So haben wir getestet

Im Test: In Koope­ration mit jugend­schutz.net prüften wir 50 umsatz­starke Apps, die Ende Januar 2017 besonders umsatz­stark waren, und zwar in den Kategorien Spiele und Familie des Google Play Store und den Kategorien Spiele und Kinder des Apple-App-Store.Apps mit besonderen pädagogischen Aspekten wie zum Beispiel schu­lische Lern­spiele sowie Spiele mit einer Alters­freigabe ab 16 (Android) beziehungs­weise 17+ (Apple) wurden nicht berück­sichtigt.

Erhebungs­zeitraum: März bis Mai 2017.

Die Preise der Apps erhoben wir im Juni 2017 im Google-Play Store beziehungs­weise im Apple-App-Store. Die Preisspanne für Käufe in der App ermittelten wir im Erhebungs­zeitraum (Android: Laut Angaben im Play Store, iOS: im Spiel ersicht­lich).

Unter­suchungen

Dieser Test wurde gefördert durch das Bundes­ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie das Bundes­ministerium der Justiz und für Verbraucher­schutz im Rahmen des Projekts „Monitoring und Bewertung kindaf­finer Apps hinsicht­lich Jugend-, Daten- und Verbraucher­schutz­risiken sowie Information der Verbraucher“.

Kinder- und Jugend­schutz

Zwei Experten über­prüften den Kinder- und Jugend­schutz und gaben als Alter zehn Jahre an, sofern die App es abfragte. Die Ergeb­nisse beziehen sich auf den nach mehreren Wochen erreichten Spiel­stand (Level).

Alters­gerechte Inhalte: Wir prüften, ob auf potenzielle Risiken für Kinder hingewiesen beziehungs­weise über Schutz­möglich­keiten aufgeklärt wird. Außerdem prüften wir, ob Kinder und Jugend­liche mit entwick­lungs­beein­trächtigenden bzw. jugend­gefähr­denden oder strafrecht­lich relevanten Inhalten im Spiel selbst beziehungs­weise durch die einge­blendete Werbung konfrontiert werden. Stießen wir auf Inhalte, die für Spieler der angegebenen Alters­freigabe bedenk­lich sind, markierten wir die Apps in der Tabelle entsprechend der Farben von Verkehrs­ampeln rot (Online-Fassung: ein Punkt von drei möglichen). Grün steht für unbe­denk­liche (drei Punkte).

Chat: Bei Spiele-Apps mit Kommunikations­möglich­keiten untersuchten wir, ob sie über potenzielle Gefahren (Kontakt­risiken mit Fremden zum Beispiel bei Chats) aufklärten, ob die Eltern einbezogen wurden, ob eine anonyme Nutzung möglich war (reicht ein Nick-Name oder sind persönliche Daten erforderlich?), ob eine Moderation angeboten wurde und ob tech­nische Sicher­heits­tools implementiert waren (z.B. Melde­möglich­keit, Blockier­funk­tion). Grün (Online-Fassung: drei Punkte) markieren wir in der Tabelle Apps ohne Chat oder andere Möglich­keiten der Kommunikation mit anderen Nutzern. Hätten Anbieter durch eine Moderation für ein angemessenes Schutz­niveau gesorgt, wären die Apps ebenfalls so gekenn­zeichnet. Apps ohne Moderation, aber mit Melde­möglich­keit und mindestens zwei anderen Sicher­heits­funk­tionen für den Chat markierten wir gelb (Online-Fassung: zwei von drei möglichen Punkten). Alle anderen rot (ein Punkt).

Verlinkungen: Wenn es Verknüpfungen zu Social-Media-Platt­formen gab, zum Beispiel um Belohnungen in Form von virtuellen Gütern zu bekommen, oder Links einge­fügt waren, die auf externe Seiten führten (zum Beispiel Stores), haben wir dies bewertet. Ebenfalls prüften wir, wie häufig die App Push-Nach­richten zum Spiel­stand vers­endete und ob diese inner­halb der App konfigurier­bar sind. Außerdem prüften wir bei Apps mit Verknüpfungen und Links, ob diese abge­sichert werden können (Kinder­sicherung). Apps, die keine externen Links und Verknüpfungen enthielten oder dafür eine Kinder­sicherung boten, markierten wir grün (Online-Fassung: drei Punkte). Die anderen sind gelb (Online-Fassung: zwei von drei möglichen Punkten).

