Pommes Frites Test

Knusprige Pommes frites sind in Verruf geraten: Sie enthalten Acrylamid. Der Stoff kann Krebs auslösen. Acrylamid entsteht beim Backen und Frittieren bei hohen Temperaturen. Wer die Pommes selbst zubereitet, kann die Acrylamidbelastung reduzieren. test.de sagt wie. Im Test: 27 tiefgekühlte Pommes-Frites-Marken für die Zubereitung im Backofen und in der Fritteuse.

Pommes frites verbrannt

Die Stiftung Warentest hat die Pommes frites streng nach Herstellerangaben zubereitet. Die Tester wählten die höchste angegebene Temperatur und die längste Zeit. Im Klartext: 180 Grad in der Fritteuse für drei bis fünf Minuten und bis zu 250 Grad im Backofen – 10 bis 30 Minuten lang. Zubereitet wurde jeweils eine Portion von 150 Gramm. Ergebnis: Einige Pommes frites wurden zu dunkel, zu trocken oder zu hart. Die Öko-Pommes von Demeter und Rewe Füllhorn sowie die Backofenpommes von Edeka Gut&Günstig waren nach der angegeben Zeit im Backofen sogar verbrannt. Auch der Acrylamidgehalt steigt bei hohen Temperaturen sprunghaft an.

Signalwert überschritten

Die Tester fanden Acrylamid-Werte bis zu 2.800 Mikrogramm pro Kilogramm Pommes frites. Das ist viel zu viel. Für Pommes frites gilt derzeit ein so genannter Signalwert von 767 Mikrogramm pro Kilogramm. An diesem Signalwert sollten sich die Hersteller orientieren. Bisher ist unklar, wie gefährlich Acrylamid tatsächlich ist. Deshalb gibt es noch keine gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für Acrylamid. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit BVL passt den so genannten Signalwert stets den aktuellen Erkenntnissen an.

Herstellerangaben mangelhaft

Die Stiftung Warentest kaufte die Pommes frites im Juli und August 2002. Die Zubereitungsempfehlungen auf den Packungen waren allesamt mangelhaft. Sie sind heute nicht mehr zeitgemäß. Temperaturangaben von bis zu 250 Grad sind zu hoch angesetzt. Ernährungsexperten empfehlen maximal 170 Grad für die Fritteuse und 200 Grad für den Backofen. Bei Umluftherden sogar nur 180 Grad. Back- oder Frittierdauer so kurz wie möglich. Die Pommes sollten gerade goldgelb sein. Wer sich an diese Tipps hält, reduziert die Belastung mit Acrylamid. Viele Hersteller haben ihre Zubereitungsempfehlungen inzwischen geändert oder wollen dies noch tun.

Kartoffelgeschmack fehlt

Auch geschmacklich könnte nachgelegt werden: So manchem tiefgefrorenem Stäbchen ist der Urgeschmack der Kartoffel abhanden gekommen. Einige Sorten schmeckten nur aus dem Backofen (Bofrost Backofen Pommes), andere nur aus der Fritteuse (Demeter). Beide Produkte werden aber für den Backofen und die Fritteuse angeboten. Die tiefgekühlten Pommes frites sind bereits vorfrittiert - damit sie bei der Zubereitung knusprig werden.

Kleine Portionen frittieren

Bei kleinen Portionen hat das Frittieren einen Vorteil: Die fertigen Pommes enthalten weniger Acrylamid. Bei großen Portionen ist es umgekehrt: Im Backofen entsteht nun weniger, in der Fritteuse mehr Acrylamid. Deshalb gilt: Machen Sie das Backblech stets voll, ohne die Pommes zu türmen, aber lassen Sie in der Fritteuse immer Platz. Besser mehrere kleine Portionen frittieren als eine große. Die Stiftung Warentest zeigt die besten Fritteusen.

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