Plus-Digitalkamera im Schnelltest Schnelltest

Etwas pummelig kommt die Digitalkamera aus dem aktuellen Plus-Angebot daher und stemmt sich damit gegen den Trend. Die Digitalkameras bei Aldi und Lidl waren zuletzt immer schlanker und leichter geworden. Plus dagegen gibt Fotofreunden ordentlich was in die Hand. Statt mit Eleganz und Leichtigkeit kommt die Jendigital mit im Discounter-Vergleich rekordverdächtigen fünf Megapixeln daher. Theoretisch ist damit mehr Schärfe und Auflösung drin als bei bisherigen Angeboten. Wies praktisch aussieht, haben die test-Ingenieure im Labor untersucht.

Reichlich Rauschen

Das Ergebnis ist ziemlich bescheiden. Bei der Auflösung kann die Jendigital-Kamera mit anderen Discount-Angeboten immerhin noch so halbwegs mithalten. Vom Vorsprung, den sie dank Fünf-Megapixel-Sensor eigentlich haben sollte, ist allerdings weit und breit nichts zu sehen. Kameras, die theoretisch weniger Bildpunkte liefern, haben praktisch zuweilen mehr Auflösung zu bieten. Der beste Sensor nützt nichts, wenn das Objektiv die Details bereits verschluckt hat. Noch stärker als unter der mäßigen Auflösung leidet die Bildqualität der Jendigital-Aufnahmen allerdings unter reichlich Farbrauschen. Details in dunklen Bildpartien sind kaum noch zu erkennen. Auch in dieser Disziplin reiht sich das Plus-Angebot in das bescheidene Niveau teilweise sogar noch billigerer Angebote anderer Discounter ein. Mit anderen Worten: Bescheidenen Ansprüchen an die Bildqualität wird das Gerät gerecht. Mehr ist allerdings nicht drin.

Warten auf Aufnahmen

Bis zum Bild brauchen Jendigital-Benutzer viel Geduld: Vom Druck auf den Auslöser bis zur Aufnahme vergehen rund 3,5 Sekunden. Das ist mit weitem Abstand der schlechteste Wert, den das test-Labor in der letzten Zeit gemessen hat. Selbst in der Anfangszeit der Digitalfotografie ließen die Kameras den Fotografen und das Motiv nicht so lange warten. Grund für die gewaltige Auslöseverzögerung ist offenbar der Autofokus. Er tut sich selbst bei technisch anspruchslosen Landschaftsaufnahmen hörbar schwer, die richtige Einstellung zu finden. Wenn die Kamera nicht aufs Scharfstellen warten muss, geht sie jedenfalls mit anständigem Tempo zu Werke. Wird der Auslöser rechtzeitig vor der Aufnahme halb gedrückt, vergehen vom Auslösen bis zur Aufnahme nur noch 0,2 bis 0,5 Sekunden.

Klick mit Verzögerung

Skurril: Das Auslösegeräusch ertönt bei der Jendigital erst rund eine Sekunde nach der Aufnahme. Hintergrund: Wie bei vielen anderen Digitalkameras auch ist vom Auslösen anders als bei herkömmlichen Fotoapparaten kaum etwas zu hören. Für das gewohnte Klicken sorgt daher die Kameraelektronik. Im Übrigen bewegen sich die Wartezeiten beim Fotografieren mit dem Plus-Angebot im Rahmen des bei einfachen Digitalkameras Üblichen. Im Einzelnen: Bis zur Aufnahmebereitschaft vergehen nach dem Einschalten 5 Sekunden. Speichern von Bildern maximaler Auflösung dauert 6 Sekunden und nach dem Umschalten vom Aufnahme- in den Wiedergabemodus und umgekehrt vergehen 2 Sekunden.

Bedienung mit Gewöhnungsbedarf

Auch bei der Bedienung sammelt die Jendigital keine Pluspunkte. Besonders gewöhnungsbedürftig: Beim Druck auf die Menütaste erscheinen die Menüs nur, wenn der richtige Bildschirmmodus aktiv ist. Hinzu kommt: Die Tasten sind klein und manche zu allem Überfluss auch noch doppelt belegt. Wer kräftige Hände hat, tut sich zuweilen schwer, die richtige Einstellung zu aktivieren.

Nur zwei Blenden

Schließlich und endlich wartet die Digitalkamera aus dem Plus-Angebot mit einigen unangenehmen Überraschungen auf: Akkus zum Beispiel gibts nicht. Mitgeliefert wird ein Satz einfacher Mignon-Zellen. Wenn der leer ist, müssen vier neue Batterien her. Weitere Besonderheit: Die Kamera hat nur zwei verschiedene Blendeneinstellungen. Raum für kreatives Fotografieren bleibt da nicht. Weitere Einschränkung: Das Zoomobjektiv ist nur in fünf Stufen einstellbar. Damit ist sicher nicht in jedem Fall der optimale Bildausschnitt drin.

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