In-App-Käufe: Waren In-App-Käufe möglich, prüften und dokumentierten wir, ob es Anreize gab In-App-Käufe zu tätigen, ob zu unmittel­baren Käufen oder zu Mitgliedschaften aufgefordert wurde, ob kosten­pflichtige Abonnements abge­schlossen werden konnten, deren Folgen nicht abzu­schätzen sind und wie trans­parent die Kosten dargestellt wurden. Grün markierten wir Apps ohne Möglich­keit, inner­halb der Spielesoftware echtes Geld auszugeben (Online-Fassung: drei Punkte). Gelb (zwei Punkte) markierten wir, wenn Apps Spielern Kauf­anreize gaben, und rote, wenn Apps direkt zum Kauf aufforderten (Online-Fassung: ein Punkt von drei möglichen).

Werbung: Weiterhin erfassten wir, ob in den Apps Werbung enthalten war und, wenn ja, ob die werb­lichen Inhalte gekenn­zeichnet und von redak­tionellen Inhalten getrennt waren. Darüber hinaus ermittelten wir zum Beispiel, ob die Werbung den Spielfluss behindert beziehungs­weise, ob es einen Anreiz gibt, Werbe­videos zu konsumieren. Werbefreie Apps markierten wir grün. (Online-Fassung: drei Punkte). Ebenfalls grün gegeben hätten wir für klar gekenn­zeichnete und vom Spiel getrennte Werbung. Gelb (Online-Fassung: zwei von drei möglichen Punkten) erhielten Apps, die Werbung deutlich vom Spiel­inhalt trennten, aber nicht klar kenn­zeichneten. Alle anderen sind rot (ein Punkt).

Daten­schutz und Geschäfts­bedingungen

Verbraucherinfos in der App: Zwei Experten prüften, ob die Apps verbraucherrelevante Informationen zum Impressum, zu Hilfe­stellung und Support enthielten.

Umgang mit Nutzer­daten: Wir bewerteten, ob die Apps auch offline gespielt werden konnten, ob vorgefertigte Aufrufe vorhanden sind, das Spiel über soziale Netz­werke Freunden zu empfehlen und ob Daten­schutz­erklärungen in der App auffind­bar waren, in welcher Sprache sie abge­fasst wurden und ob sie kinder­freundlich gestaltet waren. Bei Spielen, die es ermöglichten, einen Account anzu­legen, prüften wir, ob sich dieser wieder löschen ließ und ob auch Einzel­spieler einen Account anlegen mussten.

Daten­sende­verhalten: Wir sichteten den Daten­strom über einen zwischen­geschalteten Server (Proxy, Man-In-The-Middle-Attack), lasen die von den Apps gesendeten Daten aus, analysierten und entschlüsselten sie, falls notwendig. So ermittelten wir, ob die Apps nur Daten senden, die sie zum Funk­tionieren brauchen. Als sehr kritisch stuften wir Apps ein, wenn sie unver­schlüsselte persönliche Daten sendeten und als kritisch, wenn sie Daten über­trugen, die zum Betrieb der App nicht erforderlich sind – zum Beispiel die Geräte-Identifikations­nummer.

Mängel in den AGB: Ein Jurist prüfte die allgemeinen Geschäfts­bedingungen (AGB) auf unzu­lässige Klauseln.

Deutsches Recht beim Daten­schutz: Ein Jurist prüfte das Vorhandensein von Daten­schutz­erklärungen und, falls ja, ob sie dem deutschen Daten­schutz­recht unterliegen.

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TestPokémon Go, Minecraft & Co27.06.2017
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