässt sich im Moment nicht übersehen, ob und wann eine entsprechende Untersuchung durchgeführt wird. Ihre Anregung haben wir aber in jedem Fall an die zuständige Fachabteilung weitergeleitet.

HotFirefly am 31.01.2022 um 22:39 Uhr
Nach 19 (!) Jahren aktueller Test notwendig!


Nach 19 (!) Jahren aktueller Test notwendig!
Der Test vor 19 Jahren zeigte, dass Pommes leider oftmals nicht das versprechen, was auf ihrer Umverpackung draufsteht: Zuviel Fett, schlechte Backergebnisse...
Hier ist fast 20 Jahre später (!) nun endlich ein aktueller Test dringend notwendig. Nur so ist für uns Endverbraucher ein konkreter aktueller Vergleich möglich.
Außerdem: Eine Reaktion der test Redaktion wäre wünschenswert!

HotFirefly am 18.12.2021 um 08:33 Uhr
Dringend neuer Test

Hallo Test Team!
Wann ist mit einer Test-Reaktion zu unseren Test-Nutzerwünschen zu rechnen?
„Nur“ Pommes und kein Handytest?! Ein Lebensmittel wie auch Fischstäbchen mit total alten Test Ergebnissen! Kein Stecker, kein Strom = keine Priorität für das test-Team ?!
…zumindest eine Reaktion wäre schön!
Besten Dank und Gruß!

peter.toenjann am 20.08.2020 um 15:43 Uhr
Friteusen-Test

Nach sooo langer Zeit wäre ein neuer Test mal wieder notwendig.

PeteM92 am 02.05.2020 um 17:42 Uhr
Auch wenn sie ungesund sind ...

sie werden trotzdem geliebt und gegessen.
Da wäre es schon gut, wenn man aktuelle Produkte (jetzt ist 2020) vergleichen könnte.