Pocket-Camcorder von Penny Schnelltest

Mini ist nicht nur der Preis, sondern auch das Angebot: Einen Pocket-Camcorder mit MP3-Wiedergabe, Foto- und Diktierfunktion für 88 Euro gibts in dieser Woche bei Penny. Das klingt verdächtig. Der Schnelltest klärt, ob und wie gut oder schlecht das Billiggerät funktioniert.

Viele Funktionen

Tatsächlich: Das Multitalent kann alles, was die Werbung verspricht - aber nichts davon richtig. Noch am besten gelingen Fotos. Sie sind mäßig scharf, halbwegs farbrichtig und genügen damit einfachen Ansprüchen. Das Niveau entspricht etwa der Einsteiger-Kamera, die jüngst Aldi-Süd im Angebot hatte. Voraussetzung für halbwegs anständige Fotos: Es ist ausreichend hell. Im Dunkeln geht gar nichts. Der eingebaute Blitz erhellt allenfalls die Bildmitte etwas und das auch nur, wenn das Motiv nicht mehr als anderthalb Meter entfernt ist.

Wenig Video

Auch die LED-Leuchte fürs Filmen ist viel zu schwach und annähernd unbrauchbar. Viel nützen würde sie allerdings auch nicht. Von einem richtigen Camcorder ist der Penny-Mini meilenweit entfernt. Die Videos ruckeln gewaltig. Bewegte Szenen mit wenig Licht verwischen noch zusätzlich. Manches Handy macht bessere Filme als der „Camcorder“ von Penny.

Kaum Klang

Als MP3-Player leidet das Penny-Pocket-Gerät unter der bescheidenen Qualität der Billig-Ohrhörer. Bässe geben sie gar nicht wieder, und die Höhen sind dürftig. Immerhin reproduzieren sie mittlere Tonlagen ziemlich originalgetreu, so dass Musik so gerade noch erträglich ist. Als Diktiergerät funktioniert das betriebsbereit knapp 200 Gramm schwere Gerät soweit ohne Probleme. Die Klangqualität der Aufnahmen ist bescheiden, aber unter normalen Umständen verständlich und damit ausreichend.

Bescheidene Bedienung

Je kleiner ein Gerät, desto fummliger die Bedienung. Problemlos erreichbar sind an der Aiptek-Pocketkamera nur die beiden Auslöserknöpfe. Die übrigen Tasten sind klein und vor allem für Menschen mit großen Händen schwierig zu bedienen. Außerdem ist die Mini-Kamera schlecht in den Griff zu bekommen. Es fehlt an Fläche zum Anfassen. Schnell liegen die Finger vor Blitz, Video-Leuchte oder gar Objektiv. Erstaunlich: Obwohl die Kamera nur ein einfaches Fixfokus-Objektiv hat und damit keine Zeit fürs Scharfstellen nötig ist, liegt die Auslöseverzögerung bei knapp einer Sekunde. Schnappschüsse gelingen damit allenfalls noch durch Zufall. Auch nach dem Einschalten ist Geduld nötig. Erst nach knapp zehn Sekunden ist die Kamera aufnahmebereit.

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