Pocket-Camcorder von Lidl Schnelltest

Für wenig Geld Kameramann werden ohne schwer tragen zu müssen: Das interessiert fast die Hälfte der Teilnehmer an der letzten Schnelltest-Auswahl auf test.de. Hier sind die Ergebnisse zum Pocket-Camcorder, den die test-Einkäufer heute früh für 79,99 Euro bei Lidl erwarben.

Filmen ohne Extras

Der Winzling mit dem kleinen Preis kommt zunächst gar nicht bescheiden daher: Der Karton ist hochglänzend bedruckt und größer als vermutet. Grund: Drin steckt außer dem Camcorder ein ziemlich voluminöses Ladegerät, ein Handbuch, eine Tasche und diverse Kabel. Auch der Akku ist extra verpackt. Er muss zunächst ins Ladegerät. Zwei Stunden später können die Filmaufnahmen starten. Das bringt viel mehr Zeit als fürs Lesen des Handbuchs nötig ist. Die Zahl der Funktionen ist bescheiden und die Erklärungen im Handbuch ohne weiteres verständlich. Den Rest der Zeit können Käufer des Lidl-Camcorders gleich investieren, um noch eine SD-Speicherkarte mit mindestens zwei, besser vier oder sogar acht Gigabyte Speicherkapazität zu kaufen. Der 32 Megabyte kleine interne Speicher des Geräts reicht nur für wenige Sekunden Film. Für 20 Minuten Filmaufnahme fallen im 1080p-Modus etwa ein Gigabyte Daten an.

Bedienung flott erlernt

Von der Theorie zur Praxis: Die Bedienung macht kaum Schwierigkeiten. Die Knöpfe sind zwar klein und gewöhnungsbedürftig, stellen aber auch Menschen mit großen Händen nicht vor unüberwindliche Schwierigkeiten. Die Bildschirmmenüs sind kurz und eingängig strukturiert. Hobby-Kameramänner und -frauen haben sie flott im Griff und können losfilmen. Wichtigste Regel: Die Kamera immer schön ruhig zu halten. Jede Bewegung führt zu Wackelbildern von zweifelhafter Qualität. Eine Bildstabilisierung gibts nicht. Der Akku reicht für etwa eine Stunde Filmaufzeichnung und muss dann wieder für rund zwei Stunden ins externe Ladegerät.

Anständige Bilder über HDMI

Bei Anschluss eines modernen Flachbildfernsehers oder Monitors mit HDMI-Anschluss ist die Bildqualität trotz des einfachen Fixfokus-Objektivs ohne Scharfstellung und optischen Zoom gemessen am Preis und an anderen Billigst-Camcordern ganz anständig. Klar: „Richtige“ Camcorder für 500 oder gar 1 000 Euro liefern viel bessere Bilder. Aber für Gelegenheitsfilmchen zur Dokumentation von Partys, Familienausflügen oder sonst speicherwürdigen Begebenheiten eignet sich der Pocket-Camcorder von Lidl ohne weiteres. Bei heller Umgebung fallen die Aufnahmen etwas dunkel aus, während sie bei wenig Licht recht hell und kontrastarm geraten. Mit schwindendem Licht erscheinen eigentlich einfarbige Flächen zunehmend deutlich als Haufen bunter Punkte, aber das so genannte Bildrauschen hält sich gemessen am Preis und an vergleichbaren Geräten in akzeptablen Grenzen. Besser als mit der Videofunktion der meisten Digitalkameras gelingen seine Aufzeichnungen allemal.

Anständige Bilder bei HDMI-Anschluss

Auch Fotos gelingen leidlich. Schärfe und Farbwiedergabe sind deutlich schwächer als bei Bildern guter Kameras, aber bei bescheidenen Ansprüchen für Erinnerungsbilder und für die Verwendung im Internet akzeptabel. Der Ton ist nicht wirklich gut, aber frei von Störgeräuschen, wie sie bei anderen Billig-Camcordern zum Teil gewaltig nerven. Unansehnlich ruckelig wird die Bildqualität von Video-Aufnahmen bei Anschluss eines alten Fernsehers über das Video-Composite-Kabel. Technischer Hintergrund: Die Kamera muss die in 1080p-Modus gespeicherten Bilder dafür ins Fernsehformat herunterrechnen. Das gelingt nur unvollkommen. Die Bilder werden unscharf und bei bewegten Motiven oder Kameraschwenks bekommen sie ziemlich grobe Sprünge.

Im Vergleich: Camcorder

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