Polaroid ruft Digitalkamera X530 zurück Meldung

Der Versuch, eine preiswerte Digitalkamera mit Foveon-Chip auf den Markt zu bringen, ist vorerst gescheitert. Der deutsche Importeur Plawa hat seit Ende März ausgelieferte Exemplare der Digitalkamera Polaroid X530 zunächst wieder zurückgezogen. Grund sind offenbar massive Probleme bei der Fertigung. Hersteller ist die World Wide License Ltd. in Hong Kong. Das Unternehmen hat die anspruchsvolle Technologie offenbar noch nicht im Griff. Vereinzelt sind trotz des Rückrufs noch Angebote von X530-Kameras zu finden.

Vielschichtige Technik

Die Foveon-Technologie verspricht schärfere Bilder mit weniger digitalen Fehlern. Anders als bei herkömmlichen Digitalkameras besteht der CCD-Chip zur Aufnahme der Bilder aus drei Schichten, die jeweils auf Licht unterschiedlicher Wellenlänge reagieren. Die Farbinformation geht dadurch aus nur einem einzigen Bildpunkt hervor. Bei herkömmlichen CCD-Chips sind jeweils vier nebeneinander angeordnete Fotozellen erforderlich, um die Farbe eines Bildpunktes zu bestimmen. Die Folge: Es geht Schärfe verloren. Außerdem führt das Verfahren zu Bildfehlern wie so genannten Moiree-Mustern bei der Aufnahme von feinstrukturierten einfarbigen Flächen oder zu Farbrauschen in dunklen Bildpartien.

Enttäuschung im Labor

Seine Feuerprobe bestand die Technologie in der Spiegelreflexkamera Sigma SD9. Die Ingenieure der Stiftung Warentest waren begeistert, als sie Anfang 2003 erste Exemplare der Kamera ins Labor bekamen. Die Bildqualität war im Vergleich zu den andern damals verfügbaren Digitalkameras absolute Spitze. Entsprechend gespannt waren sie auf die Polaroid X530. Doch die 300 bis 400 Euro teure Kompaktkamera enttäuschte auf der ganzen Linie. Die Bildqualität erreichte nicht annähernd das erwartete Niveau. Auch sonst fanden die Ingenieure reichlich Mängel. Offenbar bremsen minderwertige und langsame Prozessoren und Speicherchips die Kamera aus. Die Mängel waren derart gravierend, dass das Labor den Test abbrach und die Kamera als defekt einstufte.

Einsendung auf Unternehmenskosten

Ähnliche Erfahrungen machten offenbar weitere Besitzer der neuen Kamera. „Die Verarbeitungsqualität und Funktion der Geräte entspricht teilweise nicht den Vorgaben und dem Qualitätsanspruch von Plawa“, erklärte das Unternehmen. Bei Stichproben-Prüfungen der Qualität vor Auslieferung der Kameras seien keine Mängel aufgefallen. Nach Angaben der Plawa befinden sich die meisten ausgelieferten Kameras im Test bei Fachzeitschriften und Handelspartnern. Nur vereinzelt hätten Kunden die Kamera regulär gekauft. So oder so gilt: Plawa will die Geräte überprüfen und womöglich austauschen. Das Unternehmen bittet Kunden, sie unfrei im Originalkarton und mit Liefer- oder Kaufbeleg zurückzuschicken. Adresse:

  • Plawa-Feinwerktechnik GmbH & Co. KG, Bleichereistraße 18, 783066 Uhingen

Wann Kunden Ersatz bekommen, lasse sich noch nicht sagen, erklärte eine Unternehmenssprecherin. Derzeit verfüge Plawa noch nicht über neue Kameras.

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